Engagement für Nachhaltigkeit: Alanus Hochschule zur Fairtrade-Universität ernannt

Engagement für Nachhaltigkeit : Alanus Hochschule zur Fairtrade-Universität ernannt

Die Alanus Hochschule ist als 23. Fairtrade-Universität in Deutschland ausgezeichnet worden. Eine Steuerungsgruppe mit Studenten der Fachbereiche Betriebswirtschaftslehre und Architektur sowie Angestellten hatte sich um die Bewerbung gekümmert.

Vom Beschluss bis zur Anerkennung vergingen eineinhalb Jahre: Nun ist die Alanus Hochschule in Alfter zur Fairtrade-Universität ernannt worden. Die Hochschule ist damit die fünfte Einrichtung in Nordrhein-Westfalen, die mit diesem Titel ausgezeichnet wurde. Bundesweit erhielten bisher 23 Hochschulen diesen Titel. Eine zehnköpfige Steuerungsgruppe, bestehend aus Studenten der Fachbereiche Betriebswirtschaftslehre und Architektur sowie Angestellten aus Verwaltung und Gastronomie, hatte sich um die Bewerbung um das Fairtrade-Siegel gekümmert. Martin Schüller von Verein TransFair Deutschland überreichte Rektorin Monika Kil die Anerkennungsurkunde.

Ruben Greif unterstützte als Bildungswissenschaftler im Rahmen des für alle Studierenden obligatorischen Studium Generale die Steuerungsgruppe bei der Erfüllung von fünf Kriterien, die den fairen Handel in den Hochschulalltag integrieren sollen: Nach einem von der Hochschule gemeinsam verfassten Beschluss, Fairtrade-Universität zu werden, musste eine Steuerungsgruppe gebildet werden. Die Gruppe soll dafür Sorge tragen, dass bei Sitzungen und in offiziellen Veranstaltungen sowie in Geschäften und in der Gastronomie, fair gehandelte Produkte in einem bestimmten Umfang zum Einsatz kommen.

Großes Engagement der Studenten

Schüller machte darauf aufmerksam, dass das Fairtrade-Siegel nicht mit einem Bio-Siegel zu verwechseln sei, da bei Bio-Siegeln nicht grundsätzlich der Anspruch verfolgt werde, für mehr Gerechtigkeit in globalen Produktions- und Handelsbeziehungen zu sorgen. Die Fairtrade-Standards seien hingegen ein Regelwerk, das Kleinbauernorganisationen, Plantagen und Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette einhalten müssten. Sie umfassen soziale, ökologische und ökonomische Kriterien, um eine nachhaltige Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern zu gewährleisten, aus denen beispielsweise Bananen, Kaffee oder Tee bezogen werden.

„Doch warum überhaupt importieren? Wäre es nicht besser zu regionalisieren“, war ein Frage, die sich Wirtschaftsstudentin Milena Suchier aus der Steuerungsgruppe am Anfang der Auseinandersetzung mit dem Thema Fairtrade stellte. „Warum Wein aus Südafrika einführen, wenn wir ihn auch im eigenen Land produzieren?“ Doch wisse sie auch, dass sich der Massenkonsum nicht aufhalten lasse. „Wenn schon, dann wenigstens fair gehandelt“, sagt sie.

Bei allem Lob, das dem Engagement der Studenten vonseiten Schüllers entgegenkam, vermisste er als Referent für Entwicklungspolitik von TransFair, den Fairen Handel auch zum Gegenstand von Lehre und Forschung der Hochschule zu machen.