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„Unermüdlich, selbstlos und liebevoll“: Pfarrer Georg Theisen aus Alfter geht in den Ruhestand

„Unermüdlich, selbstlos und liebevoll“ : Pfarrer Georg Theisen aus Alfter geht in den Ruhestand

Der Oedekovener Pfarrer Georg Theisen geht nach 22 Jahren in den Ruhestand, bleibt aber „in Rufbereitschaft“. Die Dankmesse zelebrierte Theisen als Hauptzelebrant im Beisein einiger Amtsbrüder.

Gerührt nahm Georg Theisen den vielfältigen Dank seiner „Schäfchen“ entgegen. Nach 22 Jahren als Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Alfter ist der 66-jährige nun im Ruhestand. Die Gläubigen dankten ihm in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt Oedekoven für die „unermüdliche, selbstlose und liebevolle Seelsorge“.

Das sagte Peter Simon im Auftrag der Pfarrausschüsse Gielsdorf sowie Impekoven/Oedekoven und sprach damit den zahlreichen jungen und älteren Gemeindemitgliedern aus dem Herzen. Die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand hatte der geborene Dürener beim Erzbistum Köln beantragt, da eine Krebserkrankung und die damit einhergehenden Begleiterscheinungen ihn gezwungen haben, beruflich kürzer zu treten.

Schwerpunkte waren die Kinder

„Als geweihter Priester bleibt man ein Leben lang Seelsorger. Und so werde ich auch weiterhin in begrenztem Maße Messen halten sowie Taufen und Beerdigungen durchführen“, sagte Theisen. Die Dankmesse fand auf den Tag genau 22 Jahre nach seinem Einführungsgottesdienst 1998 als Pfarrer in den Gemeinden Gielsdorf und Impekoven/Oedekoven1998 statt – damals wie jetzt war die Pfarrkirche rappelvoll. Und viele Gläubige und Vertreter von Vereinen und Einrichtungen dankten dem scheidenden Pfarrer für seine Unterstützung und sein Engagement persönlich.

Pfarrer Theisen ist ein „Spätberufener“. Nach dem Fachabitur im Bereich Technik, seiner Wehrpflicht bei der Bundeswehr sowie einem Studium der Sozialarbeit war er bis 1982 in dem Beruf in Düsseldorf tätig. Durch den Katholikentag in Freiburg 1978 habe er eine Vertiefung seines Glaubens erfahren, erzählte Theisen. Aber erst 1983 wechselte er den Beruf. Er begann mit einem Theologiestudium in St. Lambert in Lantershofen (Grafschaft) – die einzige Möglichkeit für Berufstätige, ohne Vollabitur  Priester zu werden –, 1987 folgte ein Praktikum in Kerpen-Türnich, 1988 die Diakonatsweihe und am 16. Juni 1989 die Priesterweihe durch Joachim Kardinal Meisner. Nach sechs Jahren als Kaplan in zwei verschiedenen Gemeinden trat Theisen Anfang 1998 seinen Dienst als Pfarrer für die heutigen Mittelgemeinden gemeinsam mit dem Pastoralteam für die Gemeinden in Alfter an. Von Anfang an hat sich der „Zugezogene“ in seiner neuen Heimat wohlgefühlt. Schwerpunkte seiner Arbeit waren die Kinder in den Gemeinden (Taufen, Kommunionen, Kindergärten, Schulen, Messdiener), die Ökumene und das Gebet (Gottesdienste, Gruppen, Alte, Kranke).

Seelsorger aus Leidenschaft

Mit der Umstrukturierung in eine Pfarreiengemeinschaft wurde aus dem Pfarrer für Gielsdorf sowie Impekoven/Oedekoven ein Pfarrvikar – es kann nur einen leitenden Pfarrer geben -, der allerdings weiterhin als Ansprechpartner für die Menschen seiner drei Ortsgemeinden fungierte. Bis heute ist Theisen Seelsorger aus Leidenschaft, denn „ich bin gerne mit Menschen unterwegs“. In den vergangenen Jahren hat er immer wieder festgestellt, dass sich der Glaube und die Beziehung der Menschen zur Kirche verändert haben. „Heute fällt es vielen Menschen schwer, sich zu orientieren. Früher gab es einen gesellschaftlichen Druck, die Messen am Wochenende zu besuchen. Heute muss man sich eher dafür rechtfertigen. Wir müssen also akzeptieren, dass es andere gesellschaftliche Strukturen gibt. Dazu gehört, den Menschen zuzuhören, Mut zuzusprechen und Antworten auf Fragen der Zeit zu geben“, bilanziert Theisen. Das Denken über den Kirchturm hinaus war ihm vor 22 Jahren schon wichtig. Und das nicht nur ideell. So sollen sich die Menschen mit Auto, Fahrrad oder Öffentlichem Personennahverkehr in der Pfarreiengemeinschaft von A nach B aufmachen.

Die Dankmesse zelebrierte Theisen als Hauptzelebrant im Beisein einiger Amtsbrüder – darunter Pfarrverweser Matthias Genster – selbst. Es war nicht sein letzter Gottesdienst. „Ich bleibe ja weiter ein Pfarrer in Rufbereitschaft. Nur kann ich mir jetzt im Rahmen meiner gesundheitlichen Möglichkeiten die Tätigkeiten aussuchen“.