Zwischen Alfter und Roisdorf: Lärmschutz an Bahnstrecke kostet 4,5 Millionen Euro

Zwischen Alfter und Roisdorf : Lärmschutz an Bahnstrecke kostet 4,5 Millionen Euro

Bis Mai 2020 müssen sich die Anwohner der Bahnstrecke zwischen Alfter und Roisdorf noch gedulden. Nach Jahrzehnten des Wartens sollen dann die 2,4 Kilometer langen Bauten stehen.

Die direkten Anwohner der Eisenbahnstrecke in Alfter-Ort und Roisdorf werden sich an Baulärm gewöhnen müssen. Doch vermutlich werden sie diesen gerne hinnehmen. Schließlich sollen die Arbeiten sie von einem anderen Krach befreien – dem, der durch die vorbeifahrenden Züge verursacht wird. Am Dienstag waren Vertreter der Deutschen Bahn, die Bürgermeister der Gemeinde Alfter und der Stadt Bornheim sowie Vertreter der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik nach Roisdorf zum symbolischen ersten Spatenstich zum Bau der lang ersehnten Lärmschutzwände gekommen.

Tatsächlich hatten die Arbeiten bereits vor einigen Wochen begonnen. Wie berichtet, baut die Bahn drei Wände mit einer Gesamtlänge von knapp 2,4 Kilometer: von der Mörnerstraße bis kurz von den Herseler Weg, von der Custorstraße bis zum Rosental sowie vom Herseler Weg bis zum Buschdorfer Weg. Im Mai 2020 soll das Ganze abgeschlossen sein, nach eigenen Angaben gibt die Bahn dafür 4,53 Millionen Euro aus. Zum Vergleich: Vor etwa einem Jahr hatte die Kostenschätzung noch bei rund 3,7 Millionen Euro gelegen. Das Geld stammt aus einem Bundesprogramm zur Lärmsanierung. Ebenso will die Bahn ab 2020 rund 51.000 Euro in den Schallschutz an Häusern entlang der Strecke investieren – für schalldämmende Fenster und Lüfter.

Mit den Maßnahmen würden mehr als 260 Wohneinheiten erheblich vom Lärm entlastet, sagte Werner Lübberink, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn für NRW. Er wolle sich dafür starkmachen, dass mehr in die Bahninfrastruktur im Bundesland investiert wird und sprach von einem „Wiederaufbau West“.

Er hoffe darauf, dass künftig auch Häuser von Schallschutzmaßnahmen profitieren könnten, die bislang nicht zum Zuge gekommen seien, meinte Lübberink. Ebenso bot er Bornheims Bürgermeister Wolfgang Henseler (SPD) an, über die Sanierungsperspektiven für den Roisdorfer Bahnhof zu sprechen. „Wenn Sie möchten, kommen wir gerne vorbei“, so Lübberink zu Henseler.

Symbolischer Spatenstich

Zuvor hatte das Bornheimer Stadtoberhaupt unter anderem die Situation des Roisdorfer Bahnhofs angesprochen. Mit den Plänen zur Umgestaltung des Bahnhofsumfelds und den begleitenden Bürgerwerkstätten erbringe Bornheim seinen Anteil zur Neugestaltung des Areals, befand Henseler. Den symbolischen Spatenstich nannte er einen „wunderschönen Termin“. Die Anlieger hätten viele Jahrzehnte auf die Lärmschutzwände gewartet. Nicht nur die Reden von Lübberink und Henseler, auch die Worte von Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher (CDU) wurden mehrfach vom Lärm vorbeifahrender Züge unterbrochen. „Wenn heute die Eisenbahn erfunden würde, würde es uns noch planerisch gelingen, sie in die Zentren zu bekommen?“, fragte Schumacher. Und fügte postwendend hinzu: „Die Antwort ist nein.“ Schumacher zufolge ist der Bau der Lärmschutzwände auch ein Ausdruck interkommunaler Zusammenarbeit.

Unter den Gästen waren ferner die Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen (CDU) und Nicole Westig (FDP) sowie der Landtagsabgeordnete Oliver Krauß (CDU). Laut Krauß berücksichtigt der Bau der Lärmschutzwände nicht den Platz, den ein mögliches weiteres Gleis brauchen würde. Darüber wird bekanntlich diskutiert. Sollte irgendwann ein weiteres Gleis zur Entlastung der linksrheinischen Strecke gebaut werden, müssten die Lärmschutzwände möglicherweise versetzt werden. Man habe mit deren Bau aber nicht mehr länger warten können, sagte Krauß.

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