Alternative Bestattungsform: Letzte Ruhestätte unter Bäumen in Alfter

Alternative Bestattungsform : Letzte Ruhestätte unter Bäumen in Alfter

Der Heimat- und Naturschutzverein Oedekoven will einen Bereich auf dem Friedhof für besondere Beerdigungen gestalten. Dort soll auch eine Bestattung unter Bäumen möglich sein.

Eine letzte Ruhestätte nicht in einem klassischen Grab, sondern am Fuße eines Baumes. Für mehr und mehr Menschen ist diese Form des Begräbnisses eine Option. Solch eine naturnahe letzte Ruhestätte könnte es bald auf dem Oedekovener Friedhof am Jungfernpfad geben. Möglich macht es der neue Heimat- und Naturschutzverein im Ort (siehe Kasten). Start soll im Herbst sein.

Das große Projekt der Engagierten war bereits vor der Vereinsgründung die Umgestaltung des gesamten Areals am Jungfernpfad – zwischen Friedhof, ehemaliger Hauptschule und der Straße – zu einem naturnahen Erlebnisraum für Jung und Alt. Man habe sich überlegt, was man innerhalb dessen als Erstes angehen könnte, sagt Sabina Glasmacher, Beisitzerin im Vereinsvorstand, im Gespräch mit dem General-Anzeiger.

Sie interessiere sich auch persönlich für Baumbestattungen, und als man den Friedhof einmal in Augenschein genommen habe, sei man auf diese Idee gekommen. Außerdem sei es von der Umsetzung her überschaubar, meint Glasmacher.

Sodann wandten sich die Vereinsmitglieder mit einem Bürgerantrag an die Gemeinde. Bei dieser und der Politik stieß man auf offene Ohren. Anfang April gab der zuständige Haupt- und Finanzausschuss dem Ansinnen einstimmig statt. Zumal es ein solches Angebot auf dem Oedekovener Friedhof bereits gibt. „Wir haben dort bereits einen Baum, an dem Bestattungen stattfinden können“, erläutert Oedekovens Ortsvorsteherin Brigitte Schächter, die auch stellvertretende Heimat- und Naturschutzvereinsvorsitzende ist.

Pflanzung von Rotbuche, Eiche und Hainbuche

Nach den Vorstellungen des Vereins soll der Bereich ein ästhetischer Anziehungspunkt werden. Drei weitere Bestattungsbäume sollen gepflanzt werden – „etwas Edles“, sagt Schächter und nennt Rotbuche, Eiche und Hainbuche. Aber nicht nur das.

Glasmacher erläutert, dass sie Rücksprache mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) gehalten habe und nun auch Blumen gepflanzt werden sollen – wahrscheinlich Krokusse. Im September soll gepflanzt werden. Vorgesehen dafür ist eine Fläche im Erweiterungsbereich des Friedhofs, etwa auf Höhe des katholischen Pfarrzentrums.

„Wir wären dankbar, wenn wir dafür tatkräftige Helfer fänden“, sagt Glasmacher. Und da wäre noch etwas, so Schächter. „Es wäre schön, wenn der Schotterplatz noch wegkäme“, sagt sie mit Verweis auf die Kiesfläche in unmittelbarer Nähe zu dem Bereich, der einmal der Baumbestattungshain werden soll.

Zugleich hat der Oedekovener Heimat- und Naturschutzverein ein zweites Teilprojekt am Jungfernpfad in Arbeit. Wie der Vereinsvorsitzende Detlef Nath berichtet, soll auf einer Fläche des Areals – neben der Friedhofserweiterung – ein kleiner Treffpunkt entstehen; mit zwei Bänken, Bäumen, einem Mäuerchen sowie einem Schaukasten, in dem der Verein sich und seine Arbeit vorstellen will. Nath rechnet mit Baukosten in Höhe von 3700 Euro. Dies wird man aber nicht alleine stemmen müssen. Laut Nath gibt das Land NRW über einen sogenannten Heimatscheck 2000 Euro dazu.

Menschen, die bei der Anlage des Baumbestattungshains helfen möchten, können sich an Sabina Glasmacher, (0228) 61 40 27, oder Brigitte Schächter, (0228) 64 54 38, wenden.