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Geschichte: Experte berichtet über die Wasserversorgung von Alfter-Ort

Geschichte : Experte berichtet über die Wasserversorgung von Alfter-Ort

Volker Helwich weiß einiges aus Alfters Vergangenheit zu berichten. Zum Beispiel, dass der Herrenwingert früher kein Parkplatz, sondern etwas ganz anderes war.

Wer weiß das noch, dass es in Alfter-Ort einmal auf dem Herrenwingert statt eines Parkplatzes einen Weiher gegeben hat? Dass dem so gewesen war, berichtete Volker Helwich bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins „Haus der Alfterer Geschichte“ in der Gaststätte „Zur Krone“. Für den Förderverein beschäftigt sich Helwich als Leiter der Arbeitsgruppe „Wasser“ mit der Wasserversorgung des Vorgebirgsortes.

Nun präsentierte er die bisher gesammelten Ergebnisse, die mit Texten und Fotos in einer Broschüre zur 950-Jahr-Feier von Alfter-Ort im September veröffentlicht werden sollen. Mit Bedauern betonte der Arbeitsgruppenchef, dass es schwierig sei, an historische Fotos und Geschichten über die Wasserversorgung von früher heranzukommen. Auch manche Information über die gefundenen Überreste sei noch nicht dokumentarisch gesichert.

Helwich und seine Mitstreiter haben bei ihrer Suche nach Wasserspuren auch Neues entdeckt, wie zum Beispiel den Wasserbehälter „Am Kuckstein“ (Gemeindefriedhof). Dieser war mit Sträuchern zugewachsen nicht zu erkennen. Erst Ende 2016 wurde er freigelegt. „Die Wasserversorgung in Alfter ist ab 1890 aufgebaut worden“, erläuterte Helwich. Im Laufe der Zeit seien zwei Wasserbehälter installiert worden. „Neben dem auf dem Kuckstein gibt es noch einen in Birrekoven, der für mich bis vor kurzem kein Begriff war“, so Helwich weiter. Aber über den Bau Ende des 19. Jahrhunderts und die Kosten von 7850 Mark gebe es Protokolle.

Die Behälter wurden entweder mit dem Wasser aus dem Broichpark oder aus dem Landgraben gespeist. „Es ist aber auch möglich, dass der Behälter in Birrekoven Wasser aus einem Brunnen erhielt“, meinte Helwich. Der Mühlenweiher auf dem Herrenwingert wurde durch den Görresbach und den Mirbach – die Bäche flossen in der Bachstraße zusammen – als Zwischenspeicher genutzt, um dann mittels einer Verrohrung Richtung Mühle zu laufen, so der Experte. Die Mühle sei bis Anfang der 1930er Jahre in Betrieb gewesen. Noch bis in die 50er Jahre hätten sich die Bewohner der Bachstraße mit Wasser aus dem Görresbach versorgt. Mit der Görresquelle, dem Pütz auf der Kante, dem Tonnenpütz sowie einem Brunnen mit Pumpe in Birrekoven verfügte Alfter über eine ganze Reihe von Wasserstellen.

„Das Buch zu schreiben, ist wichtig für die nachwachsende Generation, damit sie sehen, wie es früher war“, sagte Robin Huth, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins. Zufrieden zeigte sich Huth mit den Vereinsaktivitäten des vergangenen Jahres, in dem unter anderem die Verschönerungsarbeiten an der Römervilla beendet wurden. Fast abgeschlossen sind die Planungen für die 950-Jahr-Feier. Dazu gehören unter anderem die Ausstellung „Ort im Wandel – Alfter in den letzten 50 Jahren“ und ein historischer Rundgang durch den Ort im Mai.

Wer Fotos oder Geschichten über die frühere Wasserversorgung zur Jubiläumsbroschüre beisteuern möchte, kann sich bis Mitte April an Volker Helwich wenden. Kontakt: 02222/3114.