Herbstausstellung des Fördervereins: Ausstellung zeigt den Wandel der Architektur in Alfter

Herbstausstellung des Fördervereins : Ausstellung zeigt den Wandel der Architektur in Alfter

Fachwerk trifft Moderne: Eine Ausstellung im Haus der Alfterer Geschichte dokumentiert den Wandel der Architektur im Ort. Der Betrachter kann auf Fotos etwa die zahlreichen Veränderungen am Johannishof verfolgen.

Fotos, Zeichnungen und Texte: unter dem Thema „Umbrüche – Alte und neue Architektur in Alfter“ steht die Herbstausstellung des Fördervereins Haus der Alfterer Geschichte zum Tag des offenen Denkmals. Die Ausstellung wird am Sonntag, 8. September, 10.30 Uhr, mit einer Einführung des örtlichen Architekten Helmut Hergarten in den Räumen am Hertersplatz 19 eröffnet.

Angelehnt an das Motto des bundesweiten Denkmaltages „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ haben sich die Mitglieder des Vereins seit dem Frühjahr intensiv mit der baulichen Entwicklung in Alfter-Ort auseinandergesetzt.

Zahlreiche Gebäude und Straßenansichten wurden aus verschiedenen Perspektiven fotografiert, Fotos ausgewählt und erklärende Texte geschrieben. Zu sehen und zu lesen sind bis Donnerstag, 31. Oktober, über 100 Fotografien und mehr als 50 Wortbeiträge. Um den Wandel der Zeit erlebbar zu machen, zeigen Aufnahmen dieselben Örtlichkeiten früher und heute. „Es ist interessant, wie zum Beispiel Neubauten zahlreiche Straßenbilder verändert haben“, sagte die Vereinsvorsitzende Bärbel Steinkemper.

Die Ausstellung gliedert sich in vier Themenbereiche: So werden in einem Überblick die wichtigsten Architekturbrüche vom Mittelalter bis in die Gegenwart – das Bauen mit Holz, Stroh und Lehm, die Entdeckung des Ziegelbaus in der preußischen Rheinprovinz und der funktionale Siedlungsbau mit individualisierten Gebäuden nach 1945 – ebenso präsentiert wie die Veränderungen im Ortsbild durch Neubauten und Abrisse. Als Beispiele werden die Lukasgasse, in der sich moderne Bauwerke in die alte Straßenbebauung einfügen, und der Görreshof Nummer 11, wo moderne Mietwohnungen auf einer früheren landwirtschaftlichen Fläche entstanden, erwähnt.

Als herausragendes Beispiel für gleich mehrere architektonische „Umbrüche“ hat die Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft mit ihren Bauten am Campus I und II eigene Stellflächen erhalten. Dort kann der Betrachter auf Fotos die zahlreichen Erweiterungsbauten am früheren Gutshof (Johannishof) nachvollziehen und diesen zugleich mit einem weiteren baulichen „Umbruch“ im architektonisch ganz anders gestalteten Bau am Campus II vergleichen.

Als Zentrum des Ortes steht der Herrenwingert als Panorama-Installation auch in der Mitte des Ausstellungsraumes.

Vom Schloss aus dem 18. Jahrhundert über die Pfarrkirche Sankt Matthäus, die Anna-Schule bis hin zur evangelischen Kirche (erbaut 1994) und den neuen Plänen für die Umgestaltung des Dorfzentrums präsentiert der Förderverein nicht nur die kontrastreichen Architekturstile des Dorfkerns, sondern auch den bis heute nicht abgeschlossenen Wandel in dessen Nutzung. „Noch 1967 wurde hier im Zentrum Getreide angebaut. Jetzt steht er wieder vor einer Veränderung“, erklärte Schriftführer Ralph Emmerich, der selbst in den vergangenen Wochen fast täglich im Ort mit der Kamera unterwegs war. Für ihn steht fest, dass jede Generation ihr eigenes Lebensgefühl hat. Und das drücke sich auch immer wieder in der Architektur aus.

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