Ärger über ein Verwarngeld: Alfterer will Knöllchen nicht bezahlen

Ärger über ein Verwarngeld : Alfterer will Knöllchen nicht bezahlen

Er hatte sich das Okay einer Politesse geholt, als Max Schneider sein Auto in Bad Münstereifel parkte. Und dann klebte trotzdem ein Strafzettel an der Windschutzscheibe. Jetzt lässt er es auf einen juristischen Streit ankommen.

Es geht Max Schneider nicht um die zehn Euro Verwarngeld. „Es geht mir ums Prinzip“, sagt der in Alfter wohnende gebürtige Schweizer. Das Prinzip, um das es ihm geht, meint, dass man sich auf die Aussagen einer Amtsperson verlassen kann. Und in dieser Hinsicht sei er jüngst in Bad Münstereifel enttäuscht worden.

Folgendes war passiert: Schneider ist ein großer Fan des Citroën 2CV, auch Ente genannt. Zusammen mit seiner Frau und vier Freunden aus den USA – ebenfalls Enten-Fans – war er kürzlich in Bad Münstereifel. Mit drei Enten war die Gruppe dorthin gefahren. Es war ein Sonntag. In der Stadt angekommen, begann die Suche nach drei Parkplätzen.

Zwei Plätze für die Autos der US-Amerikaner habe man sofort gefunden, berichtet Schneider. Sein eigenes Fahrzeug habe er sodann zunächst auf einem Kurzzeitparkplatz abgestellt, um seinen Freunden beim Ziehen der Parktickets zu helfen. Auf dem Weg zurück zu seinem Wagen sei die Gruppe auf eine Mitarbeiterin des Ordnungsamts gestoßen.

Städtische Mitarbeiterin gab offenbar eine falsche Auskunft

Er habe sie angesprochen und wegen des Kurzzeitparkplatzes sowie der benötigten Parkscheibe gefragt, so Schneider. Er sei sich unsicher gewesen. Daraufhin habe ihm die städtische Mitarbeiterin erklärt, dass der Parkplatz nur unter der Woche zeitlich begrenzt sei.

„Ich bedankte mich für die höfliche Auskunft, drehte mich zu den vier US-Amerikanern um und erklärte ihnen, dass es immer besser sei, sich zu versichern, wenn schon eine Amtsperson zugegen ist“, so Schneider.

Als die Gruppe rund 90 Minuten später zurückkehrte, prangte allerdings ein Knöllchen an der Windschutzscheibe von Schneiders Ente. Er sollte zehn Euro Strafe wegen Überschreitung der Parkzeit zahlen. Seitdem korrespondiert Schneider mit der Stadt Bad Münstereifel.

Er wehrt sich gegen die Verwarnung. Schließlich habe er mehrere Zeugen für das Gespräch, obgleich die Amerikaner kein Deutsch könnten. Er habe ihnen das Gespräch mit der Ordnungsdienstmitarbeiterin aber umgehend übersetzt.

Bad Münstereifel besteht auf dem Verwarngeld

Bei der Stadt Bad Münstereifel sieht man allerdings keinen Grund, von der Verwarnung abzusehen. Nach Angaben von Pressesprecherin Marita Hochgürtel ist der besagte Parkplatz immer zeitlich befristet. „Es gibt keine Ausnahme“, fügt sie hinzu.

Der zuständige Mitarbeiter des Ordnungsamts habe zudem mit den Politessen, die am besagten Tag im Dienst waren, gesprochen. Keine könne sich an ein Gespräch mit Schneider erinnern, so Hochgürtel weiter.

Sollte Schneider das Knöllchen nicht bezahlen, wird laut Hochgürtel ein Bußgeld erhoben. Im Anschluss könnten Mahngebühren folgen, und in letzter Konsequenz würde sich ein Richter mit dem Fall befassen.

Schneider will es darauf durchaus ankommen lassen. Er würde zur Not auch ins Gefängnis gehen. „Danach würde ich die zehn Euro spenden“, sagt er.

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