Kommentar zum Nahverkehr in der Voreifel: Noch mehr Potenzial

Kommentar zum Nahverkehr in der Voreifel : Noch mehr Potenzial

Die Zahlen, die der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) in seinem aktuellen Qualitätsbericht vorlegt, sprechen eine eindeutige Sprache.

Nach den für die Voreifelbahn (S 23) katastrophalen Jahren 2014 und 2015 hat sich die Situation deutlich verbessert. Allerdings war das auch nicht sonderlich schwer: Neue Züge mit gravierenden technischen Mängeln und ein Fahrplan, der nicht eingehalten werden konnte, sorgten bei den Pendlern für reichlich Wut und Frust. So mancher hat der Bahn gar den Rücken gekehrt und ist aufs Auto umgestiegen.

Nun hat sich die Lage also gebessert. Das zeigen die Statistiken zu Verspätungen und Ausfällen, das bestätigen Reisende, die regelmäßig in den Zügen der Voreifelbahn unterwegs sind. In gewisser Hinsicht können sich die Pendler dazu auch selbst auf die Schulter klopfen. Schließlich hat die Gruppe „Eifelpendler“ um Initiatorin Gaby Cremer nicht locker gelassen. Immer wieder haben Pendler bei den Verantwortlichen beim NVR, der Bahn und in der Politik auf Missstände aufmerksam gemacht und Konsequenzen gefordert. Dazu kam eine kleine Demonstration vor der NVR-Zentrale in Köln und ein denkwürdiger Abend Ende Januar 2015, als ein hoher Bahnmitarbeiter im Euskirchener Cityforum den genervten Reisenden kleinlaut Rede und Antwort stand. Die Situation auf der Voreifelstrecke hat sich auch verbessert, weil Pendler Politik gemacht haben.

Luft nach oben gibt es allerdings immer. Die Strecke zwischen Bonn und Euskirchen krankt etwa weiter daran, dass Teilstücke nur eingleisig sind. Solche Engstellen sind immer eine potenzielle Quelle für größere Probleme. Schließlich muss ein Zug aus der einen Richtung vor einem eingleisigen Abschnitt auf einen verspäteten Zug aus der anderen Richtung warten. Ein zweigleisiger Ausbau der Engstellen ist indes allerhöchstens nur leise in der Ferne erklingende Zukunftsmusik. Deutlich konkreter sieht es aber in Sachen Elektrifizierung aus. Hier ist bekanntlich eine Machbarkeitsstudie in Arbeit. Mit Strom betriebene Züge könnten die Strecke mit ihren vielen Haltestellen aufgrund ihrer Motorenleistung viel besser als Dieselzüge fahren – ungeachtet der Tatsache, dass mit Sprit betriebene Fahrzeuge aus ökologischen Gründen eh ein Auslaufmodell sein sollten. Die Voreifelstrecke hat das Potenzial, viele Menschen vom Auto auf die Schiene zu bringen. Es lohnt sich, weiter Geld in diese Schienen zu investieren.

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