Ortsbild der Stadt: Das ist das Entwicklungskonzept für Alfter

Ortsbild der Stadt : Das ist das Entwicklungskonzept für Alfter

Ein Spielplatz auf dem Dach: Die Pläne zur Umgestaltung des Herrenwingerts in Alfter werden konkreter. Der Förderantrag muss bis Ende September vorliegen.

Quasi ein Zwischenschritt auf dem Weg, Fördergelder für die Umgestaltung des Alfterer Ortskerns zu bekommen, war die Sitzung des Gemeinderats am Donnerstagabend. Dazu hatte die Gemeindeverwaltung ein 122 Seiten starkes Dokument vorgelegt: den Entwurf des integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK). Dieses beinhaltet alle Projekte für Alfter-Ort, für die die Gemeinde Geld vom Land NRW haben möchte. Darunter fällt nicht nur die beabsichtigte Neugestaltung des Herrenwingerts unter Einbezug des Schlossumfelds, sondern auch eine von der Gemeinde geplante „Verkehrsoptimierung“ von Tonnenpütz, Mirbachstraße, Möthengasse und Holzgasse.

Einstimmig segneten die Mitglieder des Gemeinderats den Entwurf des ISEK ab. Dieser enthielt allerdings noch so manche Lücke. So fehlen in dem Dokument etwa noch die kalkulierten Kosten für die einzelnen Projekte. 70 Prozent aller benötigten Gelder sollen vom Land kommen. Bis zur nächsten Ratssitzung am Donnerstag, 26. September, will und muss die Gemeindeverwaltung das ISEK noch finalisieren.

Nach Angaben von Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher muss das ISEK bis zum 30. September bei der Bezirksregierung Köln eingegangen sein. Im Frühjahr 2020 stehe dann fest, ob Alfter Geld bekomme, sagte Schumacher im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Das ISEK ist ihm zufolge die Basis für die mögliche Gewährung einer Grundförderung. Bis zum Jahr 2028 müssten dann regelmäßig Förderanträge für die einzelnen Projekte eingereicht werden, so Schumacher. Ebenso einstimmig beschloss der Gemeinderat eine neue Sanierungssatzung sowie den Erlass einer Erhaltungssatzung für den Alfterer Ortskern.

Politik, Verwaltung und Bürger haben sich über einen langen Zeitraum Gedanken zur Umgestaltung des Herrenwingerts gemacht. In einem Architektenwettbewerb hatte sich schließlich der Entwurf des Architekturbüros Königs und des Landschaftsarchitekturbüros „stern landschaften“, beide aus Köln, durchgesetzt. Am Donnerstagabend gaben Ilse Maria Königs und Ulrich Königs einen ersten detaillierten Einblick in das, was sie sich für das Alfterer Ortszentrum vorstellen.

Mehrzweckhalle bis 2021

Thema war die angedachte neue Mehrzweckhalle, die nach Planungen der Gemeinde im Rahmen des ISEK im Jahr 2021 errichtet werden soll. Die vorhandene Halle ist nach Angaben der Stadt nicht mehr wirtschaftlich sanierbar.

Sodann hatte Architekt Ulrich Königs das Wort: Entstehen soll eine Einfeldsporthalle mit einem teilbaren Feld der Größe 17 mal 34 Meter. Bestuhlt soll das Feld laut Königs mindestens 200 Personen Platz bieten. Dazu kämen noch 76 Tribünenplätze. Auch eine klappbare Bühne soll integriert werden. Die Halle soll nach Königs' Ausführungen aber „kein Klotz“ sein, sondern viel Glas beinhalten. Überdies soll sie aufgrund der Topographie in die Erde eingesenkt werden, sodass das Obergeschoss des Gebäudes von außen als Erdgeschoss erscheint. Der Clou dürfte aber das 1200 Quadratmeter große Dach sein. Laut Königs soll dieses an den Rändern begrünt werden und in der Mitte einen Spielplatz erhalten. Zwei Treppen und ein Aufzug sollen den Spielplatz erreichbar machen.

Bei der Politik kamen die Ausführungen des Architekten gut an. Er sei von der Vorstellung eines Dachspielplatzes „schon beeindruckt“, sagte Wilhelm Windhuis (Grüne). Fridhelm Marx (SPD) bekundete: „Der Spielplatz auf dem Dach gefällt mir besonders gut.“

Barthel Schölgens (CDU) sprach von einer „interessanten Lösung“, gab aber zu bedenken, dass der Platz durch seine Lage „dem Kontrollblick des sozialen Umfelds entzogen“ sei. Königs meinte, dass man es auf einen Versuch angekommen lassen sollte. Überdies könne der Platz auch beleuchtet und theoretisch zu bestimmten Uhrzeiten verschlossen werden. Sandra Semrau (Freie Wähler) nannte das Hallenkonzept „städtebaulich sehr interessant“. Zugleich wollte sie aber wissen, wo fehlende Parkplätze geschaffen werden sollen. Wie berichtet, planen die Architekten eine Tiefgarage unter einem neuen Gebäude, in dem der Supermarkt und Wohnraum unterkommen sollen.

Ein wenig überraschend sprach Königs in der Ratssitzung von einer zweigeschossigen Tiefgarage. Eine solche ist zwar im Entwurf angedacht, allerdings hatte die Bewertungskommission im Auswahlverfahren ein zweites Geschoss abgelehnt. In der Kommission waren Verwaltungsmitarbeiter, Kommunalpolitiker sowie externe Experten vertreten. Sie hatten die für den Architektenwettbewerb eingegangenen Entwürfe für den Herrenwingert gesichtet und dem Gemeinderat den Entwurf Königs/Stern empfohlen.

Das Ehepaar Königs und Doron Stern sollen in der Ratssitzung am 26. September wiederum anwesend sein – und dann weitere Aussagen zur Gestaltung des Herrenwingerts machen, einschließlich der Parkplatzfrage.

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