Gläubige im Vorgebirge: In Alfter gibt es immer weniger Kirchgänger

Gläubige im Vorgebirge : In Alfter gibt es immer weniger Kirchgänger

Beim Neujahrsempfang der Pfarreiengemeinschaft in Witterschlick geht es angesichts massiver gesellschaftlicher Veränderungen um das künftige Gemeindeleben. Die Anzahl der Gottesdienstbesucher nimmt ab.

Die kommenden Jahre seien in Alfter eine Zeit des Aufbruchs. Das machte Rainald M. Ollig, Dechant im Dekanat Bornheim und leitender Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft, in seiner Rede beim Neujahrsempfang im Pfarrzentrum von St. Lambertus Witterschlick deutlich. Zum einen sei die Bandbreite kirchlicher oder der Kirche nahe stehender Gruppen vorhanden, und auch Glaube und Religion hätten im Vorgebirge noch „einen guten Bodensatz“. Zum anderen jedoch würde die Anzahl der Gottesdienstbesucher und der in den Gemeinden engagierten Gläubigen immer mehr abnehmen.

So gebe es in Alfter eine Erhaltungs-Mentalität, die sich als Macher verstehe, aber die Quelle des Tuns – Jesus Christus und den Glauben an ihn – aus dem Blick verliere und dabei spirituell immer leerer werde. „Wir verstehen partout nicht, was uns die massiven gesellschaftlichen und vor allem religiös-kirchlichen Veränderungen, die wir alle spüren, sagen und wie wir damit umgehen sollen“, meinte Ollig. Er appellierte an die Gäste und die Vertreter aus den verschiedenen Gremien, sich aktiv am Prozess der Veränderung, der anstehe, zu beteiligen.

Klausurtagung soll Ziele festlegen

Über künftige Ziele und Visionen will das Pastoralteam gemeinsam mit dem Pfarrgemeinderat (PGR) und den Pfarrausschüssen in einer Klausurtagung im Februar nachdenken. Bis dahin soll ein neuer PGR-Vorsitzender gewählt worden sein. Seit November gehören dem Gremium neben Martin Zielinski auch Carsten Falkenbach, Jan Klencz, Christian Lanzrath, Matthias Molzberger, Sylvia Rieks, Holger Scherer, Peter Simon und Martina von Andrian an.

Bekanntgegeben wurden beim Neujahrsempfang überdies die guten Ergebnisse der Sternsingeraktion und des vorweihnachtlichen Weihnachtsbaumkugelverkaufs. Alles in allem kamen in den fünf Ortsteilen rund 22 000 Euro zusammen. Der Verkauf von Weihnachtsbaumkugeln und Plätzchen erbrachte 3900 Euro, die einer Schule in Kashitu im nördlichen Sambia zugute kommen. Mithilfe der Summe wird die Schulspeisung für etwa 300 Mädchen und Jungen sichergestellt. Auch sollen eine Spüle und Stühle für zwei Klassenräume angeschafft werden.

„Tausend Dank für die tolle Unterstützung“, freute sich Franzis Steinhauer, Leiterin der Öffentlichen Bücherei St. Matthäus Alfter und Mitglied im Verein „Lebensbrunnen für Afrika“. Zweck des Vereins, der seinen Sitz in Hannover hat, sind die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit und vor allem die Verbesserung der Lebensverhältnisse und der Wasserversorgung in Afrika generell, vornehmlich aber in der Region Kashitu.

Die musikalische Gestaltung des Empfangs übernahm der Kinderchor Oedekoven um Leiter René Breuer.

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