Millioneninvestition in Immobilie: Alfter will in alte Hauptschule investieren

Millioneninvestition in Immobilie : Alfter will in alte Hauptschule investieren

Die Gemeinde Alfter will das alte Hauptschulgebäude rundum erneuern. Außerdem stehen zusätzliche Arbeiten an, falls eine weiterführende Schule kommt. Momentan ist die Folgenutzung unklar.

Im früheren Oedekovener Hauptschulgebäude wird es bekanntlich vorerst keine weiterführende Schule geben. Schließlich hatten im Februar zu wenige Eltern ihr Kind für eine Gesamtschuldependance angemeldet. Dennoch will die Gemeindeverwaltung nun fast neun Millionen Euro in die Sanierung des Gebäudes investieren. Das Okay dafür will sich die Verwaltung bei einer politischen Doppelsitzung einholen. So tagen der Haupt- und Finanzausschuss sowie der Bildungsausschuss am Dienstag, 25. Juni, (17 Uhr, Ratssaal) gemeinsam.

Den eigentlichen Startschuss hatte die Politik schon im vergangenen September gegeben. Damals hatten die Ratsmitglieder bereits erste Planungsarbeiten für die Sanierung beschlossen. Hintergrund damals war, dass man schnell mit der Sanierung beginnen wollte, falls es zur Gründung einer Zweigstelle der Rheinbacher Gesamtschule kommt. Obgleich sich diese Pläne erledigt haben, hatten Politik und Verwaltung in der Aprilsitzung des Bildungsausschusses bekräftigt, weiterhin alles dafür zu tun, dass Alfter eine weiterführende Schule bekomme.

Doch nicht nur dafür soll das Gebäude hergerichtet werden. Bekanntlich befinde sich aktuell der Offene Ganztag (OGS) der Oedekovener Grundschule und die Kita „Sonnenblume“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in dem Gebäude. „Auch dafür ist eine Sanierung erforderlich“, heißt es in den Unterlagen der Gemeinde zur anstehenden Doppelsitzung.

Nach der Ausschreibung der Leistungen und deren Vergabe sollen die eigentlichen Bauarbeiten nach Vorstellungen der Gemeinde im Herbst 2019 beginnen. Dabei handelt es sich den Ausschussunterlagen zufolge allerdings nur um einen ersten Bauabschnitt. Einen zweiten Bauabschnitt sieht die Gemeinde als Option vor, sollte es zur Einrichtung einer weiterführenden Schule kommen.

Erster Bauabschnitt:

Dieser soll in mehreren Etappen erfolgen, um den Betrieb von OGS und Kita möglichst wenig zu beeinträchtigen. In diesem Abschnitt sollen nach einer Aufstellung der Gemeinde in den Sitzungsunterlagen eine ganze Reihe von Arbeiten erfolgen – unter anderem neue Wände und eine neue Dachdeckung, neue Fenster, Türen und Sonnenschutzanlagen sowie Estrich- und Fliesenarbeiten oder auch Lüftungs-, Sanitär-, Heizungs- und Elektroarbeiten. Allein für den ersten Bauabschnitt ist besagter Betrag von knapp neun Millionen Euro vorgesehen. Dazu teilt die Verwaltung aber auch mit: „Es besteht jetzt die Möglichkeit, durch die Beantragung von Fördermitteln die Kosten zu reduzieren.“ Zum Hintergrund: Für die Sanierung der Schule hatte die Gemeindeverwaltung bereits rund 9,6 Millionen Euro in den Doppelhaushalt 2019/20 eingestellt. Diesen hatte der Gemeinderat Anfang April bei einer Enthaltung und neun Gegenstimmen von SPD und UWG verabschiedet. Abschluss des ersten Bauabschnitts soll nach jetzigem Stand im Herbst 2021 sein.

Zweiter Bauabschnitt:

Dieser solle nach Angaben der Gemeindeverwaltung nur dann erfolgen, „wenn im Jahr 2022 eine weiterführende Schule am Standort Am Rathaus 11 etabliert wird“, wie es in den Sitzungsunterlagen heißt. Dann sollen Fachräume ausgestattet sowie eine Interimsmensa eingerichtet werden. Dafür setzt die Gemeinde dann noch einmal rund 730 000 Euro an.

Nach einem möglichen Beschluss der beiden Ausschüsse zum Start des ersten Bauabschnitts müsste der Gemeinderat am Donnerstag, 11. Juli, (18 Uhr, Ratssaal) dieses Votum dann noch bestätigten. Darin eingeschlossen ist die Feststellung, dass es vorerst keine Untermietung von Räumen in dem Gebäude an weitere Nutzer gibt. Laut Gemeinde würde dies zu Verzögerungen und weiteren Kosten bei der Sanierung führen. Dies würde dann eine Absage an die Freien Christlichen Schulen Bonn/Rhein-Sieg (FCSB) sowie an den Rhein-Sieg-Kreis bedeuten. Wie berichtet, hatten die FCSB Interesse an Räumen für ihre Gesamtschule geäußert, der Kreis wiederum für die Waldschule, deren Gebäude in Witterschlick saniert und erweitert wird.

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