Weihnachtstreffen in Alfter und Swisttal: „Der Zulauf wird immer größer“

Weihnachtstreffen in Alfter und Swisttal : „Der Zulauf wird immer größer“

Mehr als 250 Besucher kommen am Böling und am Eisernen Mann im Wald zusammen, um sich auf Weihnachten einzustimmen. Die Treffen haben bereits Tradition und für den ein oder anderen auch eine ganz persönliche Bedeutung.

Der Weihnachtstreff am Böling ist längst zur Tradition geworden: Auch in diesem Jahr kamen wieder viele Menschen zum Aussichtspunkt am Buchholzweg, um sich gemeinsam auf Heiligabend einzustimmen. „Der Zulauf wird immer größer “, sagte Mitorganisator Albert Parkitny (55). „Aber das ist nicht unser Ziel. Es reicht, wenn alle die hier sind, fröhliche Augen haben, wenn sie sich wieder auf den Weg machen.“ Mehr als 250 Personen, schätzte Parkitny, folgten am Heiligabend der Einladung der Schlepperfreunde After, die das Beisammensein ausrichten.

Da reichte die von Manfred Groß (55) zubereitete Linsensuppe nicht mehr für jeden. „Normalerweise bin ich immer scharf auf die Suppe, aber dieses Jahr habe ich keine mehr gekriegt“, sagte Heinz Weber (64), der gemeinsam mit Theo Klein (67), Karl Heinz Welfer (59) und Georg Melchior (61) für musikalische Unterhaltung sorgte.

Mehr als 1000 Euro für die Aktion Weihnachtslicht

Günter Schori aus Alfter war mit seiner Frau Margret (61) zum ersten Mal dabei. „Die Suppe schmeckt, der Glühwein schmeckt, die Nachbarschaft ist hier. Es ist gemütlich und macht Spaß“, fand der 64-Jährige. „Ich denke, das Highlight für Groß und Klein sind die Trecker“, meinte Thorsten Bung (36), der mit seinen Töchtern Emma (6) und Nele (3) ebenfalls zum ersten Mal vorbeischaute. Stilecht auf einem Traktor angereist waren Laura Roos (13), Maya Müsgen (12) und Maxi Schreiner (13) aus Alfter. Michael Müsgen (44) hatte die Kinder auf einer selbstgebauten Bank aus Paletten hergefahren, die er mit dem Heber seines Traktors transportierte. „Ich habe den Trecker, eine Holder A 45, selbst restauriert. Das ist ein Hobby für mich“, erzählte das Mitglied des Schleppervereins.

Der Erlös aus dem Suppen- und Getränkeverkauf kam wieder der Aktion Weihnachtslicht des General-Anzeigers zugute. 1193 Euro sind zusammengekommen. „Damit haben wir unser Ziel, die 1000-Euro-Marke zu knacken, deutlich überschritten“, freute sich Albert Parkitny. Für die Kinder hatten Weihnachtsmann Hans-Peter Braun (63) und Engel Iris Weilerswist (50) Tütchen mit Schokolade und Mandarinen dabei. „70 Tüten hatten wir vorbereitet und trotzdem waren es wieder zu wenige“, sagte Weilerswist. Für das nächste Jahr wollen sich die Organisatoren etwas Besonderes einfallen lassen, denn dann jährt sich der Treff zum zehnten Mal.

In Heimerzheim steht "Drehgesang" auf dem Programm

Bereits zum 42. Mal stimmten sich auch am Eisernen Mann im Kottenforst zahlreiche Besucher mit Weihnachtsliedern auf den heiligen Abend ein. Zwar war in diesem Jahr kein Musiker mit Instrument anwesend, Organisator Willi Bregulla (72) aus Heimerzheim hatte aber trotzdem wieder den traditionellen „Drehgesang“ vorbereitet: Dabei gilt es, den Liedtext im Kreis zu lesen. Stephan Seitz aus Heimerzheim gefiel das gut: „Man kommt nicht hinterher mit dem Drehen des Zettels und verrutscht ständig in der Zeile, aber es macht total viel Spaß“, meinte der 45-Jährige, der mit seiner Frau Andrea Seitz (46) und den Kindern Philipp Seitz (16), Lisa Boerner (17) und Stella Schulz (11) zu der Waldlichtung gekommen war.

Johannes Franke aus Metternich ist bereits Profi, was den Treff betrifft: Seit 20 Jahren kommt er regelmäßig an Heiligabend zum Eisernen Mann. „Mit den Jahren habe ich aufgerüstet: Salz und Pfeffer, Eier, Speckröllchen, Shrimps, Glühwein und natürlich Besteck und Becher habe ich immer dabei. Und eine Stahlpfanne sollte man mitnehmen“, sagte der 55-Jährige. So bereitet er die Köstlichkeiten über dem Lagerfeuer zu. „Wer Stockbrot machen möchte, darf auch ein Messer zum Anschnitzen des Stocks nicht vergessen.“

Willi Bregulla und seine Lebensgefährtin Gabi Hartl (63) schätzen am Zusammentreffen vor allem die Ruhe. „Es ist unkompliziert und stressfrei. Wir nehmen uns für Heiligabend nie etwas vor, leben einfach in den Tag hinein“, sagte Hartl. Für die beiden Heimerzheimer ist das Beisammensein jedes Jahr auch ein kleines Jubiläum: Vor elf Jahren haben sie sich am Eisernen Mann kennengelernt. „Willi hatte sein Messer verloren, und ich habe es gefunden. So sind wir zum ersten Mal ins Gespräch gekommen“, erzählte Hartl.