Bürgerversammlung in Alfter zur Flüchtlingssituation: Gemeinde will schnell Wohnraum schaffen

Bürgerversammlung in Alfter zur Flüchtlingssituation : Gemeinde will schnell Wohnraum schaffen

Mit Blick auf den generell angespannten Wohnungsmarkt und die vielen Flüchtlinge will Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher ein Akutprogramm zur Schaffung von Wohnraum erarbeiten. Das kündigte er am Dienstagabend bei einer Bürgerversammlung an.

Knapp 100 Menschen waren dazu in den Oedekovener Ratssaal gekommen. Der Wohnraum sei knapp, und durch die Flüchtlinge werde die Situation noch verschärft, so Schumacher. Ziel des Programms sei es, durch "die Einbindung verschiedener Akteure" möglichst schnell bezahlbaren Wohnraum in Alfter zu schaffen.

Er verwies darauf, dass das Land NRW über die NRW Bank aktuell sehr gute Konditionen biete, wenn man in Gebäude investiere. Weitere Informationen und einen Beschlussvorschlag wolle er zur Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstag, 17. November, vorlegen.

Darüber hinaus gab Schumacher einen allgemeinen Überblick zur Flüchtlingssituation in Alfter. Nach Angaben der Gemeinde lebten mit Stand vom vergangenen Montag 304 Flüchtlinge in Alfter. Unter ihnen bilden Syrer (66 Personen), Iraker (50 Personen) und Albaner (36 Personen) die größten Gruppen.

"Als Gemeindeverwaltung bewerten wir die Menschen nicht, wir bringen sie unter", sagte Schumacher. Aktuell nutze die Gemeinde 20 Objekte zur Unterbringung der Menschen - eigene und angemietete. In diesem Zusammenhang wiederholte Schumacher seinen Anspruch, nicht auf Turn- oder Mehrzweckhallen zurückgreifen zu müssen.

Die Gemeinde tue alles, um die Hallen frei zu halten. In ihnen spiele sich das Leben von Vereinen, Schulen und Kitas ab, befand er. Wenn die Entwicklung der Flüchtlingszahlen aber so weitergehe, werde man die Nutzung von Hallen irgendwann nicht mehr verhindern können, fügte er allerdings hinzu.

Viele Fragen sind noch zu beantworten

Das Alfterer Schloss solle, wie berichtet, als Notunterkunft für maximal 150 Personen dienen, erläuterte Schumacher den Anwesenden weiter. "Die Menschen bleiben nur kurz dort", sagte er. Sie würden registriert, medizinisch untersucht und nach kurzer Zeit in reguläre Unterkünfte im ganzen Land gebracht.

Vor allem zur Notunterkunft hatten die Besucher der Veranstaltung Fragen. Unter anderem zum beauftragten Wachdienst. "Dieser muss zertifiziert sein", sagte Schumacher. Sonst würde man dafür kein Geld von der Bezirksregierung bekommen. "Der Wachdienst ist dazu da, um das Haus zu bewachen und dafür zu sorgen, dass in der Unterkunft Ordnung herrscht."

Eine Frau erkundigte sich nach dem Denkmalschutz des Schlosses. "Dieser wird eingehalten", versicherte der Bürgermeister. Überdies würden bestimmte Bereiche im Gebäude mit Holzplatten gesichert. "Bei aller Willkommenskultur", merkte eine andere Frau an: "Was kann die Gemeinde hinsichtlich der Abschiebung von nicht anerkannten Flüchtlingen tun?" Schumacher: "Hier kann die Gemeinde nichts tun." Das liege in der Kompetenz des Landes.

Auf die Frage, wie man den Menschen in der Notunterkunft helfen könne, erläuterte Schumacher unter anderem, dass zunächst vor allem Sachspenden benötigt würden. Daher rufe die Gemeinde auch dazu auf, Bettwäsche, Bettlaken, Handtücher, Decken und Koffer zu spenden. Abgegeben werden könnten die Sachen im Sozialamt im Rathaus.

Selbstredend würde auch weiterhin Wohnraum gesucht. Auch gab Schumacher den Besuchern einen Gedanken mit auf den Weg. "Suchen Sie Kontakt zu den Menschen. Sie werden erleben, dass Sie eine unglaublich freundliche Rückmeldung bekommen."

[kein Linktext vorhanden]