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Selhof-Süd: Stadt Bad Honnef: Bürgerversammlung nach den Ferien

Selhof-Süd : Stadt Bad Honnef: Bürgerversammlung nach den Ferien

Großer Bahnhof für die Mitglieder der Ausschüsse für Umwelt und Verkehr sowie für Bauen und Planen: Zahlreiche Selhofer verfolgten in der Sitzung am Dienstag den Tagesordnungspunkt "Rahmenplan Selhof-Süd".

Viel Neues gab es dabei nicht. Am Ende vertagten die Gremien jede weitere Diskussion auf nach der Sommerpause. Dann sollen auch weitere Details zu Varianten der Verkehrserschließung nachgereicht werden. Technischer Beigeordneter Bernd-Josef Vedders kündigte zudem eine Bürgerversammlung für nach den Ferien an.

Ein Baulandkompromiss der Politik sieht vor, am heutigen Ortsrand von Selhof maximal 50 Einfamilienhäuser zu ermöglichen. Den von Anliegern des "alten" Ortes geäußerten Bedenken, dass damit einer weit großflächigeren Bebauung Tür und Tor geöffnet werde, trat CDU-Fraktionschef Sebastian Wolff entgegen. "Das ist mit uns nicht zu machen", beeilte er sich namens der Ratsmehrheit der Allianz aus CDU, FDP und Liste Bündnis 90/Grüne zu versichern.

Dass dies teils anders gesehen wird, ist ebenfalls nicht neu. "Wir berauben uns einer Zukunftschance mit der Begrenzung auf 50 Wohneinheiten", wandte Axel Foppen (Bürgerblock) ein. Auch sei die "kleine Lösung" mit unangemessenen Erschließungskosten verbunden. Letztere bereitet vielen Selhofern Bauchschmerzen. Nach der Sitzung kündigten einige schon jetzt massiven Protest und rechtliche Schritte an.

Verkehrsgutachter Markus Geuenich stellte Varianten vor, die infrage kommen könnten: eine Anbindung über eine "anbaufreie" neue Straße, die vom Kreisel Linzer Straße/Dellenweg über die grüne Wiese führen würde, Öffnung und Ausbau des Dellenweges, eine "Planstraße B" vom Dellenweg am Friedhof vorbei zur Linzer Straße oder eine Verlegung des Baugebietes an den Kreisel Dellen-/Drieschweg und damit direkte Erschließung von dort aus. Während letztgenannte Variante aus städtebaulicher Sicht auszuschließen sei - entstehen würde ein Baugebiet ohne Anbindung an den Ort, so die Verwaltung -, wären alle anderen Varianten technisch geeignet, die erwarteten 234 Mehr-Autofahrten pro Tag abzuwickeln.

Geuenich: "Die Zusatzbelastung für die Ortsstraßen wäre verträglich." Problem der anbaufreien Straße: Die wäre so teuer, dass Kosten und Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen stünden. Eine Refinanzierung über Anrainer sei nicht möglich, anders als beim noch nicht erfolgten Endausbau etwa des Dellenweges. Präferenz des Gutachters: die Planstraße B als "attraktive Ost-West-Verbindung" plus Ausbau des Limbicher Weges als "weiteres Ventil", was den Altort sogar noch entlasten würde. "Das Wohngebiet könnte auch ohne die Planstraße B und den Ausbau des Limbicher Weges realisiert werden. Besser aber wäre es mit."