Alfter und Bonn fordern Aufschub: Bahnübergang Weck-Werk soll erst später geschlossen werden

Alfter und Bonn fordern Aufschub : Bahnübergang Weck-Werk soll erst später geschlossen werden

Wegen der 2021 anstehenden Sanierung des Tausendfüßlers soll der Bahnübergang Weck-Werk zwischen Oedekoven und Duisdorf erst später geschlossen werden.

Ob die Gemeinde Alfter und die Stadt Bonn die Schließung des Bahnübergangs am Weck-Werk zwischen Oedekoven und Duisdorf verhindern können, ist mehr als fraglich. Für Alfter hatte schließlich die damalige Bürgermeisterin Bärbel Steinkemper im Jahr 2004 eine Vereinbarung unterschrieben, die besagte, dass der Bund sich am Bau der Alma-Brücke finanziell beteiligt, dafür der Übergang aber wegfällt. Steinkemper hatte dazu später erklärt, die Vereinbarung nur unter Protest unterschrieben zu haben.

Nun will die Gemeindeverwaltung bei der Bahn zumindest eine Verschiebung der Schließung des Bahnübergangs erwirken. In der kommenden Sitzung des Alfterer Ausschusses für Gemeindeentwicklung (Donnerstag, 7. September, 17 Uhr, Rathaus Alfter) will sie sich dafür das Okay der Politik holen. Die Gemeinde will gemeinsam mit der Stadt Bonn die Verschiebung erreichen.

Neuer Anlauf zur Schließung

Wie berichtet, hat die Bahn einen neuen Anlauf zur Schließung des Bahnübergangs unternommen. Ende Juni hatte Bahnsprecher Dirk Pohlmann gegenüber dem General-Anzeiger erläutert, dass die Schließung des Übergangs und der gleichzeitige Bau einer Unterführung für Fußgänger für das zweite Quartal 2020 angedacht sei. Zunächst aber muss das sogenannte Planfeststellungsverfahren auf den Weg gebracht werden. Schon als die Pläne bei einer Versammlung im Alfterer Rathaus von der Bahn vorgestellt wurden, hatte es zahlreiche Proteste aus der Oedekovener und Duisdorfer Bürgerschaft und Politik gegeben.

In der Vorlage für die nun kommende Ausschusssitzung berichtet die Gemeindeverwaltung vom gemeinsamen Vorgehen mit der Stadt Bonn, dass die Schließung des Bahnübergangs inklusive des vorgeschalteten Planfeststellungsverfahrens solange verschoben werden soll, „bis die infrastrukturellen Großbaustellen in der Stadt Bonn, insbesondere die Sanierung des Tausendfüßlers (Brückenbauwerk der A 565), abgeschlossen sind.“ Die Arbeiten am Tausendfüßler – der Autobahnabschnitt zwischen dem Endenicher Verteilerkreis und dem Autobahnkreuz Bonn-Nord – sollen 2021 beginnen.

Straßen sind längst überlastet

Hintergrund ist, dass die Straßen um den Bahnübergang nach Angaben der Gemeindeverwaltung bereits jetzt überlastet sind. Weiter legt die Alfterer Verwaltung in der Sitzungsvorlage dar, dass der Verkehr dort noch weiter zunehmen wird, wenn die Kreisstraße 12 n sowie die Landesstraße 113 als Ausweichstrecken während der Tausendfüßler-Sanierung genutzt werden. Wäre der Bahnübergang dann bereits geschlossen, würde sich die Situation laut Gemeindeverwaltung noch zusätzlich verschlechtern.

Wie Alfters Pressesprecherin Maryla Günther auf Anfrage des General-Anzeigers erläuterte, hätten Mitarbeiter des Bonner Stadtplanungsamtes bezüglich dieses Vorgehens Kontakt mit der Verwaltung der Gemeinde Alfter aufgenommen. „Das passierte nach der Infoveranstaltung der Deutschen Bahn im Alfterer Rathaus“, führte Günther aus.

Hauptausschuss Mitte September

In Bonn wird sich der Hauptausschuss am Donnerstag, 21. September (18 Uhr, Ratssaal im Stadthaus) mit dem Bahnübergang am Weck-Werk beschäftigen. Auf dem Tisch liegt – anlog zum Alfterer Ausschuss – der Vorschlag, dass das Planfeststellungsverfahren „wegen der problematischen regionalen Verkehrssituation“ zurückgestellt wird. Weitergehend soll die Stadtverwaltung beauftragt werden, „mit allen möglichen Einwendungen“ gegen die Schließung des Bahnübergangs vorzugehen, unter Umständen auch juristisch. Diesem Beschlussvorschlag, über den die Mitglieder des Bonner Hauptausschusses beraten werden, liegt eine Empfehlung der Bezirksvertretung Hardtberg von Ende Juni zugrunde.

Auf Anfrage des General-Anzeigers bestätigte ein Bahnsprecher das zweite Quartal 2020 als Termin für die Schließung des Bahnübergangs und den Bau der Unterführung. „Eine detaillierte Abstimmung der Zeitschiene“ solle noch erfolgen, auch unter Einbeziehung des Verkehrs.

Die Bahn sehe derzeit keine Abhängigkeit zur Sanierung beispielsweise des Tausendfüßlers „und somit auch keinen Einfluss auf die verkehrliche Situation am Bahnübergang Weck-Werk“, so der Sprecher weiter.