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Ferienfreizeit in Oedekoven: Abenteuerspielplatz in Alfter öffnet zum 32. Mal

Ferienfreizeit in Oedekoven : Abenteuerspielplatz in Alfter öffnet zum 32. Mal

200 Mädchen und Jungen zimmern beim Oedekovener Abenteuerspielplatz der Katholischen Landjugendbewegung ihre eigenen Buden. Höhepunkt ist eine Übernachtung in den jeweiligen „Eigenheimen".

„Wenn ich ganz ehrlich bin“, so der achtjährige Moritz, „dann habe ich auch ein bisschen Angst vor der nächsten Woche.“ Der Grundschüler gehört zu den rund 200 Kindern, denen die Katholische Landjugendbewegung Oedekoven (KLJB) seit Montagmorgen mit der 32. Auflage ihres Abenteuerspielplatzes (ASP) ein zwei Wochen andauerndes Urlaubsparadies bietet. Am Ende werden die Mädchen und Jungen sogar in ihren selbst gebauten Hütten und Holzhäusern übernachten.

Diese Nacht wird der Moment sein, dem Moritz schon beim montäglichen Start des ASP mit gemischten Gefühlen entgegensah. „Das Bauen macht ja Spaß, aber...“, setzte er an. Schließlich wird dies das erste Mal sein, dass er ohne seine Eltern und Geschwister irgendwo alleine übernachtet. Doch als wollte er sich Mut machen, schlägt er kraftvoll mit einem Hammer einen Nagel in das Brett, mit dem die erste Wand der neuen Hütte entstehen wird. Noch sind an allen Stellen auf der Wiese neben der Oedekovener Dreifachturnhalle nur Fragmente von Holzbauten zu erkennen, die jedoch schon in wenigen Tagen Gestalt annehmen werden.

„Im letzten Jahr“, so Betreuerin Lara (19), „hatten wir sogar eine fünfstöckige Hütte, in der 26 Kinder schlafen konnten.“ Eine Höhenbegrenzung wird nur der in Kürze für alle gut sichtbare Betreuerturm setzen. Wie viele Betreuer und Helfer war auch Lara schon als Sechsjährige dabei. Sommerferien ohne den ASP kann sie sich gar nicht vorstellen. So wie ihr geht es ebenfalls Katharina (23), Christopher (18) und Severin (17). Sie alle sind mit dem Abenteuerspielplatz als Mitglieder der KLJB groß geworden.

Nur der Betreuerturm ist in der Höhe begrenzt

Christopher freut sich bereits auf den Moment, am Ende des ASP auf eine gute Zeit zurückblicken zu können. „Es wird dann immer auch ein paar Abschiedstränen geben, wenn alle wieder auseinandergehen“, sagt er. Aber das zeige ihm auch, dass man dann als Betreuer alles richtig gemacht habe. „Der ASP ist eine eigene Welt“, sinniert Katharina. „Wenn man dann einmal hier ist“, so die Jurastudentin, „kann man alles drum herum vergessen.“

Die Betreuer schlafen meist auch auf dem Platz und gehen in der Regel nur für einen Kleiderwechsel mal nach Hause. „Es ist wie ein Zeltlager im eigenen Dorf“, fasst Katharina zusammen. Die anhaltend große Nachfrage beim Nachwuchs sieht sie in der Naturverbundenheit, dem Ländlichen und darin begründet, „dass die meisten hier miteinander im Dorf aufgewachsen sind“. „Für mich“, erinnert sich Severin, „war es schon als Kind das Größte, hier eine eigene Bude zu bauen.“

Dabei ist der Hüttenbau bei Weitem nicht alles, was die Ferienfreizeit zu bieten hat. Die Sechs- bis 13-Jährigen können jeden Tag aufs Neue entscheiden, ob sie lieber Buden bauen, Fuß- oder Volleyball spielen, in Tanzgruppen erste Choreografien erlernen oder Bastelangebote wahrnehmen wollen. Auch wer sich lieber mit seinem Handy oder auch nur mit einem Eis beschäftigen möchte, das der täglich kommende Eiswagen mit großem Erfolg den Kindern verkauft, kann das auf dem ASP tun.

Wer sich angemeldet hat, ist zu nichts verpflichtet. Auch nicht dazu, die ganze Ferienfreizeit anwesend zu sein. Jeder kann sich an- und abmelden, wie er möchte. „Ich glaube, dass diese Freiheit auch zu dem guten Gefühl beiträgt, das die Kinder hier haben“, vermutet Christopher. „Keiner muss, jeder kann.“

Zu Anfang warten 20 000 laufende Meter Bretter und Balken darauf, in rund zwei Dutzend Hütten verbaut zu werden, die am Freitag, 26. Juli, gegen eine freiwillige Spende erworben werden können. Erfahrungsgemäß wechselt etwa die Hälfte der Buden ihre Besitzer. Die Feuerwehr nutzt sie für Übungen, der Junggesellenverein baut daraus Zäune für sein Fest, andere reparieren mit dem Holz die eigenen Hütten oder Zäune. „Es gibt aber auch Eltern“, so Katharina, „die bauen die Buden hier ab und stellen sie sich im Garten wieder auf.“