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Stadt Meckenheim bereitet Aldi-Ansiedlung im Steinbüchel vor

Stadt Meckenheim bereitet Aldi-Ansiedlung im Steinbüchel vor

Die Stadt Meckenheim macht den Weg für die Ansiedlung eines Aldi-Marktes frei. Er kann gleich neben dem Edeka-Markt auf dem alten Tennenplatz in Merl-Steinbüchel gebaut werden, wenn das Planänderungsverfahren abgeschlossen ist. Dieses hat der Ausschuss für Stadtentwicklung am Donnerstag mehrheitlich gegen die Stimmen der UWG und der Grünen, bei Enthaltung der SPD, eingeleitet.

Mit Ausnahme der Bürger für Meckenheim (BfM) sehen die Fraktionen die Aldi-Ansiedlung überwiegend kritisch. Sie war im Rahmenkonzept des Viertels ursprünglich nicht vorgesehen. Vielmehr hatte man an dieser Stelle seniorengerechtes Wohnen, Dienstleistungen und Wohnungen geplant.

Aufgrund eines Gerichtsurteils sieht sich die Stadt gezwungen, dem Discounter eine Ansiedlung in Merl zu gewähren - um Schadensersatzforderungen zu entgehen. 2001 wollte Aldi in der Nachbarschaft auf dem früheren DRK-Gelände bauen. Die Stadt erteilte dem eine Absage, unterlag aber letztlich vor Gericht.

Jetzt muss sie die planungsrechtlichen Grundlagen schaffen. So wird das Gebiet rund um den Edeka als Sondergebiet ausgewiesen, das vom Einzelhandel genutzt wird. Das alles erläuterte der beauftragte Planer des Büros "ISR Stadt + Raum GmbH" aus Haan, Jan Roth.

Die Anlieferung zum Aldi-Markt soll über den vorgelagerten Parkplatz mit 160 bis 170 Stellplätzen erfolgen, gegebenenfalls wird es neben der Zufahrt eine Lärmschutzwand geben, das werde derzeit untersucht. Der Eingang zum Aldi ist gegenüber dem Edeka-Haupteingang geplant. Westlich davon entsteht ein Platz, von dem Fußwege zur Heroldpassage und in die neuen und bestehenden Wohngebiete führen.

Das Echo war geteilt. Hans Erich Jonen (UWG) stellte fest, dass es "unlauter" sei, angesichts eines Vollsortimenters und eines Discounters noch von "Nahversorgung" zu sprechen. "Die Politik ist vor den Drohgebärden der Firma Aldi eingeknickt." Seine Fraktion werde den Änderungsplänen nicht zustimmen. Auch Rolf Engelhardt (SPD) erinnerte an die Nachteile der Entwicklung, die man anhand von Geschäftsschließungen am Neuen Markt, wie der Schließung des Rewe-Marktes, sehen könne.

"Dennoch akzeptieren wir demokratisch gefasste Beschlüsse und werden uns enthalten." Für Hendrik Alscher (Grüne) hat die jetzige Entwicklung nichts mehr mit der ursprünglichen Rahmenkonzeption zu tun. "Ich halte es für einen Witz, den Parkplatz als Veranstaltungsplatz verkaufen zu wollen, nur um dem Ganzen noch etwas Positives abzugewinnen."

Auch CDU-Chef Eike Kraft merkte an, dass der Aldi nicht vorgesehen war. "Der finanzielle Schaden der Stadt ist jedoch nicht absehbar", deshalb werde seine Fraktion aus Verantwortung für die Stadt zustimmen. Die BfM halten die Aldi-Ansiedlung "für angemessen", so Fraktionschef Johannes Steger.