Interkommunale Zusammenarbeit: Alfter, Bonn und Bornheim kooperieren bei Gewerbegebiet

Interkommunale Zusammenarbeit : Alfter, Bonn und Bornheim kooperieren bei Gewerbegebiet

Um Unternehmen in der Region zu halten und neue anzusiedeln, gehen Alfter, Bonn und Bornheim neue Wege. Richtig gleichberechtigt sind die Kommunen aber nicht.

Alfter, Bonn und Bornheim wollen bei der Entwicklung des Gewerbegebiets Alfter Nord kooperieren. Das erklärten die Bürgermeister von Alfter und Bornheim, Rolf Schumacher und Wolfgang Henseler, zusammen mit Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan auf einer Pressekonferenz am Freitag in der Alanus Hochschule in Alfter. Ziel ist, in der Region ansässige Unternehmen zu halten sowie neue Firmen anzulocken. Dazu haben Planer und Wirtschaftsförderer aus den drei Kommunen zusammen mit dem Planungsbüro Ulrich Hartung ein Positionspapier erarbeitet, in dem die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft vorgeschlagenen wird. Letztlich entscheiden müssen das aber die politischen Gremien in Alfter, Bonn und Bornheim. Entwickelt und erschlossen wird das Gebiet von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Alfter.

„Wir verstehen uns als Partner und nicht als Konkurrenten“, sagte Alfters Bürgermeister Schumacher. Es gelte, die Gunst der Stunde zu nutzen, schließlich brumme die Wirtschaft. Bornheims Bürgermeister Henseler drückte die Hoffnung aus, dass die Initiative von den politischen Gremien in den drei Kommunen mitgetragen werde. Die Menschen nähmen kommunale Grenzen in der Regel gar nicht so wahr.

Bonns Oberbürgermeister Sridharan meinte, dass alle von dem profitierten, was in Alfter entstehe. Zugleich erläuterte er, dass Bonn wie Bornheim ein Mitspracherecht bei der Ansiedlung von Gewerbe hätten. „Alfter muss aber das Recht des letzten Wortes haben“, so Sridharan.

Buslinie durch das Gebiet geplant

Er ergänzte, dass Alfter sämtliche Investitionen trage, weshalb die Gemeinde auch die Erträge erhalte. Sprich: Die Gewerbesteuereinnahmen verbleiben vollständig in Alfter. Die Gewerbeflächen in Bonn seien nicht „so üppig“, dass man den Bedarf befriedigen könne, erläuterte Sridharan. Henseler erklärte, dass für Bornheim die verkehrliche Erschließung eine wichtige Rolle spiele, etwa die Anbindung an den Bahnhof Roisdorf oder die Idee einer Buslinie durch das Gebiet.

Bei dem betroffenen Gebiet handelt es sich um den Teilbereich 2 des Gewerbegebiets Alfter Nord. Dieser umfasst ein 48 Hektar großes Areal zwischen den Grenzen zu Bonn und Bornheim, der Umgehungsstraße L 183 n und den Eisenbahnschienen. 28 Hektar sollen zu Bauflächen werden. Stadtplaner Hermann Ulrich erläuterte am Freitag einige Grundzüge. Geplant ist eine interkommunale Erschließungsstraße als Verbindung der Hohe Straße in Bonn-Tannenbusch mit der Alexander-Bell-Straße in Bornheim-Roisdorf.

Straße "schwingt" sich von Bornheim nach Bonn

Da sich diese Straße in einem Bogen durch das Gebiet schwingen soll, wird der Bereich auch „Swing“ genannt. In der Mitte des Areals soll ein sogenanntes Dorf entstehen. Dort sollen sich den Vorstellungen des Planers zufolge kleine Gewerbe, Dienstleister, Freiberufler und auch gastronomische Angebote ansiedeln. In den anderen Flächen sollen Parzellen zwischen 2000 und 60 000 Quadratmetern geschaffen werden. Man könne das Gebiet nicht ohne interkommunale Verflechtung denken, befand Ulrich. „Wir schaffen dadurch eine super Adresse“, meinte er weiter.

Seinen Vorstellungen nach könnte mit der Erschließung und Vermarktung im Jahr 2020 begonnen werden. Zunächst muss das interkommunale Konzept aber vom Alfterer Gemeinderat sowie den Stadträten in Bonn und Bornheim beschlossen werden. In Alfter hatte der Ausschuss für Gemeindeentwicklung Mitte Februar die Aufstellung des Bebauungsplans für den Teilbereich 2 beschlossen.

Projekt in Alfter nicht unumstritten

Allerdings ist das Projekt in der Alfterer Politik nicht unumstritten. Die Grünen hatten gefordert, dass auf den ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen nur hochwertiges Gewerbe angesiedelt werden soll. Die Freien Wähler hatten die Versiegelung der Flächen grundsätzlich kritisiert. CDU, SPD und FDP hatten sich klar für das Gewerbegebiet ausgesprochen.

Bonns Oberbürgermeister Sridharan sagte, dass Bonn in Sachen Gewerbeflächen auch mit anderen Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis kooperieren wolle – auch in solchen Formen, dass Steuereinnahmen geteilt werden können. Hierzu liefen bereits Gespräche im Kreis und mit der Bezirksregierung Köln.

Mehr von GA BONN