Impekovener protestieren gegen geplante Anlage: Bürger wollen keinen Funkmast

Impekovener protestieren gegen geplante Anlage : Bürger wollen keinen Funkmast

Ein 40 Meter hoher Mobilfunkmast könnte bald auf dem Gelände des Alfterer Bauhofs in Impekoven stehen. Doch gegen die Pläne zur Errichtung der Anlage regt sich Widerstand.

Nicht wenige Impekovener fordern, dass der Mast aus gesundheitlichen und optischen Gründen nicht aufgestellt wird. Im Ort kursieren bereits Protestschreiben.

"Die Resonanz darauf ist gut", sagt Wolfhart Chevalier, der wenige hundert Meter vom Bauhof entfernt wohnt. Als sich herumgesprochen habe, dass ein Funkmast errichtet werden soll, seien jüngere Einwohner auf ihn zugekommen. Sie hätten gefragt, ob er als Jurist und Senatsdirektor a. D. den Protest dagegen organisieren könne. Mehr als 450 Exemplare eines Protestschreibens habe er im Ort verteilt. Rund 130 zustimmende Rückmeldungen sind bereits bei ihm eingegangen. Chevalier geht davon aus, dass es noch deutlich mehr werden.

Errichtet werden soll der Stahlgittermast von der Deutschen Funkturm. Dabei handelt es um eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Wie André Hofmann von der Pressestelle der Deutschen Telekom auf GA-Anfrage erläutert, solle der Mast eine Anlage ersetzen, die seit 2006 an einem Hochspannungsmast in Impekoven angebracht gewesen sei, bis dieser demontiert wurde. Aktuell steht auf dem Bauhof ein kleinerer, mobiler Mast. Laut Hofmann soll der neue Mast Impekoven, Nettekoven, die Bahnlinie und B 56 mit den Mobilfunkdiensten GSM, UMTS und LTE versorgen.

So weit wollen es die Gegner nicht kommen lassen. Laut Chevalier hätten die Impekovener die Errichtung der 60 Meter hohen Hochspannungsmasten vor rund zwei Jahren "zähneknirschend" hingenommen. Die Pläne für den Mobilfunkmast hätten sie nun "auf die Palme gebracht", sagt er: "Es geht nicht, dass ein Gemeindeteil so in Anspruch genommen wird." Auch befürchtet er eine Minderung der Grundstückswerte.

Von vielen Strahlenquellen umgeben

Zustimmung erhält Chevalier von Hans Günter Remig, der auch in Impekoven lebt. Zugleich ist er Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Bonn, die Menschen mit einer geistigen Behinderung oder anderem Unterstützungsbedarf mit vielen Angeboten hilft. Seiner Ansicht nach gibt es bessere Plätze für einen solchen Mast, etwa auf Freiflächen an der Kreisstraße 12 n. Laut Remig sind die Impekovener durch die Hochspannungsleitungen schon jetzt von Strahlenquellen umgeben.

Aus gesundheitlicher Sicht müsse aber alles getan werden, um Strahlenquellen zu minimieren. Stichwort: Elektrosmog. Auch die Alfterer Grünen haben sich mit diesem Argument gegen den Mast ausgesprochen. Neben einer optischen Beeinträchtigung des Ortsbildes sei eine Gesundheitsgefährdung der Anlieger "sehr wahrscheinlich", hatte die Ratsfraktion mitgeteilt. Die Grünen befürchten, dass sich die verschiedenen Strahlungen von Strommasten und Funkmast addieren oder gar potenzieren.

Fragen von Gesundheit und Ästhetik seien klar von Bedeutung

Telekom-Sprecher Hofmann weist diese Befürchtungen zurück. Beim Funkmast betrage zudem der Sicherheitsabstand horizontal etwa 13 Meter, von der Spitze aus gesehen, und vertikal rund 3,30 Meter. Das bedeute, dass alle Personen auf Bodenhöhe sich außerhalb dieses Bereiches befinden, so Hofmann. Laut Bürgermeister Rolf Schumacher ist noch nicht entschieden, ob der Mast errichtet wird. In der Tat war das Thema in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 17. November auf CDU-Antrag aus dem nicht-öffentlichen in den öffentlichen Teil verschoben worden.

Einstimmig wurde beschlossen, dass die Deutsche Funkturm für den Standort Bauhof sowie für einen Standort an einem Hochspannungsmast eine Übersicht mit Vor- und Nachteilen vorlegen solle. Sobald das vorliege, werde sich die Politik öffentlich damit befassen, so Schumacher. Fragen von Gesundheit und Ästhetik seien klar von Bedeutung, fügt er hinzu. Allerdings gebe es auch den Wunsch der Menschen nach einem besseren Handy-Empfang.

Chevalier will die Protestnoten dem Gemeinderat in der Sitzung am Donnerstag, 21. Januar, übergeben. Er hofft, dass viele Impekovener dabei sein werden. Allerdings gebe es auch eine gewisse Resignation, nachdem die Kita im Ort "ohne Vorwarnung" geschlossen worden sei, so Chevalier.

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