Spatenstich für neue Moschee in Witterschlick

Spatenstich für neue Moschee in Witterschlick

Das lange Warten hat ein Ende: Nächsten Montag ist Spatenstich für den Neubau der Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde Witterschlick.

Alfter-Witterschlick. Das lange Warten hat ein Ende: Nächsten Montag ist Spatenstich für den Neubau der Moschee der türkisch-islamischen Gemeinde Witterschlick. Weil sich die Gemeinde für ihr künftiges Gebäude im Gewerbegebiet Witterschlick-Nord einen neuen Architekten gesucht hat, verzögerte sich der Baubeginn. Das teilte der Vorsitzende des Moscheevereins, Ali Kemal Güven, am Montag auf Anfrage des General-Anzeigers mit.

Ursprünglich sollte es schon vor einem Jahr auf dem Areal an der Raiffeisenstraße losgehen. Der neue Architekt Mehmet Tümce habe kleine Änderungen im Inneren des Neubaus vorgesehen, die vom Bauamt des Rhein-Sieg-Kreises erst genehmigt werden mussten, so Güven. "Das ist jetzt geschehen", erklärte er. So sei nun ein Mehrzweckraum im Keller des Gebäudes geplant, und nicht - wie zunächst vorgesehen - im Erdgeschoss. An den Eckpunkten des Bauplans habe sich jedoch nichts geändert.

Zum Hintergrund: Seit 2003 ist der Moscheeverein auf der Suche nach einem Standort für ein neues Gotteshaus. Im Dezember 2007 hatte er schließlich eine Bauvoranfrage für den Bau einer Moschee im Gewerbegebiet gestellt, die im Juni 2008 positiv beantwortet wurde. Im März 2009 wurde dann zwischen der Gemeinde Alfter und dem Moscheeverein der Kaufvertrag für ein 2 600 Quadratmeter großes Grundstück an der Raiffeisenstraße unterschrieben. Nächster Schritt war die Baugenehmigung, die der Rhein-Sieg-Kreis als Bauaufsichtsbehörde Ende Januar 2010 erteilte.

Auf 720 Quadratmetern Grundfläche soll der Neubau laut Güven entstehen. In dem geplanten 300 Quadratmeter großen Gebetsraum können sich bis zu 337 Personen zum Beten versammeln. "Unsere Gemeinde wächst stetig, zurzeit haben wir rund 210 Mitglieder. Deswegen sind die größeren Räumlichkeiten unbedingt vonnöten." Am alten Standort an der Nettekovener Straße, mitten im Witterschlicker Ortskern, seien die Kapazitäten erschöpft.

Seit 1980 ist die Gemeinde dort ansässig. Von außen soll die neue Begegnungsstätte eine Kuppel und ein 16,20 Meter hohes Minarett zieren. Der Ruf zum Gebet wird laut Güven nur im Inneren der Moschee zu hören sein. Ein Teil des Neubaus wird Räume für kulturelle Veranstaltungen und Wohnungen für die Vorbeter beherbergen. "Mit dem Rohbau wollen wir Ende des Jahres fertig sein", so Güven.

Spätestens in zwei Jahren möchten die Muslime in ihrer neuen Moschee beten. "Dann werden wir das alte Gebäude verkaufen", so der Vorsitzende. Bürgermeister Rolf Schumacher begrüßte die Entwicklung. "Wenn die neue Moschee fertiggestellt ist, wird sie als sichtbares Zeichen für Integration in Witterschlick gelten."

Zum Spatenstich im Gewerbegebiet laden die Muslime für Montag, 23. Mai, 14.30 Uhr ein. Weiter geht es mit dem "Tag der offenen Tür" in den alten Räumen an der Nettekovener Straße 12 am Samstag, 11. Juni, 10 bis 20 Uhr, und am Sonntag, 12. Juni, 11 bis 19 Uhr. Neben Führungen werden handgemachte Geschenkartikel und türkische Spezialitäten angeboten.

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