Nahverkehr im Vorgebirge: Krankheitswelle bei den SWB sorgt für Probleme

Nahverkehr im Vorgebirge : Krankheitswelle bei den SWB sorgt für Probleme

Bus- und Bahnnutzer in Bornheim und Alfter müssen durch Personalmangel und eine Baustelle mehr Verspätungen und Ausfälle der Linien 68 und 633 hinnehmen.

Das Unverständnis vieler Bus- und Bahnnutzer wächst. In den vergangenen Wochen häuften sich Verspätungen und Ausfälle im Bornheimer und Alfterer Raum. „Die Stadtwerke Bonn (SWB) könnten sich viel Ärger und Arbeit ersparen, wenn sie die Linie 68 offiziell aus dem Betrieb nehmen. Das wäre ehrlicher, nicht nur den Kunden gegenüber, die manchmal noch in der Hoffnung kommen, dass vielleicht doch eine Bahn kommt, sondern auch den Kommunen Alfter und Bornheim gegenüber, die die Linie bestellt haben“, äußerte sich Matthias Wingenbach, Ratsmitglied der CDU Bornheim.

Er spielt auf einen Fahrplanwechsel ab Dezember an. Ab Ende dieses Jahres soll die Stadtbahnlinie 18 durchgehend im 30-Minuten-Takt an Samstagnachmittagen, Sonn- und Feiertagen bis etwa 20 Uhr fahren und somit die Fahrten der Linie 68 ersetzen. „Die Linie 68 aber wird nicht abgeschafft. Das Ziel ist es, die Haltestellen zwischen Bornheim und Köln besser zu bedienen. Die Linie 68 fährt ja nur zwischen Bonn und Bornheim. Das Angebot wird für die Fahrgäste optimiert“, äußerte sich ein Sprecher der SWB. Weil die Probleme laut Wingenbach aber über einen längeren Zeitraum auftraten, konnte er beobachten, wie die Leute am Bahngleis sichtlich weniger wurden. „Viele gehen anscheinend gar nicht mehr davon aus, dass die Linie fährt und nutzen direkt die Linie 18.“

Fehlende Information der Fahrgäste

Ihn ärgern aber vor allem die nicht kommunizierten Ausfälle: „Laut Fahrplan soll die Linie 68 morgens und nachmittags zwei Mal eingesetzt werden. In der Realität sieht es anders aus, und Durchsagen werden keine getätigt.“ Ähnlich geht es Barbara Görres aus Alfter: „In den letzten Septemberwochen kam es täglich dazu, dass eines unserer Kinder einen Teil des Schulwegs zu Fuß zurücklegen musste“, erzählt sie. Dies hätte insbesondere den Teil zwischen dem S-Bahnhof Duisdorf und ihrem Wohnort Gielsdorf betroffen, den eigentlich die Buslinie 633 abdeckt. „Für Oberstufenschüler, die oft zum Nachmittagsunterricht zurück in die Schule müssen, wird das zu einem Problem, da Zeiten kaum noch planbar sind“, so Görres.

Auf Nachfrage des General-Anzeigers erklärte ein SWB-Sprecher: „Tatsächlich gab es in den beiden letzten Septemberwochen eine höhere Ausfallquote auf der Buslinie 633 und der Stadtbahnlinie 68. Wegen einer Baustelle zwischen Bornheim und Sechtem standen einige Fahrten der Buslinie 633 im Stau.“

Aufgrund gesetzlicher Ruhezeiten wären einige Fahrer gezwungen gewesen, außerplanmäßige Pausen einzulegen, die zu den Ausfällen führten. Außerdem wären die Ausfälle einer Krankheitswelle geschuldet. Da sich die Personalsituation wieder entspannt habe, hoffen die SWB, künftig größere Ausfälle zu vermeiden.

Doch auch die Kommunikationsweise von einzelnen SWB-Mitarbeitern fand Barbara Görres nicht in Ordnung: „Eine Entschuldigung oder ein Lösungsvorschlag fehlten völlig. Auch eine Nachfrage im Info-Bereich am Bonner Hauptbahnhof war nicht hilfreicher. Informationen zur Mobilitätsgarantie wurden nur auf ausdrückliche Nachfrage gegeben.“

In Nordrhein-Westfalen können Fahrgäste nämlich bei Verspätungen oder Ausfällen die Mobilitätsgarantie in Anspruch nehmen(siehe Infokasten). „Wenn jedoch 20 Minuten später die nächste Bahn kommt, ist es kaum möglich das für sich zu nutzen“, sagte Wingenbach.

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