Bericht der Alfterer Feuerwehr: Feuerwehrhalle ist zu klein für das neue Auto

Bericht der Alfterer Feuerwehr : Feuerwehrhalle ist zu klein für das neue Auto

Gemeindebrandinspektor Thorsten Ohm legt einen Bericht zur Feuerwehr Alfter vor, der einen Blick auf Ausrüstung, Personal und Infrastruktur wirft. Sein Fazit: „Die Leistungsfähigkeit ist im Grundsatz gegeben.“

Die Alfterer Feuerwehr ist gut aufgestellt, hat allerdings einige Baustellen. So lassen sich die Ausführungen von Gemeindebrandinspektor Thorsten Ohm grob zusammenfassen. Dieser hatte jetzt dem Alfterer Gemeinderat einen Überblick über die Situation der Feuerwehr gegeben. Grundlage war der aktuelle Brandschutzbedarfsplan, der Ende 2014 vom Rat beschlossen wurde.

In einem solchen gesetzlich vorgeschriebenen Plan wird unter anderem das in einer Kommune vorhandene Risikopotenzial beschrieben. Ebenso wird die personelle und materielle Ausstattung der Feuerwehr analysiert. Auch geht es darum, ob alle Bereiche der Kommune schnell durch ausreichend Feuerwehrkräfte erreicht werden können.

Der Plan muss nicht nur alle fünf Jahre fortgeschrieben werden. Ebenso ist vorgesehen, dass darüber jährlich berichtet wird. „Das ist bislang nicht erfolgt“, sagte Sabine Zilger, Leiterin des Fachbereichs Verwaltungsmanagement und Bürgerdienste bei der Gemeinde, in der Ratssitzung, ohne dafür allerdings Gründe zu nennen.

Die Freien Wähler hatten diesen Umstand bereits Ende Dezember 2017 aufgegriffen und Auskünfte zur Situation der Feuerwehr eingefordert. Bürgermeister Rolf Schumacher hatte damals gesagt, dass die bislang nicht erfolgte Berichterstattung „kein Versäumnis in der Sicherung der Bevölkerung“ sei. In der jüngsten Ratssitzung gab Ohm den Politikern nun vieles mit:

Einsätze: Durchschnittlich 150 Einsätze im Jahr muss die rein ehrenamtlich arbeitende Feuerwehr laut Ohm absolvieren. In diesem Jahr waren es bis Anfang März bereits 48. 20 Prozent der Einsätze ereigneten sich unter öffentlicher Aufmerksamkeit. Weiter präsentierte Ohm Zahlen zur Erreichung der festgelegten Schutzziele. Es seien „Zahlen, die dem Leiter der Feuerwehr den Schweiß auf die Stirn treiben“, befand er.

So wurde im vergangenen Jahr das sogenannte Schutzziel 1 – nach acht Minuten mit neun Einsatzkräften vor Ort zu sein – nur in 30 Prozent der Fälle erreicht. 2014 lag der Wert noch bei 70 Prozent. Gefordert ist eine Quote von 90 Prozent. Allerdings lohnt sich ein zweiter Blick auf die Zahlen. Das Schutzziel 1 sei jedoch sehr oft nur sehr knapp verfehlt worden, erläuterte Ohm – etwa nach acht Minuten und einigen Sekunden vor Ort zu sein oder mit acht statt neun Kräften. Besser sehen die Zahlen dann auch bei den Schutzzielen 2 und 3 – nach 13 Minuten mit 22 beziehungsweise 16 Kräften vor Ort zu sein – aus. Hier lagen die Quoten 2017 bei 100 Prozent.

Ohm: „Die Leistungsfähigkeit ist im Grundsatz gegeben.“ Ihm zufolge gibt es drei Bereiche in Alfter, die nur schwer in der geforderten Zeit zu erreichen sind: das Areal um das Weck-Werk in Oedekoven, Volmershoven-Heidgen sowie die Weberstraße in Alfter-Ort. In diesem Zusammenhang muss dem Feuerwehrchef zufolge auch das neue Gewerbegebiet Alfter-Nord im kommenden Brandschutzbedarfsplan betrachtet werden – unter Einbindung der Feuerwehren aus Bornheim und Bonn.

Personal: Die Alfterer Feuerwehr hat derzeit 140 aktive Mitglieder. Laut Ohm liegt der Frauenanteil bei rund 20 Prozent. Er sprach von einer „gesunden Organisationsstruktur“ sowie von „stabilen Mitgliederzahlen“. Die Jugendfeuerwehr hat derzeit rund 75 Mitglieder, eine Kinderfeuerwehr sei in Planung.

Aktuell in der Abstimmung mit der Verwaltung befindet sich ein von der Feuerwehrleitung erarbeitetes Personalentwicklungskonzept. Leitgedanken sind, wie Ohm sagte, dabei unter anderem die Vereinbarkeit des Ehrenamtes mit Beruf, Familie und Freizeit. Ziel sei ebenso die Förderung der Fitness der Wehrleute. Überdies sei der Aus- und Fortbildungsaufwand erheblich gestiegen.

Weiterhin „dringenden Handlungsbedarf“ sieht er bei der Tagesverfügbarkeit von Einsatzkräften. Hintergrund ist, dass Alfter die höchste Auspendlerquote in NRW hat, sprich: Die meisten Feuerwehrkräfte arbeiten auswärts. Ein wichtiger Schritt sei die Einrichtung einer Tagesalarmgruppe aus Rathaus- und Bauhofmitarbeitern gewesen, meinte Ohm. Diese bestehe aktuell aus sieben Mitgliedern, 2017 habe die Ausrückstärke im Schnitt aber nur bei zwei Personen gelegen. Ein weiterer Ausbau sei erforderlich.

Material/Infrastruktur: Neue Ausrüstung braucht die Feuerwehr ihrem Chef zufolge für sogenannte Flächenlagen – wenn etwa nach Unwettern schnell viele Einsätze zu bewältigen sind. Laut Ohm ist in allen Gerätehäusern mehr Lagerplatz notwendig. Besonders kritisch ist die allgemeine Situation in den Häusern in Alfter-Ort und Witterschlick. Bekanntlich sollte ein neues Gerätehaus in Alfter-Ort auf dem Regenrückhaltebecken am Stühleshof entstehen. Da das aber nicht möglich sei, würden aktuell alternative Standorte von der Verwaltung geprüft. In Witterschlick gebe es Klärungsbedarf, ob ein Anbau oder ein Neubau sinnvoll sei. Die Mittel seien im Haushalt vorgesehen, allerdings hänge man mit der Planung ein Jahr hinterher. Wie dringend die Situation in Witterschlick ist, verdeutlichte der Gemeindebrandinspektor am vorhandenen Tanklöschfahrzeug, Baujahr 1997. Laut Ohm muss es unbedingt ersetzt werden. Der Ersatz solle 2020 kommen. Aber: „Das neue Fahrzeug wird in die bestehende Halle nicht passen.“

Mehr von GA BONN