So gesehen: Graffiti gegen Graffiti

So gesehen: Graffiti gegen Graffiti

Wenn es darum geht, Graffiti zu verhindern, gibt es viele Tipps. So wird das Aufbringen bestimmter Oberflächen empfohlen, die die Farbhaftung erschweren und die Reinigung erleichtern sollen - teuer, und ob's hilft?

Dann wieder heißt es, umgehendes Entfernen nach jeder Spray-Attacke wäre hilfreich, weil damit den Urhebern ihr "Erfolgserlebnis" vergällt wird - aber auch das kostet. Und Sisyphos lässt schön grüßen. Mancher meint, konsequente Strafverfolgung sei die wirksamste Abschreckung - wenn man der Sprayer denn überhaupt habhaft werden kann. Einen anderen Weg beschreitet darum jetzt die Bad Honnef AG: Graffiti gegen Graffiti, so lautet ihr Rezept.

Flächen, die von Könnern besonders schön gestaltet sind, werden von nachkommenden Sprayern meist in Ruhe gelassen. Das ist Sprayer-Ehrenkodex. Zwei Könner, Eugen Schramm und Thomas Klukas, die schon für die Stadtwerke Bonn, für Unternehmen oder auch Theater tätig waren, griffen also auch für Honnefs Energieversorger zu ihrem Handwerkszeug.

Entstanden sind Kunstwerke, bei deren Ausgestaltung die BHAG den Künstlern absolut freie Hand ließ. Sehenswert, wie Schramm und Klukas auf sonst eher tristen, da funktionalen Trafohäuschen und Pumpstationen die Geschäftsfelder des Wasser- und Energieversorgers in Szene gesetzt haben.

Die Hingucker zeigen, dass wilde Schmierereien mit Graffiti-Kunst so gar nichts zu tun haben. Und sie sind, freut sich Detlev Mai von der BHAG, von neuen Schmierereien bislang verschont geblieben. Ehrensache halt.

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