Kirche in Alfter: Gläubige wünschen sich besseres Gemeindeleben

Kirche in Alfter : Gläubige wünschen sich besseres Gemeindeleben

Eine Zukunftswerkstatt der Pfarreiengemeinschaft Alfter wirbt um Mitstreiter. Im Gespräch sind mehr Aktivitäten für junge Familien, aber auch ein regelmäßiger Kaffeeklatsch am Sonntagnachmittag.

Viele Ideen, drei konkrete Projekte: Sechsmal hatten in den vergangenen Monaten Engagementförderin Elke Friedrich und Diakon Martin Sander vom Pastoralteam auf Anregung des Pfarrgemeinderates zu Zukunftstreffen in allen Kirchengemeinden der Pfarreiengemeinschaft Alfter eingeladen. Rund 120 Gläubige hatten bei diesen Gelegenheiten ihre Wünsche zu einem verbesserten Gemeindeleben eingebracht. 257 Vorschläge – viele mehrfach – waren eingegangen.

Nach einer Sichtung durch den Pfarrgemeinderat kristallisierten sich in den Bereichen Gemeinschaft, Gottesdienste, Öffentlichkeitsarbeit und Glaube/Spiritualität mehr Aktivitäten für junge Familien, eine stärkere Einbindung des Kindergartens, eine lebendigere Gottesdienstgestaltung, eine verbesserte Kommunikation in der Öffentlichkeit und mehr Spiritualität heraus.

Die Themen stellten Sander und Friedrich nun in einer Gemeindeversammlung rund 25 Gemeindemitgliedern zur Diskussion. Ziel war es, Akteure für die Umsetzung zu gewinnen. Bereits eingangs machte Sander deutlich, dass nicht alles sofort umgesetzt werden müsste. „Wenn ein Vorschlag brach liegt, dann ist das erst einmal so. Das kann sich ja jederzeit ändern, da keine Idee umsonst sein soll.“

Für drei Projekte fanden sich Unterstützer. So erklärten sich zwei Frauen bereit, einen regelmäßigen Kaffeeklatsch am Sonntagnachmittag im Alfterer Pfarrzentrum zu installieren. Das gemütliche Beisammensein soll im Herbst starten, Helfer für die Ausrichtung werden noch gesucht. Mit Neuerungen auf der Homepage wird sich der Pfarrgemeinderat in seiner letzten Sitzung vor den Sommerferien beschäftigen.

Weitere Diskussion im Pfarrgemeinderat und diversen Gremien

Im Bereich Gottesdienste waren sich die Alfterer einig, dass der frühere Witterschlicker Gottesdienst „Ja zu Gott“ am Sonntagabend wieder eingeführt werden soll. „Das wird aber frühestens im Herbst sein, denn im September tritt Pfarrvikar Stefan Lischka seinen Dienst an. Da müssen wir erst einmal sehen, wie sich das einspielt“, gab Sander zu Bedenken. Bei den beliebten Pilgerfahrten sollen sich die Organisatoren künftig besser abstimmen. „Da brauchen wir eine Linie“, betonte Sander.

Noch ist das Engagement der Gläubigen, sich aktiv ins Gemeindeleben einzubringen, eher verhalten. Sander: „Wir müssen einen Weg finden, die Leute, die Ideen geäußert haben, zu begeistern.“ Die bisherigen Punkte werden im Pfarrgemeinderat und den verschiedenen Gremien noch einmal besprochen und auf ihre Realisierbarkeit überprüft.

Mit dem bisherigen Ergebnis zeigte sich der Diakon mehr als zufrieden. Für ihn steht fest, dass mit der Gemeindeversammlung die Zukunftswerkstätten nicht zu Ende sind. Denn die Veränderungen seien ein laufender Prozess, über den die Gemeindemitglieder weiterhin in regelmäßigen Abständen informiert würden – sei es per Newsletter oder in unregelmäßig stattfindenden Versammlungen.

Die Gemeindetreffen findet Marieta Thenée, die seit 20 Jahren Exerzitien im Gemeindezentrum in Oedekoven anbietet, sehr sinnvoll. Denn „bei solchen Versammlungen bekomme ich mit, was es gibt und was gewünscht wird“.

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