Tierheim Troisdorf: Vermüllte Wohnung war Pflegestelle von Tierschutzvereinen

Tierheim Troisdorf : Vermüllte Wohnung war Pflegestelle von Tierschutzvereinen

Bei der verwahrlosten Wohnung, in der der Rhein-Sieg-Kreis am Montag 22 Hunde und eine Katze sicherstellte, handelte es sich um eine Pflegestelle.

Bei der verwahrlosten Wohnung, in der der Rhein-Sieg-Kreis am Montag 22 Hunde und eine Katze sicherstellte, handelte es sich um eine Pflegestelle. Die Tiere befanden sich dort im Auftrag verschiedener Tierschutzvereine. Das bestätigte Kreisveterinär Hanns von den Driesch gestern auf Anfrage des GA. Warum eine derartig vermüllte Wohnung als Pflegestelle fungiert, das sei noch unklar. Normalerweise müssten Tierschutzvereine Kontrollen durchführen, so von den Driesch. Der Kreis ist derzeit damit beschäftigt, die Eigentümer der Tiere ausfindig zu machen.

Wie berichtet, war der Kreis am Montag aufgrund einer Tierschutzanzeige tätig geworden. Die Frau, die die Tiere hütete, befand sich gerade im Umzug. Nach Schilderung des Kreises und von Mitarbeitern des Tierheims Troisdorf herrschten mangelhafte hygienische Zustände. 15 der 22 Hunde sowie die Katze sind derzeit im Troisdorfer Tierheim untergebracht. Die übrigen sieben Hunde wurden aufgrund einer Hinterbeinlähmung in eine eigens eingerichtete private Unterkunft überführt. „Die Herkunft der Hunde zu ermitteln, gestaltet sich etwas schwierig“, sagte von den Driesch weiter. Die Unterlagen seien wohl in einem der vielen Umzugskartons und bisher nicht auffindbar. Sollten die Eigentümer – vermutlich Tierschutzvereine – ermittelt sein, müssen dann noch einmal die Papiere abgeglichen werden, damit die Besitzverhältnisse eindeutig geklärt sind.

Gestern hatten die 15 verbliebenen Hunde erst einmal Termine beim Tierarzt des Troisdorfer Tierheims, Franz Wirth. „So gut wie alle Hunde haben Ohrmilben“, teilt die stellvertretende Tierheimleiterin Katharina Kühle auf Anfrage mit. Vielfach haben die Hunde starken Zahnsteinbefall, der behandelt werden muss; einige der vierbeinigen Patienten müssen noch zum Herzultraschall, für zwei Hunde steht ein Besuch Augenarzt an, denn sie leiden an Augenkrankheiten. „Der Ernährungszustand ist bei allen Hunden in Ordnung“, sagt Kühle.

Sie war am Montagmittag vom Kreisveterinär angerufen worden. „Wir sind dann mit unserem Sprinter mit mehreren Boxen nach Hennef gefahren.“ Zunächst sei man in die Wohnung gefahren, in die die Frau einen Tag zuvor eingezogen sei. Aus dieser Wohnung habe man 18 Hunde – sieben davon gelähmt – geholt.

Danach ging es in die Wohnung, in der die Frau zuvor mit ihren Tieren gelebt hatte. Was sie dort zu sehen bekamen, erschreckte die Tierschützer angesichts des Mülls und der starken Verkotung der Wohnung. „Es gab nur einen kleinen Trampelpfad hin zu der alten Katze, die neben vier Hunden noch in dieser Wohnung lebte“, berichtet Kühle. Dass bei den Kontrollen alles in Ordnung gewesen sein soll, kann sie sich nur schwer vorstellen. Letztlich seien die Vereine, die diese Tiere in Obhut gegeben haben, verantwortlich.

Wie es mit den Hunden weitergeht, wird das Veterinäramt entscheiden. „Sobald das Veterinäramt die Hunde frei gibt, können sie vermittelt werden“, so Kühle. Bis auf einen sehr ängstlichen und stark verfilzten Hund handele es sich um durchweg nette Hunde, die bestimmt gute Vermittlungschancen haben, glaubt Kühle.