Bauprojekt Châteauneufstraße in Oedekoven: Quote für sozialen Wohnungsbau

Bauprojekt Châteauneufstraße in Oedekoven : Quote für sozialen Wohnungsbau

Die Beschlussvorlage für den Alfterer Haupt- und Finanzausschuss, der am Donnerstag, 1. September, (Beginn 18 Uhr, Ratssaal, Rathaus Oedekoven) tagt, ist eindeutig: Die Verwaltung empfiehlt dem Gremium, beim Bauvorhaben an der Châteauneufstraße und Alfterer Straße den Anteil an Sozialwohnungen auf 30 Prozent zu begrenzen.

Die Beschlussvorlage für den Alfterer Haupt- und Finanzausschuss, der am Donnerstag, 1. September, (Beginn 18 Uhr, Ratssaal, Rathaus Oedekoven) tagt, ist eindeutig: Die Verwaltung empfiehlt dem Gremium, beim Bauvorhaben an der Châteauneufstraße und Alfterer Straße den Anteil an Sozialwohnungen auf 30 Prozent zu begrenzen. Damit soll dem Bürgerantrag, den Anwohner, Gewerbetreibende und Freiberufler aus Oedekoven initiiert und dazu 1100 Unterschriften gesammelt hatten, entsprochen werden.

Doch so ganz traut die Bürgerinitiative dem Frieden noch nicht. bei einem Pressegespräch machten Vertreter der Gruppe daher nochmals deutlich, warum die Begrenzung von gefördertem Wohnraum ihrer Überzeugung nach eine nachhaltig erfolgreiche Integration sicherstellt. Wie berichtet, hatte die Bornheimer Investorengemeinschaft Nettekoven/Brings auf Grundlage eines einstimmigen Ratsbeschlusses die seit Jahren leerstehende Fläche an der Châteauneufstraße gekauft, um vier Gebäude zu errichten.

In Gebäude 1 entlang der Châteauneufstraße sind 600 Quadratmeter Gewerbefläche vorgesehen, die der Investor zu einem Großteil als Tagespflege nutzen möchte. Sowohl im Gebäude 1 als auch im Gebäude 2 entstehen freifinanzierte Wohneinheiten. In den dahinter liegenden Gebäuden 3 und 4 ist geförderter Wohnraum nach Förderweg A (mit Wohnberechtigungsschein) und Förderweg B (mit Bezugsberechtigungsschein) geplant. Insgesamt sollen 90 Wohneinheiten entstehen, von denen zunächst 50 Prozent als Sozialwohnungen geplant waren.

Initiative hat 1100 Unterschriften gesammelt

„Es ist völlig klar, dass Alfter wie alle anderen Kommunen auch den Bestand an öffentlich geförderten Wohnungen wegen Versäumnissen der Vergangenheit ergänzen muss“, erläuterte Detlef Nath, der den Bürgerantrag unterstützt. „Es stellt sich dabei allerdings die Frage, wie wir Defizite ausgleichen, ohne die massiven städtebaulichen Fehler der Vergangenheit leichtfertig zu wiederholen.“ Es reiche nicht aus, kurzfristig für Menschen eine beliebige Bleibe zu schaffen.

Zudem sei eine Differenzierung nach Förderweg A und B nicht angezeigt, da der Rhein-Sieg-Kreis festgestellt habe, dass kein Bedarf für Wohnungen des Typs B bestehe. Im Unterschied zu Wohnungen des Förderwegs A ist die die Einkommensgrenze höher angesiedelt, und der Hauseigentümer entscheidet über die Belegung. Wie aus der Sitzungsvorlage hervorgeht, sollen neben 18 Wohnungen des Förderweges A auch neun Wohnungen des Förderweges B angeboten werden dürfen – eine Entscheidung zugunsten der wirtschaftlichen Interessen der Investoren, argumentieren die Kritiker.

In Oedekoven gibt es nach Alfter-Ort die größte Dichte an sozial geförderten Wohnungen in der Gemeinde. Die Antragsteller sorgen sich darum, dass sich Oedekoven durch die bisher geplante Quote „massiv verändern“ könnte. „Man kann sich sozial engagieren und trotzdem Fehler vermeiden“, meint Detlef Nath.

Diskutiert werden sollten sowohl Mindest- als auch Höchstquoten für geförderte Wohnungen. Mindestquoten seien notwendig, um eine ausreichende Zahl von Sozialwohnungen zu realisieren. Höchstquoten gewährleisteten dagegen die gesellschaftlichen Rahmenbedingen für eine Integration. „Wir sind überzeugt, dass das, was wir wollen, politisch korrekt ist. Bürgerinteressen sollten nicht Investoreninteressen untergeordnet werden“, resümiert Nath und hofft, dass die Alfterer Kommunalpolitiker ihre Entscheidung in diesem Sinne treffen werden.

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