Planung: Gewerbepark Alfter-Nord soll um 28 Hektar wachsen

Planung : Gewerbepark Alfter-Nord soll um 28 Hektar wachsen

Auf dem Areal zwischen Bonn und Bornheim könnten sich kleines Gewerbe, Dienstleister und Gastronomie, aber auch größere Unternehmen ansiedeln. Die Parzellen sind bis zu 25.000 Quadratmeter groß.

Es ist der Startschuss zur Erweiterung des Gewerbegebiets Alfter-Nord. Bei zwei Gegenstimmen der Freien Wähler und einer Enthaltung durch Sonia Teimann (Grüne) hat der Alfterer Ausschuss für Gemeindeentwicklung die Aufstellung des Bebauungsplans für die Erweiterung des Gewerbegebiets Alfter-Nord um den sogenannten Teilbereich 2 beschlossen. Dieser umfasst ein 48 Hektar großes Gebiet zwischen den Grenzen zu Bonn und Bornheim, der Umgehungsstraße L183n und den Eisenbahnschienen. Von diesen 48 Hektar sollen 28 Hektar zu Bauflächen werden.

Die Alfterer Politik befasst sich seit Längerem mit dem Gewerbegebiet Alfter-Nord, das unmittelbar an das Roisdorfer Gewerbegebiet grenzt. Das gesamte Areal in Alfter unterteilt sich in drei Bereiche (siehe Grafik): Teilbereich 1 ist bereits komplett bebaut. Für Teilbereich 1a läuft das Bebauungsplanverfahren, für Teilbereich 2 wurde dieses nun angestoßen.

Im Ausschuss erläuterte Stadtplaner Hermann Ulrich, was im Teilbereich 2 passieren soll. Er sprach unter anderem von einer interkommunalen Erschließungsstraße als Verbindung der Hohe Straße in Bonn-Tannenbusch mit der Alexander-Bell-Straße in Bornheim-Roisdorf. Da sich diese Straße in einem Bogen durch das Gebiet schwingen soll, wird Teilbereich 2 verwaltungsintern auch „Swing“ genannt. „Sehr gerne würden wir eine Buslinie konzipieren, vielleicht mit zwei bis drei Haltestellen“, führte Ulrich dann weiter aus.

Gemeinsame Strategie mit Bonn und Bornheim

Die angebotenen Parzellen sollen dem Planer zufolge unterschiedlich groß sein. In der Mitte des Areals, um den Herseler Weg, soll ein sogenanntes Dorf entstehen. Hier sollen sich den Vorstellungen des Planers zufolge kleine Gewerbe, Dienstleister, Freiberufler und auch gastronomische Angebote ansiedeln.

In den anderen Flächen von Teilbereich 2 sollen Parzellen zwischen 5000 und 25.000 Quadratmetern geschaffen werden – womöglich auch noch größer. Laut Ulrich ist Flexibilität das Stichwort. Weiter sprach er von einer „gemeinsamen Ansiedlungsstrategie“ mit Bonn und Bornheim. Es gebe bereits Gespräche auf verschiedenen Ebenen, so Ulrich. „Das ist ein wichtiges Pilotprojekt für die Region“, befand er.

Barthel Schölgens (CDU) lobte die Pläne. „Die 'Dorfstraße' ist eine interessante Bereicherung für dieses Gebiet“, sagte er. Mit Blick auf den großen Druck in der Region, Gewerbeflächen zu schaffen, sei es wichtig, mit den Nachbarkommunen „vernünftige Absprachen“ zu treffen. Im weiteren Verlauf der Debatte nannte Schölgens das Gewerbegebiet dann noch ein „Vorzeigeprojekt“ für die Region.

Grüne lehnen Logistiker ab

Ganz so euphorisch gab sich Wilhelm Windhuis (Grüne) nicht. Da die Region eine Wachstumsregion sei, müssten die Grünen auf den Zug aufspringen und Gewerbegebiete mitentwickeln. Weiter kam er auf die im Gebiet vorhandenen Böden zu sprechen. Die ehemaligen landwirtschaftlichen Flächen seien hochwertig, weswegen dort auch nur hochwertiges Gewerbe angesiedelt werden solle. „Wir wollen nicht den Schrott, der in Bonn nicht zum Zug kommt“, sagte Windhuis. „Wir haben kein Interesse, gute landwirtschaftliche Böden zu opfern, um großflächige Logistiker dort anzusiedeln“, ergänzte sein Fraktionskollege Michael Schroerlücke.

Stadtplaner Ulrich meinte, dass man sich einen „exzessiven Logistiker“ dort nicht vorstellen könne. Claudia Gerhardi, Leiterin des Fachbereichs Planen, Entwickeln, Bauen bei der Gemeinde, stellte einen Leitfaden in Aussicht, mittels dessen die Ansiedlung gesteuert werden könne. Ihrer Aussage nach gibt es in dem Gebiet „Böden, die eine Wertigkeit besitzen“. Allerdings ziehe sich die Landwirtschaft seit zwei Jahrzehnten von dort zurück, und es gebe große Brachflächen.

Ähnlich argumentierte SPD-Ratsherr Fridhelm Marx. Die Böden würden von der Landwirtschaft nicht mehr nachgefragt. Die jetzige Entwicklung sei gut. Das sah auch Paul Breloh (FDP) so. Der Entwurf für das Gewerbegebiet zeichne sich durch eine hohe Qualität aus. „Die FDP steht voll dahinter“, unterstrich er.

Massive Kritik an dem Gewerbegebiet kam von den Freien Wählern. Ratsfrau Sandra Semrau prangerte erneut die Versiegelung der Flächen an: „Wir lassen den nachfolgenden Generationen nichts mehr übrig.“ Weiter wollte sie wissen, was die Gemeinde und die Alfterer Bevölkerung von dem Gebiet haben. Es gebe keinerlei Aussagen über die Wirtschaftlichkeit. Laut Semrau betrachten die Freien Wähler das Projekt nicht grundsätzlich ablehnend, stimmen in diesem Fall aber nicht zu.