Taxi-Mord von Schleiden scheint aufgeklärt

Taxi-Mord von Schleiden scheint aufgeklärt

Bonner Polizei nimmt den mutmaßlich letzten Fahrgast fest

Kreis Euskirchen. Der Mord an dem 43-jährigen Taxifahrer in Schleiden (Kreis Euskirchen) scheint aufgeklärt. Wie berichtet, war das Opfer vor einer Woche schwer verletzt in seinem Taxi an der Bundesstraße 258 gefunden worden und noch auf dem Transport ins Krankenhaus seinen schweren Stichwunden im Bauch erlegen.

Bei den von der Bonner Mordkommission geführten Ermittlungen gestaltete sich insbesondere die Rekonstruktion der Fahrtstrecke schwierig, obwohl nach ersten Medienberichten schnell zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung vorlagen. Die Polizei fand schließlich heraus, dass die erste Fahrt des Opfers an diesem Abend zu einem Restaurant in der Schleidener Fußgängerzone geführt hatte, zu dem das Taxi bestellt worden war.

Als der 43-Jährige dort gegen 20 Uhr erschien, traf er allerdings keinen Fahrgast an. Er fragte in dem Lokal nach, doch da auch durch die Hotel- und Restaurant-Mitarbeiter kein Taxi bestellt worden war, fuhr er ohne Fahrgast weiter. Wenige Minuten später wurde sein Taxi noch an der Gaststätte "Cikos" (ehemals "Schleidener Hof") gesehen. Dort verlor sich zunächst die Spur.

Erst die Hinweise einer Zeugin, die das Taxi kurz vor der mutmaßlichen Tatzeit in den Abendstunden des 17. Februar an der Gaststätte beobachtet hatte, brachte die Ermittler schließlich weiter. Ergänzende Befragungen führten die Polizei schließlich auf die Spur eines Mannes, der als mutmaßlich letzter Fahrgast des ermordeten Taxifahrers in Frage kommt.

Der 36-Jährige wurde am Donnerstag in den frühen Morgenstunden in seiner Schleidener Wohnung festgenommen. Nach Mitteilung eines Sprechers der Bonner Polizei hat er die Tat mittlerweile gestanden. Nach dem bisherigen Sachstand gehen die Ermittler davon aus, dass der Beschuldigte in der Absicht handelte, in Besitz der Geldbörse des Taxifahrers zu gelangen.

Der Vorwurf lautet damit auf Raubmord. Der Verdächtige soll am Freitag dem Haftrichter in Aachen wegen des dringenden Verdachts des Mordes vorgeführt werden. Eine Auswertung von am Tatort gesicherten Urin- und Fußspuren durch das Landeskriminalamt in Düsseldorf steht noch aus.

Der 43-jährige Familienvater wurde am Donnerstag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in seinem Heimatort beigesetzt. Mit Rücksicht auf die Trauernden waren auf dem Friedhof keine Kameras zugelassen. Auf diese Verfügung hatten sich die Polizei und die Stadt Schleiden trotz des großen Medieninteresses geeinigt.

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