Alanus Hochschule in Alfter: Schauspielstudenten spielen für die Öffentlichkeit

Alanus Hochschule in Alfter : Schauspielstudenten spielen für die Öffentlichkeit

Für sie ist es wie die Generalprobe vor dem Studienabschluss: Beim „Blick in die Werkstatt“ zeigen die Studenten der Alanus Hochschule am Samstagabend, was sie gelernt haben.

Schon mit dem ersten Auftritt der Studentinnen Larissa Ruppert und Christina Wouters ließ sich bei der Generalprobe am Donnerstag erkennen, was der „Blick in die Werkstatt“ der Alanus Schauspielschule bei der Aufführung mit dem Titel „Mich wundert, dass ich so fröhlich bin“ ausmacht: In fünf- bis 15-minütigen Sequenzen klassischer und moderner Theaterstücke zeigten die Schauspielstudierenden des dritten Studienjahrs im Campus am Johannishof, was sie können.

Für sie wird es mit dem kommenden, letzten Ausbildungsjahr, das sie mit einem Diplom abschließen werden, ernst: Die Zeit des Vorspielens beginnt. Nur wenige Studierende hatten bisher durch die Kooperation mit dem Schauspiel Bonn die Möglichkeit, ihren angestrebten Beruf auf einer öffentlichen Bühne auszuüben. Die meisten fiebern noch darauf hin, sich im Engagement eines Theaters oder in Rollen für Film und Fernsehen darstellen und beweisen zu können.

Dass sie ihr Handwerk bereits beherrschen, davon können sich Besucher ein weiteres Mal am Samstagabend im Johannishof überzeugen. Mit ihrer Bühnenpartnerin Wouters begeistere Ruppert am Donnerstag in Molières „Der Menschenfeind“. In der klassischen Vorsprechrolle der Célimène war ihr laut Dominik Schiefner, dem Fachbereichsleiter Schauspiel, die Aufgabe gestellt, „die Dame zu zeigen und vulgär zu sein“.

Ein zweites Mal trat sie allein auf, saß fast stoisch auf dem Bühnenboden und begleitete sich mit zarten Banjotönen in einem Liebesleid-Monolog – ein „diametral anderer Ansatz, der alles auf die Sprache konzentriert“, erklärte der Schauspielexperte.

Zwei Stunden hochkonzentriertes Theater

In neun Monologen und vier Dialogen zeigten sich zehn Schauspielstudierende. Zusammen mit neun Dozenten hatten sie unter der künstlerischen Leitung von Beate Schwarzbauer ihre Auftritte erarbeitet – etwa zwei Stunden hochkonzentriertes Theater.

Da standen Romeo und Julia in dunkler Kleidung barfuß im schwarzen Bühnenraum. Alles, was Magali Vogel und Lukas Metzinger in ihrem kaum 15-minütigen Auftritt erzeugten, entstand durch ihre Spielkunst. Dem Zuschauer fehlten weder Kostüme noch Bühnenbild. Es wurde sicht- und spürbar, was Schauspieler aus sich selbst heraus erzeugen können. Die Kunst war pur. Sulamith Hartmann beeindruckte auf ähnliche Weise mit ihrer Darstellung der Grusche aus Bertolt Brechts „Der kaukasische Kreidekreis“.

Nima Bazrafkan, Florian Hausen, Leona Holzki, Elias Konradi und Nele Thomalla waren in Stückausschnitten von Brecht, Friedrich Schiller, William Shakespeare und Frank Wedekind zu erleben. Alle spielten kraftvoll um alles. So, als ginge es nicht um das Theater, sondern um das Leben. Mit ihrem Vorspiel werden sie ihre Zukunft mitbestimmen. Sie werden damit Intendanten und Regisseure überzeugen müssen. So, wie es ihnen bereits bei ihrem Publikum in der Generalprobe gelungen war.

„Mich wundert, dass ich so fröhlich bin“: Samstag, 15. Juni, ab 19.30 Uhr im Holzhaus 9 der Alanus Hochschule Alfter, Campus I, Johannishof. Eintritt 9,50 Euro, ermäßigt fünf Euro.

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