Umweltkeim in der Region: Umweltkeim erneut im Trinkwasser festgestellt

Umweltkeim in der Region : Umweltkeim erneut im Trinkwasser festgestellt

Der Umweltkeim, der kürzlich in Teilen der Region im Trinkwasser nachgewiesen wurde, ist doch noch nicht verschwunden. Der Rhein-Sieg-Kreis hält die vereinzelten Funde aber weiterhin für ungefährlich. Eine Expertenkommission forscht nach der Ursache.

Wie Katja Eschmann, Pressesprecherin des Rhein-Sieg-Kreises am Dienstag auf Anfrage sagte, sei er in der vergangenen Woche „vereinzelt“ nachgewiesen worden, unter anderem im Sediment eines Hochbehälters des Wahnbachtalsperrenverbandes (WTV).

Die Ursache beziehungsweise die Quelle sei allerdings noch nicht gefunden, sagte die Sprecherin, die noch einmal betonte, dass der Keim nur „in geringer Konzentration“ auftrete und keine Gefahr für die allgemeine Bevölkerung darstelle. Weder für Säuglinge noch für Senioren sei eine Gefahr zu befürchten. Allerdings seien Krankenhäuser aus „rein präventivem Gesundheitsschutz“ informiert worden, damit sie abwägen könnten, ob bei Hochrisikopatienten Vorsichtsmaßnahmen zu treffen seien.

Am 22. September hatten der Kreis und die Stadt Bonn mitgeteilt, dass der Umweltkeim in Teilen des Versorgungsgebietes des Rhein-Sieg-Kreises, der Bundesstadt Bonn, der Gemeinde Grafschaft und der Stadt Remagen im Trinkwasser nachgewiesen wurde. Wie der GA berichtete, war er laut Kreis das erste Mal Mitte August bei routinemäßigen Kontrollen an mehreren Stellen aufgefallen. Am 29. September gab der Kreis dann bekannt, dass in umfangreichen Messungen kein Umweltkeim mehr aufgetreten sei. Nun wurde er also doch wieder festgestellt.

„Der Keim ist wie ein Blitzlicht, mal ist er da, dann wieder weg"

Wo genau, sagte die Sprecherin nicht, es handle sich um verschiedene Stellen im Versorgungsgebiet: „Der Keim ist wie ein Blitzlicht, mal ist er da, dann wieder weg. Deshalb ist auch die Ursachenforschung so schwierig.“ Die Bezeichnung Umweltkeim rühre daher, dass er auch am Boden und in der Luft auftreten könne. Er sei ein „ungefährlicher, aber natürlich unerwünschter Gast“. Deshalb forsche die Expertenkommission, der Vertreter der Gesundheitsämter der beteiligten Kreise und Kommunen, des Hygieneinstituts der Uni Bonn und von fünf Wasserversorgern angehören, weiter nach der Quelle.

Vor allem in Bornheim stößt das Thema auf Interesse, zumal am 20. November ein Bürgerentscheid zur Wasserversorgung in der Stadt ansteht. Schwere Vorwürfe erhebt nun der Roisdorfer Gewerbeverein in einem Schreiben an das Kreisgesundheitsamt: Die Pressestelle habe in ihrer ersten Veröffentlichung nicht erwähnt, dass der Keim aus der WTV-Aufbereitungsanlage Siegelsknippen stammen könnte, schreibt Vorsitzender und SPD-Ratsherr Harald Stadler. Der Verband hatte auf Nachfragen des GA bestätigt, dass der „grundsätzliche Verdacht“ gegeben sei, dass der Keim aus der Anlage kommen könne.

„Man weiß nicht, wo der Keim herkommt“, sagt Eschmann indes und betont, dass er „an verschiedenen Stellen im Netz bei verschiedenen Wasserversorgern“ nachgewiesen wurde. Eine zusätzliche Chlorung des Wassers, nach der Stadler fragt, sei nicht erfolgt, da diese die Ursachenforschung behindern würde.

Auch warum der Sachstand zunächst nicht veröffentlicht wurde, will der Verein wissen. Eschmann verweist auf die generelle Abwägung zwischen dem Ansinnen zu informieren, die Untersuchungen abzuwarten und dem Risiko „einen Hype auszulösen“, zumal der Keim ungefährlich und nur in geringer Konzentration aufgetreten sei. „Hier Panik zu schüren, wäre unangebracht“, betont sie abschließend.

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