Schenkenbusch in Witterschlick: Erweiterung des Tontagebaus verzögert sich

Schenkenbusch in Witterschlick : Erweiterung des Tontagebaus verzögert sich

Für die geplante Erweiterung des Tontagebaus Schenkenbusch in Witterschlick fordert die Bezirksregierung weitere Gutachten. Das Verfahren wird sich daher verzögern. Die Politik ist gegen eine Erweiterung.

Das Verfahren zur geplanten Erweiterung des Tontagebaus Schenkenbusch in Witterschlick verzögert sich. Wie das Unternehmen Sibelco auf Anfrage des General-Anzeigers über eine PR-Agentur mitteilte, habe man sich nach Eingang der unterschiedlichen Stellungnahmen zum Rahmenbetriebsplan zur Norderweiterung entschlossen, den Antrag in Teilen zu überarbeiten. Der überarbeitete Antrag solle voraussichtlich im März veröffentlicht werden.

Anlass dafür sind Forderungen der für Bergbaufragen zuständigen Bezirksregierung Arnsberg. Wie Andreas Nörthen, Sprecher der Abteilung Bergbau und Energie bei der Bezirksregierung, auf Anfrage des General-Anzeigers sagte, habe die Bezirksregierung dem Unternehmen einige „Hausaufgaben“ mitgegeben. So fordert die Behörde weitere Gutachten zur Entwässerung und der Ökologie. Die Gutachten können laut Nörthen im sogenannten Deckblattverfahren zum bestehenden Antrag nachgereicht werden oder in einen neuen Antrag einfließen.

Forderungen von Trägern öffentlicher Belange

Wie der Bezirksregierungssprecher weiter sagte, hätten sich die Forderungen seiner Behörde nach den eingegangenen Stellungnahmen der sogenannten Träger öffentlicher Belange (Behörden, Verbände, Institutionen) sowie aus der Bevölkerung ergeben. Bürger und Träger öffentlicher Belange hatten bereits im Februar und März 2018 die Möglichkeit, Einwendungen abzugeben – zuvor hatte die Bezirksregierung Arnsberg die Bekanntmachung des Rahmenbetriebsplans veröffentlicht.

Laut Nörthen waren genau 222 Einwendungen mit teils umfangreichen Bedenken eingegangen. Wie Nörthen im Gespräch mit dem General-Anzeiger weiter sagte, plane die Bezirksregierung nach Eingang der neuen Unterlagen von Sibelco eine neuerliche Beteiligung der Öffentlichkeit an dem Verfahren. Wie bereits mehrfach berichtet, will Sibelco Deutschland mit Sitz in Ransbach-Baumbach (Westerwaldkreis) seinen Tontagebau in Witterschlick stark vergrößern.

Der aktuelle Rahmenbetriebsplan sieht eine Erweiterung der Abbaufläche von 43 Hektar um 17,5 Hektar nördlich des Lüsbacher Weges vor. Für den Abbau veranschlagt Sibelco 40 Jahre. Die Arbeiten im jetzigen Gebiet südlich des Lüsbacher Weges sollen dem aktuellen Stand nach dem Jahr 2023 eingestellt werden. Danach soll das Areal rekultiviert werden.

Politik gegen Erweiterung

Sowohl die Alfterer Politik als auch eine ansässige Bürgerinitiative sprechen sich seit Jahren gegen die Erweiterung aus. Zuständig für die Genehmigung ist allerdings nicht die Gemeinde Alfter, sondern die Bezirksregierung Arnsberg. Unter anderem hatte die Gemeinde bereits vor Jahren mehrere Forderungen aufgestellt für den Fall, dass die Kommune die Erweiterung nicht verhindern kann.

So soll beispielsweise ein Abstand von 300 Metern zur Wohnbebauung eingehalten werden. Ebenso soll es einen Grünstreifen zwischen dem Abbaugebiet und dem Siedlungsbereich geben. Auch soll das Unternehmen unmittelbar nach einem Abbaufortschritt den nicht mehr genutzten Bereich rückverfüllen.

In der Vergangenheit hatten Sibelco-Vertreter erklärt, dass man auf die Forderungen im Wesentlichen eingehe. Allerdings ist aus Sicht des Unternehmens ein Abstand von 300 Metern zur Wohnbebauung aufgrund geologischer Begebenheiten beziehungsweise aufgrund der Lage der Tonvorkommen nicht möglich. Daher solle der Abstand geringer ausfallen.

Auf www.tontagebau-schenkenbusch.deberichtet Sibelco über das Erweiterungsverfahren.

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