Nahverkehr im Vorgebirge: Linie 18 soll in Alfter und Bornheim öfter fahren

Nahverkehr im Vorgebirge : Linie 18 soll in Alfter und Bornheim öfter fahren

Die Räte in Alfter und Bornheim befassen sich diese Woche mit einer möglichen Taktausweitung am Wochenende und am Abend.

Das Angebot auf der Stadtbahnlinie 18 soll erneut ausgeweitet werden. Entsprechende Pläne stehen in dieser Woche auf den Tagesordnungen der politischen Gremien Alfters und Bornheims. So schlägt die Bornheimer Stadtverwaltung der örtlichen Politik einen Vorstoß vor, damit die Linie 18 auch in den Abendstunden – nach 20 Uhr bis Betriebsschluss – alle 30 Minuten statt alle 60 Minuten fährt. Die Gemeinde Alfter will sich wiederum dafür einsetzen, dass die Stadtbahnlinie an Wochenenden und vor Feiertagen nachts durchgehend stündlich verkehrt.

Grundlage dafür ist eine Tabelle des Rhein-Sieg-Kreises zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). In dieser listen die Fachleute der Kreisverwaltung auf, welche Verbesserungsmöglichkeiten für die Linien 16 und 18 kurzfristig möglich wären. Als sogenannter Aufgabenträger ist der Kreis für den ÖPNV in den Kreiskommunen zuständig.

Nach Angaben von Daniela Blumenthaler von der Kreispressestelle wurden diese Optionen erstmals in einer gemeinsamen Sitzung der Planungsausschüsse der Stadt Bonn und des Kreises im April 2018 vorgestellt. Danach wurden sie in allen zuständigen politischen Gremien beraten und zum Teil beschlossen. So war der Fahrplan der Linie 18 bereits im Dezember 2018 erweitert worden. Seitdem gibt es in Bornheim einen durchgängigen 30-Minuten-Takt samstags zwischen etwa 15 Uhr und 20 Uhr sowie sonn- und feiertags zwischen etwa 10 Uhr und 20 Uhr.

Zuvor hatte es das nur zwischen Bonn und der Haltestelle „Bornheim“ durch Fahrten der Linie 68 gegeben sowie zwischen Brühl-Schwadorf und Köln, wo die Linie 18 schon zuvor häufiger gefahren war. „In der gemeinsamen Sitzung der Planungsausschüsse der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises wurden in der Sitzung am 4. April 2019 erneut Beschlüsse zur Weiterentwicklung des regionalen Stadtbahnnetzes gefasst“, sagt Blumenthaler. Daraus resultieren nun die Vorstöße der Verwaltungen in den beiden Vorgebirgskommunen.

Bornheim: In Bornheim ist die Linie 18 Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung (Mittwoch, 10. Juli, 18 Uhr, Rathaus) sowie einen Tag später im Stadtrat (ebenfalls 18 Uhr, Rathaus). Wie die Verwaltung in der Sitzungsunterlage darlegt, sei ein 30-Minuten-Takt ein „Mindeststandard.“ Würde dies so beschlossen, fielen besagte (Verstärkungs-)Fahrten der Linie 68 bis zur Haltestelle „Bornheim“ weg und weitere Verbindungen der Linie 18 führen durch. Profitieren würden davon Reisende an den Haltestellen in Dersdorf, Waldorf, Merten und Walberberg, wo die Linie 68 bislang nicht hält. Allerdings wäre das für die Stadt mit zusätzlichen Kosten verbunden. Nach Angaben der Stadt würde Bornheim dann 40 000 Euro jährlich mehr über die sogenannte ÖPNV-Umlage (siehe Kasten) an den Kreis bezahlen. Aktuell liegt diese bei rund zwei Millionen Euro im Jahr. Für eine solche Taktausweitung ist indes nicht nur ein Beschluss des Bornheimer Stadtrats, sondern in der Folge ein ebensolcher auf Kreisebene notwendig.

Alfter: Eine wie von Bornheim gewünschte Taktausweitung hätte für Alfter keine finanziellen Auswirkungen. Schließlich würde lediglich die bereits durch Alfter fahrende Linie 68 mit durchgehenden Fahrten der Linie 18 ersetzt. Bezahlen müsste die Gemeinde hingegen, wenn der im Raum stehende stündlich durchgehende Nachtverkehr kommt. Nach Gemeindeangaben wären das 3000 Euro im Jahr. Aktuell liegt Alfters ÖPNV-Umlage bei jährlich 695 000 Euro. Auch diese Entscheidung müsste letztlich vom Kreis final getroffen werden. Und auch die Städte Bonn und Bornheim haben ein Wörtchen mitzureden, da die zusätzlichen Züge nachts ja auch durch ihr Stadtgebiet führen. Berechnungen zufolge kämen auf Bornheim dafür 15 000 Euro mehr im Jahr zu. In Alfter wird über die Linie 18 in der Sitzung des Gemeinderats (Donnerstag, 11. Juli, 17 Uhr, Rathaus) gesprochen.

Weitere Verbesserungen sind perspektivisch möglich – etwa der von vielen Menschen geforderte Zehn-Minuten-Takt, entweder nur in den sogenannten Hauptverkehrszeiten morgens und nachmittags beziehungsweise am Vorabend oder auch komplett tagsüber. Allerdings dürfte das nicht ohne einen zweigleisigen Ausbau der Strecke auf Bornheimer Gebiet möglich sein. „Dieser Takt wäre auf der Bestandsstrecke rein rechnerisch, aber niemals betrieblich möglich“, sagt Kreissprecherin Daniela Blumenthaler. Die dafür angedachte Machbarkeitsstudie (der GA berichtete) ist nach Blumenthalers Angaben kurz vor der Auftragsvergabe.