Sondereinheit sagt Einbrechern den Kampf an

Sondereinheit sagt Einbrechern den Kampf an

Kriminalinspektion des Kreises Ahrweiler möchte durch gezielte Aktionen die Bürger sensibilisieren - Täter benutzen meist Autos mit Ruhrgebiet-Kennzeichen

Kreis Ahrweiler. Die Polizei bittet um Mithilfe: Vor allem in der "dunklen Jahreszeit" sind sie wieder unterwegs, die Wohnungseinbrecher. Eine besondere Arbeitsgruppe der Kriminalinspektion Mayen und der Polizeiinspektionen des Kreises Ahrweiler möchte durch gezielte Aktionen die Bürger sensibilisieren. Denn die Zahl der aufgeklärten Einbrüche ist unverhältnismäßig gering, insbesondere die fehlenden Hinweise aus der Bevölkerung erschweren die Ermittlungen.

"Auf 210 Einbruchsfällen gibt es drei bis vier Hinweise von Bürgern", resümiert Wilfried Manheller, Kriminalhauptkommissar und Leiter der Arbeitsgruppe Wohungseinbruch. Manheller plädiert für ein wachsendes Verantwortungsbewußtsein in der Bevölkerung, einerseits für den eigenen Besitz, aber auch für den Besitz des Nachbarn.

Seit dem vergangenen Jahr setzt die Polizei auf verstärkte Aufklärung und "die Anzahl der Einbrüche hat sich seither verringert", so Karl Braun, Leiter der Polizeiinspektion Remagen. Auffällig sei, dass die Tatorte sich größtenteils im nördlichen Rheinland-Pfalz befinden. Für die Täter, die hauptsächlich aus Ballungsgebieten wie das Ruhrgebiet kämen, seien Orte, die an Hauptverkehrsstraßen oder an Autobahnen liegen, besonders interessant. Aus diesem Grund seien Sinzig, Remagen, Bad Neuenahr-Ahrweiler und die Grafschaft hauptsächlich betroffen.

Die Täter benutzen laut Polizei ältere Fahrzeuge, meistens viertürige Modelle mit Kennzeichen aus dem Ruhrgebiet. Die Autos, in der Regel mit drei Personen besetzt, würden in Nebenstraßen, unmittelbar am Tatort, abgestellt. Ein Einbrecher bleibe im Fahrzeug sitzen, zwei machten sich am gewählten Haus zu schaffen. Die Täter wollten keinen Lärm machen, keine Spuren hinterlassen und wenn das Schloss nicht in 30 bis 40 Sekunden zu öffnen ist, ergriffen sie die Flucht.

Als technische Präventionsmaßnahme rät die Polizei, in Türen und Fenster mit besseren Schlössern zu investieren. Informationen zu sicherem Wohnen sind bei jeder Polizeidienststelle in der Broschüre "Ungebetene Gäste" erhältlich. "Die Täter sind nicht aggressiv und wollen den Kontakt mit den Wohnungsinhabern möglichst vermeiden, um keine Spuren zu hinterlassen", sagt Stefan Heinz, Leiter der Kriminalinspektion Mayen.

Die zehn Mann starke Sondereinheit AG Wohnungseinbruch, bestehend aus Kriminalbeamten und Beamten der Schutzpolizei, schaut sich jeden Tatort genau an und sucht nach Werkzeug-, Finger- und neuerdings auch nach DNA-Spuren. 20 000 Informationsblätter verteilte die Polizei bislang an die Haushalte der Rheinschiene und klärte die Bevölkerung über unterstützende Verhaltensregeln auf. "Die Täter kommen größtenteils aus dem süd-ost-europäischen Raum", sagte Manheller. Über die Hintergründe der Täter könne die Polizei nur spekulieren, da festgenommene Einbrecher in der Regel keine Aussage machten. Die Polizei gehe aber davon aus, dass es sich um organisierte Gruppierungen handle, führte Manheller weiter aus.

Mitte Oktober wurde die Arbeitsgruppe Wohnungseinbruch ins Leben gerufen und bleibt voraussichtlich bis zum Frühjahr 2002 bestehen. Stefan Heinz fasste zusammen, dass die Situation nicht dramatisch, aber besorgniserregend sei.

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