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Siegburger Freizeitbad: Stadt soll mehr fürs Oktopus zahlen

Siegburger Freizeitbad : Stadt soll mehr fürs Oktopus zahlen

Es sind noch keine drei Jahre vergangen, seit das Oktopus mit neuen Attraktionen wie Tauchturm und Indoor-Surfanlage und mit einem neuen Betreiber seine Pforten geöffnet hat. Das Extra für Wellenreiter musste bereits 2010 mangels Interesse stillgelegt werden. Nun zeigt sich, dass die Betreiberfirma s.a.b. Gesundheits- und Erlebnispark GmbH mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat.

Daher bittet sie die Stadt Siegburg um Hilfe, fordert eine Anpassung des 2007 geschlossenen Vertrages und ganz konkret mehr Geld von der Stadt und von den Badegästen.

"Die vergangenen beiden Sommer mit schlechtem Wetter liefen nicht besonders gut", erklärt Wolfram Wäscher, Vorstandsvorsitzender der s.a.b. Zudem seien die Energiekosten derartig gestiegen, dass die ursprüngliche Kalkulation nicht mehr aufrecht zu erhalten sei. Das habe ihn veranlasst, rund 750 000 Euro mehr von der Stadt zu verlangen. Unter anderem fordert die s.a.b., dass die Stadt ihr die Grunderwerbssteuer erlässt und einen Betriebskostenzuschuss zahlt.

Bislang zahlt die Kommune jährlich 1,1 Millionen Euro an die Betreiberfirma, damit Vereine und Schulen das Schwimmbad nutzen können. Das Geld geht direkt an die Bank, bei der die s.a.b. den Kredit für ihre rund 20 Millionen Euro teure Sanierung des Schwimmbades aufgenommen hat, so Bürgermeister Franz Huhn auf Nachfrage.

Ehe die Stadt ihren Vertrag mit der neuen Betreiberfirma s.a.b. abgeschlossen hat, musste sie pro Jahr 1,5 Millionen Euro in ihr Bad stecken, das in einem desolaten Zustand war. "Die s.a.b. hat wirtschaftliche Probleme, hat uns um Hilfe gebeten und gemeinsam müssen wir nun schauen wie es weitergeht", sagt Huhn.

In nicht öffentlicher Sitzung hat der Stadtrat am Donnerstagabend über die Forderungen seitens der s.a.b. beraten. "Es geht zunächst einmal um eine Problemanalyse", so Huhn. Bei einem Lösungsansatz habe die Stadt wie der Betreiber stets ein gemeinsames Ziel vor Augen: "Wir wollen ein Bad für die Menschen zu moderaten Eintrittspreisen erhalten." Dass die Forderungen der s.a.b. an die Öffentlichkeit gelangt sind, bedauern beide Seiten. "Es handelt sich um ganz gewöhnliche Vertragsverhandlungen, die eigentlich nicht öffentlich geführt werden", sagt s.a.b.-Chef Wolfram Wäscher. Man sei noch im Planungsstand und habe der Stadt lediglich Vorschläge unterbreitet.

Neben Forderungen sehen die s.a.b.-Pläne indes auch Investitionen vor. "Wir wollen uns langfristig in Siegburg engagieren und über unseren derzeit laufenden 30-Jahresvertrag hinaus in Siegburg bleiben", erklärt Wäscher. Geplant seien Investitionen von rund fünf Millionen Euro in den nächsten Jahren. Dafür sollen drei oder vier Saunahütten im Außengelände errichtet, die Bettenzahl im angrenzenden Hotel aufgestockt und einige technische Anlagen erneuert werden.

"Mit einer neuen Wasseraufbereitungsanlage lassen sich auch die Wasserkosten des Oktopus dauerhaft senken", hofft der Vorstandsvorsitzenden.

Auch die Eintrittspreise haben die Betreiber ins Visier genommen. Die sollen ab September erhöht werden. Bis dahin sind sie noch per Vertrag an die Beibehaltung der alten Preise gebunden. Statt vier wollen sie im Hallenbad künftig fünf Euro von Erwachsenen sowie vier statt bisher 2,50 Euro von Kindern fordern. Auch die Preise für die Rutschen und das Freibad sollen erhöht werden. Aber auch hier hat die Stadt das letzte Wort.