1. Region

Fußball-EM: Tausende fieberten mit

Fußball-EM : Tausende fieberten mit

Die Fußballfans haben ihre Teams beim Public Viewing in Siegburg und Troisdorf gefeiert.

Public Viewing oder "Rudelgucken" war am Samstagabend angesagt, schließlich bestritt ab 20.45 Uhr die Deutsche Nationalmannschaft ihr Auftaktspiel zur EM 2012 gegen Portugal. Im Kreis feuerten Tausende Fans gemeinsam ihre Mannschaften an: In Troisdorf verwandelte sich der Innenhof der Burg Wissem in eine einzige Fanmeile, in Siegburg trafen sich die Begeisterten im S-Carré und machten Stimmung.

Etwa 2400 Fußballfans genossen das Spiel vor der malerischen Kulisse der Burg Wissem, nachdem sie sich durch die Eingangskontrolle gekämpft hatten. Flaschen, Tröten und Fahnen mussten nämlich draußen bleiben. "Die Sicherheit geht vor", sagte Veranstalter Florian Sydow. Schließlich waren viele Familien mit Kindern vor Ort, die sich weder für Glasscherben noch für fliegende Fahnen oder Tröten in Ohrenhöhe, sondern nur für das Spiel begeistern wollten.

Drei Bierpilze, zwei Grillstationen und zwei Toilettenwagen - auch für Menschen mit Behinderung - sorgten für zusätzlichen Service und ungestörten Fußballgenuss. Den der neunjährige Yanick kaum erwarten konnte: "Deutschland gewinnt", versicherte der Steppke, der nicht nur ein Trikot der Nationalmannschaft trug, sondern auch entsprechende schwarz-rot-goldene "Kriegsbemalung" vorweisen konnte.

Kostümierung wurde von vielen groß geschrieben: Von Fußballmützen über schwarz-rot-goldene Perücken und die fast schon obligatorischen Blumenketten bis hin zu um die Schultern gewickelten Fahnen reichte der Einfallsreichtum der Fans und machte das bunte Bild noch farbenfroher.

Anders als an der Burg waren rund um das Siegburger S-Carré noch keine Zäune aufgebaut, denn "das sind jetzt etwa 800 Fans, die sind alle friedlich, das haben wir im Griff", so Marco Kahmann von der Firma Delta Security, die in Troisdorf und Siegburg für die Sicherheit sorgte. Schon gegen 17 Uhr hatten Katrin, Vera, Simone und Kathi einen Tisch ganz vorne vor dem Bildschirm in Beschlag genommen.

"Wir wollten auf jeden Fall einen Spitzenplatz", so das Quartett aus Much, das sich für den Durst gleich ein ganzes Fässchen Kölsch an den Tisch bringen ließ. "In Much gibt es kein Public Viewing, darum kommen wir nach Siegburg. Es ist echt super hier." Das fanden auch die Portugiesinnen Iveta Pinto und Violette Swietlik, die ihre Landsmänner auch nach dem Treffer der Deutschen weiter kräftig anfeuerten und trotz Niederlage mit den anderen Fans gut gemeinsam feiern konnten.