Alfter: Herbstaustellung beschäftigt sich mit Beethoven

Stein, Licht und Glas : Herbstausstellung in Alfter rund um Beethoven

Kombinationen aus Stein, Licht und Glas: Die Herbstausstellung im Atelier des Künstlers Michael Franck in Alfter beschäftigt sich mit dem Komponisten Beethoven.

Wie sieht es aus im Kopf eines Genies? Diese Frage beschäftigte den Alfterer Künstler Michael Franck besonders, wenn er an den Komponisten Beethoven dachte. Zum Beethoven-Jubiläum ehrte er Bonns berühmten Sohn daher mit einer Skulptur, die dessen Gedankenwelt leuchtend ins Zentrum stellt. Am Wochenende präsentierte Franck diese Arbeit bei seiner Herbstausstellung in seinem Atelier in Alfter.

Die Materialien, mit denen sich der freischaffende Künstler seit beinahe 30 Jahren im Selbststudium auseinandersetzt und experimentiert, sind Stein- und Holzfragmente, immer in Verbindung mit Glas, manchmal ergänzt durch Metall. So entstand auch Francks Beethoven als Kombination aus Glas und einem Stück Buchenholz, das Franck bereits vor zwei Jahren vorbereitet hatte.

Doch erst, als er es jetzt in die Hand nahm, erinnerten ihn die Konturen an Beethovens Profil. Franck füllte diesen Kopf mit einer Doppelhelix aus rund 400 einzelnen Glasscheiben. "Ich lege halt besonderen Wert auf das Innere des Menschen, die Gedanken", erklärte er.

Licht ergänzt das Werk, Beethovens Gedanken leuchten türkis. Die Farbe entsteht durch alte, gerade einmal drei Millimeter dicke Fensterscheiben, die Franck aus einem Nachbarhaus bekommen hat.

Glaselemente in Holz- oder Steinfiguren bestimmen Francks Arbeit insgesamt. Seit 33 Jahren schafft der in Sechtem lebende Künstler daraus Figuren wie "Querdenkern", "Paralleldenkern" oder "Gedankenstrudel". Daneben stehen große, fremdartige Schachfiguren aus buntem Glas, Metall und Wurzelholz. Diese stammen aus den Anfängen seines Schaffens, erklärt der 59-Jährige. Die dafür nötigen Techniken habe er sich selbst angeeignet.

Neuere Werke bestehen meist aus ungefärbten Glaselementen. Das Holz sammelt er auf Spaziergängen im nahen Wald. Der Stein, meist grüner und roter Buntbandschiefer, stammt aus einem mittlerweile geschlossenen Steinbruch bei Eschweiler. "Die haben einfach Charakter, die Steine. Ich habe mich darin verliebt", so Franck.

Stein bestimmt auch sein neues Werk "Mutter Erde", ein großes Stück Moselschiefer mit über 700 Schichten Glas. Zwei Jahre Arbeit stecken darin.

Ungewöhnliche Wege geht Franck auch als Maler. Er porträtierte Prominente wie Toni Schumacher oder Hape Kerkeling anhand ihrer Fingerabdrücke. "Ich bin gerne im Atelier. Das ist mein Leben", erläuterte er sein Verhältnis zur Arbeit. Aber es sei auch gut, dass dieses Atelier seit 14 Jahren von seinem Wohnort getrennt sei. Sonst bekomme ihn seine Frau Lilli Robinson gar nicht zu Gesicht. Sie ist ebenfalls Künstlerin und zeigte auf der Ausstellung farbige Bilder aus Wachs.

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