Reise ins historische Köln: Troisdorfer Autorin veröffentlicht zweiten Krimi

Reise ins historische Köln : Troisdorfer Autorin veröffentlicht zweiten Krimi

Kordula Kühlem hat mit „Nacht über dem Dom“ ihren zweiten Krimi geschrieben. Die Troisdorfer Autorin nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise ins historische Köln.

. Eine Bonner Hauptkommissarin – sie heißt Kerstin Heller - wird nach Köln versetzt und bekommt als Team-Kollegin eine Ursula Homann zur Seite. Eine Ur-Kölnerin mit entsprechendem Witz der Domstadt. Die beiden geraten dann auch alsbald in einen komplizierten Fall.

Es sieht ganz klassisch zunächst nach einem Unfall aus: Archäologieprofessor Klaus-Dieter Vogelstein ist in der Kölner Kirche Sankt Maria im Kapitol über eine Brüstung in den Kreuzgang gestürzt und tot. Die beiden Kommissarinnen werden zum Unfallort gerufen, an dem Gerichtsmediziner Ulrich Freude bereits Zweifel daran hegt, dass die vom Sturz hervorgerufene Platzwunde am Kopf des Opfers todesursächlich war. So startet der Krimi „Nacht über dem Dom“ von Kordula Kühlem in einen verzwickten Fall, der den Leser auf eine spannende Reise durch die Kirchen und die Vergangenheit Kölns mitnimmt.

Kordula Kühlem ist in Bayern in der Nähe von Augsburg geboren, dort und in Sankt Augustin aufgewachsen. Ihr Vater war Berufsoffizier, und so stand eines Tages der Umzug nach Sankt Augustin an, wo sie am Albert-Einstein-Gymnasium 1994 ihr Abitur ablegte. Dann führte sie ihr Berufswunsch, Lehrerin zu werden, an die Universität Bonn, wo sie Deutsch und Geschichte studierte. Dort entdeckte sie ein Professor, der ihr anbot, bei ihm zu promovieren. Die Chance ließ sich Kühlem, die damals noch Krombholz hieß, nicht entgehen. Aber damit war dann auch Schluss mit dem Berufswunsch Lehrerin.

Sie promovierte mit einer Arbeit über Hans Kroll, der von 1958 bis 1962 deutscher Botschafter in Moskau war. Die Dissertation erschien als Buch und ist heute in einer Bücherreihe der Konrad-Adenauer-Stiftung zu finden. „Das war unglaublich spannend zu recherchieren“, erzählt sie mit leuchtend blauen Augen und findet es unglaublich schade, dass nach ihrem Eindruck dem Geschichtsunterricht in den Schulen zu wenig Aufmerksamkeit zu Teil werde.

Jedenfalls arbeitet sie bis heute bei der Adenauer-Stiftung als wissenschaftliche Mitarbeiterin im sogenannten Schriftenarchiv in Sankt Augustin. 17 Kilometer Akten stehen dort, und sie betreut die europäischen und internationalen Schriften. So hat die Stiftung unlängst die Akten des früheren CDU-Europaabgeordneten Elmar Brok bekommen, die jetzt der Sichtung und Aufarbeitung harren. „Europa ist mein Steckenpferd“, sagt Kühlem. Doch wie kommt sie nun ausgerechnet auf einen Köln-Krimi? Kordula Kühlem hat beim ASV Sankt Augustin geschwommen und über den Sport ihren Mann Wilfried kennengelernt, der Willi genannt wird , und als „Rakete von Deutz“ ein bekannter deutscher Schwimmer war . Er hatte sogar die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Los Angeles 1984 geschafft, wurde aber nicht nominiert. Dagegen klagte er erfolgreich. Was dem Schwimmverband gar nicht passte. Und so nominierte ihn das Nationale Olympische Komitee trotzdem nicht. Willi Kühlem stammt aus einer kölschen Familie, und vor dem Umzug nach Troisdorf lebten die Kühlems ein paar Jahre in der Domstadt. „Eine so große Heimatverbundenheit wie in Köln habe ich noch nie erlebt“, schwärmt die Autorin. Die lasse sie auch bis heute nicht los.

2007 kam ihr dann anlässlich eines Berlin-Besuches die Idee, einen Krimi zu schreiben. So ließ sie in ihrem Erstlingswerk eine Kölner Literatur-Professorin in einem zu einem Zeltplatz umfunktionierten Freibad sterben. Selbstredend, dass alle Spuren nach Köln führen. Dass der neue Krimi nun in der „Ich-Form“ geschrieben sei, sei ihr anfangs gar nicht bewusst gewesen. Dann sei ihr aber klar geworden, dass es „so ist, wie ich schreiben möchte“. Und begab sich auf vier Jahre währende Recherchen, die sie tief in die Kölner Historie führten. „Es fließt nicht viel Blut in meinen Krimis“, erklärt sie. „Der Leser soll zum Kombinieren und Mitdenken angeregt werden.“ Ähnlich wie Agatha Christie wolle sie „mit wenigen Pinselstrichen Charaktere gut treffen.“

Der Krimi „Nacht über dem Dom“ von Kordula Kühlem ist im Emons-Verlag erschienen und für 11,90 Euro im Buchhandel erhältlich.

Mehr von GA BONN