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Witterschlick-Süd könnte Weilerswist-Nord ersetzen

Witterschlick-Süd könnte Weilerswist-Nord ersetzen

Der Regionalrat fühlt sich von der Bezirksregierung schlecht informiert und hakt nach. In der Sitzung am Freitag, 13. Juni, werden sie Auskunft über den Wert der Kiesvorkommen bei Alfter-Witterschlick fordern, teilen sie mit.

Schließlich könnte nach den neuesten Erkenntnissen eine Erweiterung dieser bestehenden Grube neue Abgrabungen an anderen Orten überflüssig machen.

Der Abgrabungsstandort Witterschlick sei im Verfahren zur Änderung des Regionalplans "unter Umständen nicht richtig berücksichtigt" worden, befürchtet Verena Vitz, Fraktionsgeschäftsführerin der CDU im Regionalrat. Der geologische Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen habe nach Informationen der CDU den Standort Witterschlick-Süd kürzlich immerhin in die Kategorie "Abbauwürdigkeit hoch" eingestuft. Außerdem werde, so haben die Christdemokraten erfahren, derzeit der Boden südlich der genehmigten Abgrabungsfläche mit Bohrungen untersucht, um dort vielleicht den Quarzkiestagebau um 20 Hektar zu erweitern. Die Bezirksregierung Köln hat zum Abbau von hochreinem weißen Quarzkies bisher lediglich die drei Standorte Weilerswist-Nord, Bornheim-Sonnenhof und Rheinbach-Flerzheim als abbauwürdig dargestellt.

Weitere Standorte sind nicht in die Diskussion eingeflossen, klagen CDU und Grüne angesichts der Neuigkeiten aus Witterschlick.

Landschaftsschutzvereine und der Regionalrat hatten sich für die Einrichtung einer Abbau-Konzentrationszone bei Weilerswist-Nord ausgesprochen, um so neue Abbauvorhaben an anderer Stelle verhindern zu können.

Zum Erhalt der Natur an anderer Stelle waren sie dabei bereit, ein Opfer zu bringen: die Zerstörung eines Waldstücks bei Weilerswist, das zu einem "Flora-Fauna-Habitat" gehört, also als besonders schützenswert galt. Der Wald bei Witterschlick hat diesen Status an der fraglichen Stelle nicht, die Abgrabungsfläche wäre aber größer und gräbt sich in Wasserwerksnähe ins Grundwasser.

Weil die Bezirksregierung Köln die Konzentrationszone abgelehnt hatte mit dem Hinweis, dass hier nicht genug qualitativ hochwertige Quarzkiese zur Bedarfsdeckung gefördert werden könnten, wollen CDU und Grüne nun Klarheit.

In einer großen Anfrage fordern sie Auskünfte über den Wert von Witterschlick-Süd. Geklärt werden soll auch, weswegen sich die Bezirksregierung offenbar mit den Quarzwerken Frechen als neuer Besitzerin der Witterschlicker Grube im Dialog befindet, der Regionalrat aber bisher nicht darüber informiert wurde.

Sollte tatsächlich die Einschätzung des geologischen Dienstes zutreffen, müsse das Witterschlicker Abbaugebiet in die Berechnungen von Bedarf und Lieferfähigkeit in den kommenden 50 Jahren einbezogen werden, fordern die beiden Fraktionen im Regionalrat.

Zuletzt könnten auch andere abbauwürdige Flächen in dem bisherigen Verfahren nicht richtig berücksichtigt worden sein, vermuten CDU und Grüne. Bis Ende April wollen sie eine schriftliche Antwort vorliegen haben. bb