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Vorgebirge und Voreifel: Für die Eheschließung sind vielfach besondere Orte gefragt

Vorgebirge und Voreifel : Für die Eheschließung sind vielfach besondere Orte gefragt

"Ja, ich will", lautet der entscheidende Satz für Paare, die sich trauen lassen. Doch nicht immer fallen die drei bedeutenden Worte in einem Rathaus.

Die Orte, an denen sich verliebte Paare ihr Eheversprechen geben, sind in Vorgebirge und Voreifel vielfältig. Und die Standesbeamten sind jetzt im April und Mai bis in den September und Oktober hinein, mancherorts auch bis November, sehr gefragt.

  • Alfter: Britta Ewert, seit drei Jahren Standesbeamtin in Alfter, hat nach 40 Trauungen immer noch Herzklopfen, wenn sie ein Brautpaar vor sich sitzen hat. 85 Paare gaben sich 2012 in der Gemeinde das Jawort, zudem wurden zwei Lebenspartnerschaften geschlossen. 2013 waren es 81 Trauungen inklusive einer Lebenspartnerschaft.
  • Die Mehrzahl der Paare (2012: 53; 2013:50) gab sich im modernen, 60 Quadratmeter großen Trauzimmer im Rathaus das Eheversprechen. Zahlreiche Verlobte entschieden sich aber auch für die teurere Trauung im romantischen Bahnhof Witterschlick (2013: 30/2012: 34). Dort kostet die Eheschließung an Samstagen 250 Euro, wochentags 150 Euro zusätzlich.
  • Rheinbach: Ob im Rathaus, Waldhotel, Hexenturm oder unter Wasser im Schwimmbad - in der Glasstadt gibt es viele Möglichkeiten, den Bund fürs Leben zu schließen. Mit 186 Trauungen (drei Lebenspartnerschaften) war 2012 ein Ehe-Rekordjahr für Rheinbach. Der Grund: Viele Bonner wichen laut Stadt wegen Renovierungen am Alten Rathaus in Bonn nach Rheinbach aus. 2013 gaben sich 140 Paare (zwei Lebenspartnerschaften) das Jawort. Immer mehr Paare buchen dazu das Waldhotel (2012: 21; 2013: 25; 2014: voraussichtlich 33).
  • Hier variieren die Preise je nach Umfang der Leistungen. Ein Sektempfang für 14 Euro pro Person ist grundsätzlich vorgesehen. Der Hexenturm bietet Mittelalterfans eine Trauung mit bestimmten Riten (2012 und 2013: jeweils vier). Die Miete kostet 50 Euro für eine Halbtagsveranstaltung. Im Wasserturm im "Monte Mare" traut Bürgermeister Stefan Raetz in Neopren und Hochzeitsanzug höchstpersönlich. Den ungewöhnlichen Dress musste er 2012 aber nur zwei Mal anziehen, 2013 nur einmal. Hier richten sich die Kosten nach dem Umfang der Trauung, einen Einheitspreis gibt es nicht.
  • Meckenheim: In Meckenheim trauten sich im vergangenen Jahr wesentlich mehr Paare zum Standesamt als noch 2012. (2012: 57; 2013: 82). In beiden Jahren wurden keine Lebenspartnerschaften geschlossen. Die meisten Paare wählten für den "schönsten Tag ihres Lebens" das Herrenhaus Altendorf (2012: 46; 2013: 68 Eheschließungen). Die Hochzeit kostet hier zwischen 60 und 260 Euro für die Räumlichkeiten. Wachsender Beliebtheit erfreut sich auch die Burg Lüftelberg der Familie von Jordans (2012: elf; 2013: 14 Paare). 285 Euro kostet die Trauung im Gartensaal des Wasserschlosses. Standesbeamtin Anita Neuenfeldt erinnert sich an manch kuriosen Vorfall. Etwa an ein Paar, das am 10.10.2010 zu seiner Trauung erst gar nicht erschien. "Sie sind aber immer noch zusammen und haben jetzt Zwillinge", erzählt sie schmunzelnd.
  • Swisttal: Geheiratet wird in Swisttal, außer im Rathaus, seit 2001 auf Schloss Miel und seit 2004 auch auf Burg Heimerzheim. "Heiraten ist wieder angesagt", hat Franz-Josef Hartmann, seit fast 40 Jahren Standesbeamter, festgestellt. Waren es 2012 79 Trauungen, davon 36 auf Schloss Miel und 17 auf Burg Heimerzheim, schlossen 2013 schon 102 Paare die Ehe (Miel: 55; Heimerzheim: 19).
  • Auch die Eintragung von Lebenspartnerschaften nahm zu: 2012 war es nur eine, 2013 waren es immerhin drei. Der beliebteste Monat zum Heiraten war in Swisttal 2012 der August, 2013 der Mai. "Die Brautleute wollen ein interessantes Ambiente", sagt Hartmann. Das hat aber auch seinen Preis. Eine standesamtliche Trauung im Roten Salon der Hauptburg von Burg Heimerzheim kostet laut Internetseite 300 Euro. Im Schloss Miel sind für eine standesamtliche Trauung zwischen 195 und 400 Euro zu bezahlen.
  • Bornheim: Zwischen Mai und August wird in Bornheim entweder im Rathaus oder auf dem Fahrgastschiff "Anja" geheiratet. Vereinbarungen mit dem Trimborn-Hof über eine zusätzliche Heiratsmöglichkeit stehen kurz vor dem Abschluss. Während die Eheschließungen 2013 im Vergleich zu 2012 leicht abgenommen haben (2013: 142, 2012:160), stieg die Zahl der Lebenspartnerschaften von fünf (2012) auf sechs.
  • Nur zwei Paare im Jahr 2012 beziehungsweise ein Paar 2013 heirateten auf der "Anja". Laut Stadt fallen für die Trauung auf dem Schiff von Seiten der Stadt Zusatzkosten zwischen 78 und 273 Euro an. Nicht immer geht es bei der Eheschließung "klassisch" zu. So gab sich ein Künstlerpaar vor Jahren in Kartons gekleidet das Jawort; ein anderes heiratete an den tollen Tagen und kam als jeckes "Hänneschen" und "Bärbelchen", heißt es aus dem Rathaus.