Ferienprojekt in Oedekoven: Abenteuerspielplatz wählt Kinderbürgermeisterin

Ferienprojekt in Oedekoven : Abenteuerspielplatz wählt Kinderbürgermeisterin

Popcorn- und Wasserschlachten sind Pflicht: Mit diesem Wahlversprechen konnte die elfjährige Anisha Madmoly ihre jungen Wähler im Feriencamp überzeugen. Doch das war nur eins von acht Wahlversprechen.

Mit gleich acht Wahlversprechen überzeugte Anisha Madmoly ihre Wähler auf dem Abenteuerspielplatz neben der Oedekovener Dreifachturnhalle. So sollen beim bunten Abschlussabend am Donnerstag die Betreuer unter anderem ihre peinlichsten Momente erzählen. Außerdem sollen ihnen Puddings und Cupcakes ins Gesicht geworfen werden sowie Popcorn-, Kissen- und Wasserschlachten für Spaß sorgen. Mit einem überragenden Ergebnis von 64 Stimmen wurde die Elfjährige zur Bürgermeisterin des Abenteuerspielplatzes der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) erklärt. Sie setzte sich damit klar gegen Timo Klein aus Dransdorf durch.

Der 13-Jährige, der im vergangenen Jahr den Posten des Verwaltungschefs inne hatte, agiert nun als Stellvertreter. In ihrer Freizeit zeichnet Anisha gerne Anime-Figuren und spielt Nintendo Switch. Ihr Stellvertreter ist da eher sportlich unterwegs. Er kickt beim VfL Alfter. Rund 200 Mädchen und Jungen zwischen sechs und 14 Jahren hatten ihre Stimme abgegeben. Zehn Kandidaten waren ins Rennen gegangen. Für Anisha erfüllte sich mit ihrer Wahl ein lange gehegter Traum. „Ich hätte nie gedacht, dass ich heute gewinnen würde“, freute sich die Schülerin des Bornheimer Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums. Schon 2018 hatte sie sich um das Amt beworben und den Sieg nur knapp verfehlt. „Es ging dabei um acht Stimmen.“ In ihrer Dankesrede stellte sie gleich fest, dass sie ihre Wahlversprechen auf jeden Fall halten werde.

Wasserschlacht war das richtige Wahlversprechen

„Das hängt von den Versprechen ab und ob man diese umsetzen könne“, machte schon im Vorfeld das Leitungsteam um Lara Schmidt, Severin Wigger und Christopher Born klar. Eine Wasserschlacht bei den sommerlichen Temperaturen anzubieten, sei das richtige Wahlversprechen gewesen, meinte Alfters Bürgermeister Rolf Schumacher als „Profi“. Er gehörte zu den ersten Gratulanten. „Ich finde es toll, dass so viele Kandidaten angetreten sind. Das macht Demokratie auch aus.“

In der ersten Woche des Ferienprojekts waren die Teilnehmer äußerst fleißig gewesen und hatten um die 20 ein- bis vierstöckige Holzhäuser errichtet. Bis Freitag können Eltern die von ihren Kindern gebauten Domizile noch kaufen. Rund 20 Kubikmeter unbehandelte Holzschwarten aus Buche, Eiche, Lärche und Nadelholzbäumen wurden verbaut. Die größte, schönste, stabilste und kreativste Bude wird beim Bunten Abend prämiert, die Sieger erhalten Gummibärchen und eine Urkunde.

„Wir haben schon zwei Stockwerke fertig und wollen vielleicht noch eine oder zwei Etagen drauf setzen“, erzählte der achtjährige Saif stolz. Er ist zum dritten Mal dabei und hat seinen jüngeren Bruder Mohammed in die Kunst der Architektur eingeführt.

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