„Grüner Weg“ über den Hünesbach: Hohe Kosten für kleine Brücke in Volmershoven

„Grüner Weg“ über den Hünesbach : Hohe Kosten für kleine Brücke in Volmershoven

Die kleine Brücke, die den Grünen Weg über den Hünesbach leitet, muss ersetzt werden. Das sollte ursprünglich 170.000 Euro kosten. Jetzt geht die Gemeinde davon aus, dass das Bauwerk in Volmershoven 350.000 Euro teuer wird.

Die kleine Brücke, die den Grünen Weg über den Hünesbach leitet, wird für die Gemeinde Alfter richtig teuer. Das geht aus den Unterlagen zur nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses hervor. In diesen schreibt die Gemeindeverwaltung, dass der Ersatz des vorhandenen Bauwerks in Volmershoven nunmehr 350.000 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) kostet. Zur Erinnerung: Im November 2017 war ein externer Experte noch von 268.000 Euro ausgegangen.

Zu einem früheren Zeitpunkt hatte gar lediglich eine Summe von 170.000 Euro im Raum gestanden. Die Politik muss nun entscheiden, ob sie die Brücke für 350.000 Euro bauen lassen will. Konkret geht es in der Ausschusssitzung darum, die Mehrkosten im zweiten Nachtragshaushalt der Gemeinde für 2017/18 zu genehmigen. Auch dieser Nachtragshaushalt steht auf der Tagesordnung der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Bereits im Mai 2016 wurde die Brücke als nicht stand- und verkehrssicher eingestuft. Ende November 2017 hatte Ingenieur Frank Miebach aus Lohmar im zuständigen Ausschuss für Gemeindeentwicklung die Pläne für einen Neubau vorgestellt: Der Holzbetonverbundbau mit einem umfangreichen Fundament soll eine Tragfähigkeit von 60 Tonnen und eine Lebenszeit zwischen 70 und 80 Jahre haben. Nach der Ausschreibung habe sich allerdings gezeigt, „dass die eingegangenen Angebote mit der aufgestellten Kostenschätzung nicht deckungsgleich sind und die geschätzte Auftragssumme erheblich übersteigen“, wie es in den Sitzungsunterlagen heißt – und das, obgleich eine „überdurchschnittliche Teuerungsrate im Bauwesen“ bereits berücksichtigt worden sei.

Die Politik hat das letzte Wort

Laut Verwaltung liegt das wirtschaftlichste Angebot bei 294.000 Euro, zuzüglich Mehrwertsteuer macht das rund 350.000 Euro. Dazu kommen die bereits bezahlten Kosten für Planungs-, Vermessungs- und Ingenieursleistungen in Höhe von rund 63.000 Euro. Den Ausführungen der Verwaltung zufolge bedingen sich die Mehrkosten durch die aktuell florierende Bauwirtschaft, in der „nach langen Jahren schwacher Nachfrage und spürbarem Kapazitätsabbau ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen“ sei.

Firmen könnten „mangels Auftragsdruck von spürbaren Gewinnsteigerungen profitieren“, heißt es in den Sitzungsunterlagen weiter. Bei der Ausschreibung habe sich gezeigt, dass verschiedene Preise für Einzelpositionen deutlich über Vergleichswerten lägen, aber „mit gestiegenen Materialkosten nicht wirklich zu begründen“ seien. Anders ausgedrückt: Die Bauunternehmen könnten aufgrund der guten Auftragslage die Preise diktieren.

Ob die Brücke nun zu diesem Preis gebaut wird oder nicht, liegt in der Entscheidungsgewalt der Alfterer Kommunalpolitik. Wie die Verwaltung in den Sitzungsunterlagen deutlich macht, ist sie bereit, den Preis zu zahlen. Einerseits sei bei einer Neuausschreibung – es hätten sich nur zwei Unternehmen gemeldet – kein günstigeres Angebot zu erwarten. Andererseits werde die Brücke aufgrund der anstehenden Sanierung der Kottenforststraße in Volmershoven als Ausweichstrecke für den Verkehr benötigt. Die Politik hat nun das letzte Wort.

Der Alfterer Haupt- und Finanzausschuss tagt am Donnerstag, 12. April, ab 18 Uhr im Oedekovener Rathaus. Die Sitzung ist teilweise öffentlich.

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