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Anklage gegen 52-Jährigen: Troisdorfer attackierte Wachmann mit Fleischerbeil

Anklage gegen 52-Jährigen : Troisdorfer attackierte Wachmann mit Fleischerbeil

Ein 52-jähriger Troisdorfer soll bei einem Einbruch in eine Kantine in Troisdorf einen Wachmann attackiert haben. Dabei soll er auch ein Fleischerbeil nach ihm geschleudert haben. Der Mann muss sich demnächst vor Gericht verantworten.

Wegen schweren räuberischen Diebstahls muss sich demnächst ein 52-jähriger Mann aus Troisdorf vor dem Bonner Landgericht verantworten: Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 19. April des vergangenen Jahres den Kaffeeautomaten in der Kantine eines Troisdorfer Gewerbeparks aufgebrochen zu haben.

Ganz so harmlos, wie sich die Tat zunächst anhört, war der Vorfall allerdings laut Anklage nicht: Mit einem Fleischerbeil bewaffnet soll sich der Mann gegen halb vier Uhr nachts Zugang zu den Kantinenräumen verschafft haben. Dort angekommen soll er das Hackebeil benutzt haben, um einen großen Kaffeeautomaten anzugehen. Tatsächlich schaffte er es, mit dem ungewöhnlichen Tatwerkzeug den Automaten zu knacken und dem Gerät die beiden Münzgeldbehälter zu entnehmen. Den Inhalt des ersten – 254,60 Euro in Hartgeld – hatte er wohl gerade in eine mitgebrachte Tasche befördert, als ein wahrscheinlich durch den Lärm auf den Plan gerufener Wachmann in der Kantine auftauchte. Der forderte den mutmaßlichen Einbrecher auf, das Geld zurückzugeben.

Dazu hatte der Automatenknacker aber offenkundig wenig Lust und so stürmte er, statt der Aufforderung Folge zu leisten, mit dem Fleischerbeil in der erhobenen Hand auf den Mann zu. Dem Wachmann gelang es allerdings, den Eindringling an den Händen zu fassen. Es kam zu einer Rangelei, in deren Verlauf sich der Einbrecher entschloss, besser doch das Weite zu suchen.

Fingerabdrücke führen zu mutmaßlichem Täter

Über die Eingangstreppe versuchte er zunächst, nach unten zu flüchten. Den Wachmann, der sofort die Verfolgung aufnahm, versuchte er an einer weiteren Verfolgung zu hindern, indem er ihm das Fleischerbeil entgegenschleuderte. Tatsächlich schaffte es der Einbrecher, seinem Verfolger zu entkommen. Dem Angegriffenen gelang es mit knapper Not, dem fliegenden Beil auszuweichen.

Auf die Schliche kamen die Ermittler dem vielfach vorbestraften mutmaßlichen Täter mithilfe von Fingerabdrücken, die sich wahrscheinlich an dem Beil befanden. Der Angeklagte stand zum Tatzeitpunkt unter einer laufenden Bewährung wegen Drogenbesitzes. Die ursprünglich für diese Woche terminierte Hauptverhandlung wurde auf die Zeit nach dem durch die Corona-Krise angesetzten Notbetrieb der Bonner Gerichte verschoben. Da der Angeklagte sich nicht in Haft befindet, ist keine besondere Eile geboten, die es hätte sinnvoll erscheinen lassen, das Verfahren wie geplant zu beginnen.