Streuobstwiesen-Netzwerk Nordeifel: Etliche Kilo Früchte in Alfter zu Saft gepresst

Streuobstwiesen-Netzwerk Nordeifel : Etliche Kilo Früchte in Alfter zu Saft gepresst

Der Verein „Sonne“ macht mit seiner Saftpresse Station in Alfter. Es gibt Apfelsaft von Boskop und Rewena. Und aus 120 Kilo Rieslingtrauben vom Gielsdorfer Dorfhaus wird Federweißer gemacht.

Boskop, Rewena, Quitte und Birne: 300 Kilogramm der verschiedensten Früchte brachten Stephanie und Frank Ginster auf die Gielsdorfer Heide, um sie beim neunten Alfterer Apfeltag zu Saft pressen zu lassen. Mit dem Ergebnis von rund 180 Litern zeigte sich das Ehepaar, das seine Früchte zu einem gemischten Saft verarbeiten ließ, mehr als zufrieden.

Ob als purer Apfelsaft oder als Mischgetränk – 16 Familien nutzten den Tag, um ihre Früchte am Freitag versaften zu lassen. Seit 2011 mietet der Verein „Dressprümmche“ um die Vorsitzende Silke Stappen, der sich die Erhaltung und Nutzung alter Obstsorten auf die Fahnen geschrieben hat, die mobile Saftpresse des Streuobstwiesen-Netzwerks Nordeifel („Sonne“) zum professionellen und relativ schnellen Versaften. Das Waschen, Maischen, Pressen und Abfüllen in die drei und fünf Liter fassenden Kartons lief wie immer nach einem vorher festgelegten Zeitplan ab. Der war auch nötig, lag doch die Mindestmenge der zu verarbeitenden Früchte bei 50 Kilogramm.

„In diesem Jahr waren weniger Familien da als 2018. Die Ernte ist aufgrund der Trockenheit und der schlechteren Bestäubung während der Blütezeit im Mai auch geringer ausgefallen“, erklärte Astrid Heistert-Klink vom Vorstand der „Sonne“. Dem kann Waltraud Deroi nur zustimmen. In ihrem 3000 Quadratmeter großen Garten hat sie 180 Kilogramm geerntet und damit „rund hundert Kilo weniger als im vergangenen Jahr. Nur 2017 war die Ernte noch schlechter“, so die Frechenerin. Auch dieses Mal hat sie die vielen faulen Früchte beim Pflücken aussortiert.

Neben der mobilen Apfelpresse nutzten Rosemarie Weber und Elisabeth Recht vom Vorstand des Trägervereins Dorfgemeinschaftshaus die kleinere Weinpresse von Silke Stappen. Viel Arbeit hatten sich die beiden Gielsdorferinnen vorgenommen, wollten sie doch 120 Kilo helle Rieslingtrauben – eine alte Rebsorte, die es schon zur Zeit der Römer am Rhein gab und die entlang des Dorfhauses wächst – keltern, um daraus Federweißen für die Senioren herzustellen. Eine Woche lang werden Weber und Recht den Saft durch mehrmaliges Durchseihen von Restbeständen der Trauben säubern, den Gärungsprozess beobachten, um diesen – wenn der Most trinkbar ist – durch Kühle zu unterbinden. Serviert wird das Getränk dann beim Seniorentreff am Freitag, 27. September. Weber und Recht macht der Job als Hobby-Winzerinnen jedes Jahr immer wieder Spaß.

Wer keine Zeit zum Versaften hatte, kann dies am Samstag, 28. September, 9 bis 16 Uhr, beim Apfelfest der Baumschule Fuhs an der Alfterer Straße nachholen. Dort wird der Verein „Sonne“ erneut Station machen.

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