Soko "Distel" stellt Einbrecherbande

Soko "Distel" stellt Einbrecherbande

Quartett aus Moldawien auch im Rhein-Sieg-Kreis aktiv

Rhein-Sieg-Kreis. Eine konspirative Wohnung in Düsseldorf hat einer kriminellen Bande aus Moldawien als Stützpunkt gedient, von dem aus sie zu ihren nächtlichen Einbruchstouren entlang des Rheines von der niederländischen Grenze bis in den Rhein-Sieg-Kreis starteten - unter anderem auch nach Troisdorf.

Nach monatelangen Ermittlungen hoben Beamte der Düsseldorfer Sonderkommission "Distel" am frühen Montagmorgen die Wohnung im Stadtteil Mörsenbroich aus und nahm vier Männer aus Moldawien fest. In der Wohnung stellte die Polizei umfangreiches Diebesgut sicher, darunter zahlreiche Laptops, Handys, Computer-Bildschirme und Plasma-Fernseher.

Sogar ein Mini-Motorrad entdeckten die Beamten. Die Verdächtigen im Alter von 21 bis 39 Jahren wurden inzwischen von einem Richter in Untersuchungshaft geschickt. In der Nacht zu Mittwoch, 21. März, wurde im Musikerviertel in Kriegsdorf gleich in vier Häuser eingebrochen. Teilweise schliefen die Eigentümer in den Obergeschossen, während die Einbrecher durch die Terrassentüren eindrangen, Wohnräume durchsuchten und mit Bargeld, Laptops, Handys, einem Plasma-Fernseher und anderen elektronischen Geräten unbemerkt wieder verschwanden.

Allein den Wert der Kriegsdorfer Beute bezifferte die Polizei auf rund 25 000 Euro. Zusätzlich stahlen die Einbrecher ein Auto, dessen Schlüssel sie zuvor in einem der Häuser entdeckt hatten. Mit dem Wagen transportierten sie laut Polizei die Beute ab. Die vierköpfige Bande wird von der Polizei für zahlreiche weitere Einbrüche nach demselben Tatschema verantwortlich gemacht.

Derzeit werden den Männern neun Beutezüge in Düsseldorf, Mettmann, Viersen, Meerbusch, Düren und Troisdorf vorgeworfen. Anhand der sichergestellten Beute geht die Kripo allerdings davon aus, dass noch weitere Einbrüche auf das Konto der Moldawier gehen. Zum Verhängnis wurde dem Quartett letztlich seine Masche, die Beute überwiegend mit den Autos ihrer Einbruchsopfer abzutransportieren.

Immer wieder entdeckte die Polizei in Mörsenbroich Autos, die nach Wohnungseinbrüchen am Niederrhein und im Rheinland gestohlen worden waren. Nach umfangreichen Ermittlungen kam die Sonderkommission schließlich der Bande auf die Schliche und machte auch deren Unterschlupf an der Mörsenbroicher Stieglitzstraße ausfindig. Weil der Stieglitz auch Distelfink heißt, wurde die eigens eingerichtete Sonderkommission auf den Namen "Distel" getauft.

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