Aktuelles Gebäude ist zu klein: Feuerwehrhaus in Alfter soll neu gebaut werden

Aktuelles Gebäude ist zu klein : Feuerwehrhaus in Alfter soll neu gebaut werden

Das Feuerwehrgerätehaus in Alfter-Ort wird abgerissen und neu gebaut. Es ist zu alt, zu klein und zu eng. Eine Übergangslösung wird derzeit gesucht.

Im Ausbildungs- und Versammlungsraum des Feuerwehrgerätehauses von Alfter-Ort gibt es 25 Stühle. Wie Alfters Feuerwehrchef Thorsten Ohm sagt, habe die Löschgruppe aber etwas mehr als 30 Mitglieder. „Es können bei Versammlungen also nicht alle sitzen“, so Ohm. Sicher: Stühle lassen sich leicht organisieren. Die Probleme des Gebäudes an der Steinergasse sind aber größer. So groß, dass Gemeindeverwaltung und Politik den Bau eines neuen Gebäudes vorantreiben. Bis es so weit ist, wird es noch dauern. Das liegt auch daran, dass die Verantwortlichen im Rathaus und bei der Feuerwehr für eine große Herausforderung noch keine Lösung gefunden haben. Aber der Reihe nach.

Das Gerätehaus in Alfter-Ort wurde 1968 erbaut. „Es entsprach damals völlig dem Standard für ein ländliches Feuerwehrgerätehaus“, sagt Ohm. Im Lauf der Jahre sei das Haus selbstredend instand gehalten worden, fügt er hinzu. Allerdings sei nichts Wesentliches verändert worden. Ohm führt in die Fahrzeughalle. Dort stehen ein Mannschaftstransporter (Baujahr 2005) und ein Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahr 2008. Und nicht nur das. In der Halle verteilt stehen die Spinde der Feuerwehrleute. Wenn es zum Einsatz geht, müssen sie sich in der Fahrzeughalle umziehen. Sie laufen kreuz und quer. Während die einen bereits umgezogen und zu den Fahrzeugen unterwegs sind, treffen andere vielleicht erst ein. Das berge eine Unfallgefahr, weil es viel zu eng sei, so Ohm. Zum Beleg öffnet er die Beifahrertür des Transporters. Zwischen der Tür und einer Spindreihe ist kein Durchkommen mehr. „Die Feuerwehrleute arrangieren sich mit dem Zustand“, sagt der Wehrleiter.

So auch mit der Tatsache, dass es nur für das Löschfahrzeug eine Anlage zum Absaugen der Dieselabgase gibt. Das Auto ist überhaupt eine imposante Erscheinung. Laut Ohm wiegt es rund 14 Tonnen. Das wiederum ist ein Problem für die Statik des unterkellerten Gebäudes. 1968 habe das erste Löschfahrzeug rund fünf Tonnen gewogen, erläutert Ohm. Mit dem Gewicht heutiger Fahrzeuge habe damals niemand gerechnet. Ebenso nicht mit der Größe. Das Löschfahrzeug passt gerade so durch das Hallentor. Bei der Anschaffung habe man auf den Zentimeter gerechnet, damit es durch das Tor passt, sagt Ohm, ein neues Fahrzeug werde nicht hineinpassen. Platzprobleme gibt es auch beim Mannschaftstransporter. Fahrzeuge dieses Typs sind laut Ohm im Laufe der Jahre immer länger geworden.

Improvisierte Kleiderräume

Er führt weiter in die Sanitärräume. Diese haben in der Tat schon bessere Zeiten erlebt. Damals hatte aber niemand daran gedacht, dass auch einmal Frauen bei der Feuerwehr aktiv sein werden. Deshalb wird improvisiert. „Und wer hatte bitte die Idee, eine Küche in die Sanitärräume zu bauen?“, fragt Ohm – und wechselt in die Kellerräume. Dort befinden sich die ebenso improvisierten Kleiderräume für die Jugendfeuerwehr der Löschgruppe sowie die Kleiderkammer für die gesamte Alfterer Wehr.

Über die Treppe geht es nach draußen. Dort, wo jetzt noch die Privatwagen der Feuerwehrleute parken, soll einmal ein Teil des neuen Feuerwehrgerätehauses stehen. Die Stellplätze werden in den hinteren Bereich des Grundstücks verlegt, die Zufahrt erfolgt dann über die Straße Birrekoven. Dass Alfter-Ort ein neues Feuerwehrgerätehaus braucht, steht schon länger fest. Zerschlagen haben sich indes Überlegungen, es an einem anderen Standort neu zu bauen. „Wir haben recht lange gesucht“, sagt Sabine Zilger, Leiterin des Fachbereichs Verwaltungsmanagement und Bürgerdienste bei der Gemeinde. Aus verschiedenen Gründen seien angedachte Grundstücke aber nicht infrage gekommen. Unter anderem müssten die Anrück- und Ausrückzeiten der Wehrleute berücksichtigt werden. So muss ein Gerätehaus so liegen, dass im Einsatzfall die Kräfte innerhalb von vier Minuten das Haus erreichen können und dann in der gleichen Zeit am Einsatzort sind.

Nun also der Neubau, mit Platz für drei Fahrzeuge, vor Ort. Laut Zilger findet dafür aktuell die Detailplanung statt. Zu den Kosten könne man noch nichts sagen, ergänzt sie. In einer Unterlage für die Kommunalpolitik hatte die Verwaltung im Juni die Summe grob auf rund drei Millionen Euro geschätzt. Zilger geht davon aus, dass in einem Jahr das Baurecht vorliegt. Bis dahin müssen sich die Verantwortlichen aber noch mit einer komplizierten und wichtigen Frage befassen: Wo wird die Feuerwehr in der Zeit zwischen Abriss und Neubau untergebracht? „Wir haben noch keine Lösung“, so Zilger. Eine Sorge kann wohl von der Liste gestrichen werden. Wie Zilger und Ohm berichten, habe es bereits Treffen mit den Anwohnern zu dem Neubau und möglichen Bedenken gegeben. Die Reaktionen der Menschen seien positiv gewesen, so Zilger: „Der Tenor war, man sei glücklich, dass die Feuerwehr hier erhalten bleibt.“

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