Vermarktung: Fast alle wollen Gewerbegebiet Alfter-Nord verkaufen

Vermarktung : Fast alle wollen Gewerbegebiet Alfter-Nord verkaufen

150 Eigentümer teilen sich die Erweiterungsfläche von 28 Hektar. Dort sollen ab 2020 kleinere Gewerbebetriebe, größere Unternehmen, Dienstleister und Gastronomie entstehen.

Heinrich Otto Müller besitzt mit 400 Quadratmetern ein kleines Grundstück im geplanten neuen Gewerbegebiet Alfter-Nord, das unmittelbar an das Roisdorfer Gewerbegebiet grenzt. Er ist einer der rund 150 Eigentümer mit unterschiedlich großen Flächen auf dem Areal zwischen Bonn und Bornheim, die ab 2020 Platz machen werden für kleinere Gewerbebetriebe, größere Unternehmen, Dienstleister und Gastronomie.

Dementsprechend nutzten zahlreiche Grundstücksbesitzer und andere Interessierte die Gelegenheit der vorzeitigen Bürgerbeteiligung am Mittwochabend im Oedekovener Rathaus, um sich im Detail über die Planungen zu informieren, Anregungen, Verbesserungen und Kritik zu äußern.

Nach einer Präsentation durch Stadtplaner Hermann Ulrich vom Bonner Planungsbüro Ulrich Hartung standen Experten aus Alfter, Bonn und Bornheim, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Alfter und des Stadtplanungsbüros für Einzelgespräche zur Verfügung. Jeder, der wollte, konnte schriftliche Anregungen und Kritik formulieren und diese an einer Pinnwand befestigen.

48 Hektar groß ist das Planungsareal zwischen den Grenzen zu Bonn und Bornheim, der Umgehungsstraße L 183 n und den Eisenbahnschienen. 28 Hektar sollen zu Bauland werden. Das gesamte Areal in Alfter unterteilt sich in drei Bereiche (siehe Grafik): Teilbereich 1 ist bereits komplett bebaut. Für Teilbereich 1a läuft das Bebauungsplanverfahren, für Teilbereich 2 wurde dieses nun angestoßen.

Bürger können Eingaben an die Gemeinde richten

18 Euro pro Quadratmeter zahlt die Gemeinde für die bisher zum großen Teil landwirtschaftlich genutzten Flächen. Bis auf rund 20 Eigentümer wollen alle verkaufen. Die Optionsverträge mit den Grundstückseigentümern werden rechtskräftig, wenn die vom Rat beschlossene Bebauungsplan-Satzung veröffentlicht wird. Mit der vorzeitigen Bürgerbeteiligung – parallel dazu laufen derzeit die Träger- und Behördenbefragungen – erfolgte ein weiterer Schritt im Planungsverfahren.

Der Zeitplan ist eng gefasst. Bis zum 26. Oktober können sich Bürger noch äußern. Für Mitte 2019 ist eine weitere Offenlegung geplant. Es folgt der Satzungsbeschluss des Rates, und mit der Bekanntmachung soll dann Ende des Jahres Baurecht geschaffen sein. „Das Areal als Gewerbegebiet für Alfter, Bornheim und Bonn ist sehr wichtig. Die Nachfrage an diesem Standort ist ausgesprochen groß“, unterstrich Ulrich.

Ansiedeln sollen sich auf den Parzellen, die zwischen 700 bis maximal 60 000 Quadratmeter umfassen, unterschiedliche Arten von Unternehmungen. 16,9 Hektar sind für Grünflächen, vier Hektar für Straßen und Wege sowie 1,7 Hektar für das Umspannwerk vorgesehen. Grüne Flächen werden unter anderem im Bereich Bornheim-Süd/Alfter Nord und bei der Verbindung zwischen Umspannwerk und Herseler Weg sein. Ulrich ging zudem noch einmal auf die interkommunale Erschließungsstraße ein, die im Nordosten an den Kreisel L 183 n/Alexander-Bell-Straße in Bornheim-Roisdorf und im Süden an die Hohe Straße/L 183 n in Bonn-Tannenbusch anknüpft und die durch den Teilbereich 2 „schwingen“ soll.

Verkehrs- und Parkplatzsituation noch unklar

Auch wenn die meisten Zuhörer keine grundlegenden Zweifel am baulichen Konzept äußerten, so wurden doch hier und da Befürchtungen einiger Anlieger deutlich. Thema war beispielsweise die Öffnung des Bahnübergangs am Herseler Weg allein für Fahrradfahrer und Fußgänger. Ein Anwohner des Buschdorfer Wegs monierte ferner die noch unklare Verkehrs- und Parkplatzsituation für Lkw. „Wir möchten keine Lkw vor unserer Haustür“, sagte er. Ein anderer Teilnehmer befürchtet durch das Gewerbegebiet die Abwertung seines Grundstückes, wieder andere forderten eine Überprüfung des südlichen Verschwenkens im Bereich des Anschlusses Hohe Straße. „Dann würden weniger Grundstücksparzellen abgeschnitten“, so das Argument.

Ins Rathaus gekommen waren auch Isabell und Christina Mandt, Töchter des Landwirts Norbert Mandt, dessen landwirtschaftlicher Betrieb mit acht Hektar Freifläche ins geplante Areal reicht. „Wenn die wegfallen, ist unsere Existenz bedroht. 15 Mitarbeiter sind dann ihre Arbeit los“, sagte Christina Mandt. Ihr Vorschlag: die Bebauung Richtung Süden an die Umgehungsstraße zu verschieben. „Denn dort ist der Boden im Vergleich zu unserem nicht gut und die Anbindung dort ist wesentlich besser.“

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