Wahl in Niederkassel: Vehreschild mit mehr als 64 Prozent wiedergewählt

Wahl in Niederkassel : Vehreschild mit mehr als 64 Prozent wiedergewählt

Bürgermeister: Mit einer so großen Zustimmung hatte ich nicht gerechnet. FDP mit erheblichen Verlusten

NIEDERKASSSEL. Der Wahlabend entwickelte sich für die CDUimmer mehr zum Fest. Sektkorken knallten und das hatte gleich mehrere Gründe:Stephan Vehreschild konnte deutlich die absolute Mehrheit erringen und auchandere Christdemokraten erzielten Traumergebnisse. Rund zehn Prozent mehr alsvor fünf Jahren verbuchte Vehreschild bei der Bürgermeisterwahl für sich. EineStichwahl wird es damit in Niederkassel nicht geben.

In Mondorf, dem südlichsten Stadtteil, wählten sogar70,14 Prozent den alten und neuen Bürgermeister, der in Ranzel im Norden derStadt wohnt. Kurz vor 23 Uhr stand fest, dass der Verwaltungschef für weiterefünf Jahre die Geschicke der Stadt lenken wird. Am Ende hatten ihn 65,14Prozent gewählt. „Ja, sensationell, miteiner so großen Zustimmung hätte ich nie gerechnet“, kommentierte dererleichterte Bürgermeister das Ergebnis. Seinen Erfolg erklärt sich Vehreschilddamit, dass sich in seiner Amtszeit viel bewegt habe.

„Die Stadt hat sichverändert, das sehen die Leute, und wir konnten das transportieren.“ Weitabgeschlagen mit 25,67 Prozent, 5,85 Prozent und 4,66 Prozent reihen sich dieübrigen Kandidaten Friedrich Reusch (SPD) , Harald Burger (FDP) und EckartRüther (Die Linke) hinter Vehreschild ein. Bei der Wahl für den Stadtratmussten vor allem die Liberalen herbe Verluste hinnehmen, denn sie sind von16,46 Prozent auf 7,08 Prozent abgerutscht. SPD und Grüne konnten dieErgebnisse leicht verbessern.

Am Ende verbuchte die SPD 25,55 (22,83) Prozentfür sich, die Grünen 9,48 (9,33) Prozent. Diese Ergebnisse versprechen denChristdemokraten nach ersten Rechnungen 20 Sitze im Rat, denn sie konnten alleMandate direkt gewinnen. Mit diesen Ergebnissen erreichten die Christdemokratenihr Wahlziel, die absoluten Mehrheit im Rat zu erringen, mit Leichtigkeit. Dasbeste Ergebnis verbuchte Nico Pestel in Rheidt mit 63,34 Prozent. Er glaubt,dass die guten Ergebnisse auch dadurch zustande kamen, weil die CDU sichgeschlossen präsentiert habe.

„Wir treten als Einheit auf, trotz der neuenKonstellation seit der letzten Kommunalwahl“, glaubt er einen Grund für denErfolg zu kennen. Die FDP wird nur mit drei Sitzen statt bisher sieben Sitzenstark dezimiert in den Rat einziehen. Für die SPD werden zehn Sitze im Ratreserviert sein, So richtige Feierstimmung wollte jedoch nach der Wahl bei denGenossen nicht aufkommen. Friedrich Reusch zeigte sich unzufrieden mit seinemErgebnis. „Das ist frustrierend und ich weiß auch nicht, was da noch hilft“,meinte er.

Wenn es darauf ankomme, Fässer anzuschlagen, Brötchen zu verteilenoder Prinzen zu proklamieren, dann sei man bei der SPD falsch. Durchauszufrieden war die Fraktionsvorsitzende Barbara Schlüter mit dem Ergebnis derGrünen. Sie werden mit vier Sitzen statt bisher drei Mandaten in den Rateinziehen und konnten auch das Ergebnis mit 9,48 Prozent leicht verbessern. DieAfD (Alternative für Deutschland) wird mit einem Sitz im Rat vertreten sein.Sie erreichte 2,22 Prozent. Für die Linke reichte es nicht. Mit einem Ergebnisvon 1,01 Prozent werden sie im kommenden Rat kein Mandat übernehmen.