Exponate und Historie: Ausstellung erzählt Geschichte der Alfterer Gaststätten

Exponate und Historie : Ausstellung erzählt Geschichte der Alfterer Gaststätten

Die Ausstellung „He Schäng, do me noch Eene!“ erzählt die Geschichte von Alfterer Gaststätten. Noch bis Juni ist die Ausstellung zu sehen.

Ein erstaunter Ausruf: „Ach, so sah das aus“ oder ein erfreutes „Schau mal da – daran erinnere ich mich auch“ – die Ausstellung „He Schäng, do me noch Eene!“ über die Geschichte alter Alfterer Gaststätten weckte bei den Besuchern eigene Erinnerungen. Sie flanierten zwischen den im Raum verteilten Infosäulen und Plakaten, wanderten von der „Gemütlichen Ecke“ zur „Martinsklause“ weiter zur „Viktoriahalle“ oder eine der anderen von insgesamt zwölf Gaststätten. Man tauschte sich in fröhlichen Gesprächen aus, die mitunter auch an der Theke endeten. Diese war für die Ausstellung eigens unter der Leitung von Bernd Süring, Beisitzer des Fördervereins, in echtem 50er Jahre Stil aus Furnierholz gebaut worden.

Dazwischen konnten die Besucher etliche Exponate bewundern: aus dem Gasthaus Krone ein Kaffeegedeck von 1920 und einen Geburtstagsbecher von 1898. Oder man blätterte im Gästebuch von Spargel Weber mit Einträgen unter anderem von Ulrich Wickert, Bernd Stelter und Ignaz Kiechle. Marie-Luise Nikuta dichtete „Spargel pur und andere Sachen – bringen den Magen toll zum Lachen“.

Legendäre Prinzenempfänge

Eine gesellige Runde anlässlich der 950-Jahr-Feier und eine einfache Frage: „Fina-Bar? Wovon redet ihr?“ – das war der Auslöser für diese am vergangenen Freitag im Haus der Alfterer Geschichte eröffneten Ausstellung, erzählte Frau Bärbel Steinkemper, Vorsitzende des Fördervereins, in ihrer Begrüßung. Die Fotos von den „coolen Typen“ – wie man heute sagen würde – die sich damals in der Fina-Bar in Olsdorf trafen, hatte Heinz Henseler (82) zur Verfügung gestellt. Er selbst erinnert sich auch heute noch lebhaft an die legendären Prinzenempfänge in der seit 2001 geschlossenen Bar.

130 Seiten prall gefüllt mit Informationen und Details hat der Vorstand des Fördervereins für diese Ausstellung zusammengetragen, berichtete Robin Huth, stellvertretender Vorsitzender, und dazu noch unzählige Fotos aus Privatarchiven und Publikationen. „Hier lasst uns eine Hütte bauen“ – ein Satz und eine Idee, geschrieben unter ein Schwarz-Weiß-Foto. Es zeigt den Blick hinab von einem Hügel – die meisten kennen ihn. 1950 eröffnete Heinrich Kempf mit Ehefrau Lotte an genau dieser Stelle einen Kiosk und die Geschichte des Heimatblick begann.

Dorfschänke besteht heute noch

Kaum ein anderer Ort im Vorgebirge hat so viele Gaststätten im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Paul Faßbender erinnerte sich an die Eröffnung der 10. Gaststätte in Alfter im Jahr 1956. „Ich lieferte Material an den Emons und davor standen etliche Leute und diskutierten darüber, wie das gut gehen solle“, erzählte Faßbender. Bis jemand trocken konstatierte „Den schleppen wir auch noch durch“ – und er behielt Recht. Die Dorfschänke besteht heute noch.

Die Ausstellung ist dienstags und donnerstags von 15 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Am 28. Juni findet die Finissage (feierliche Abschlussveranstaltung) statt.

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