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Stelen von Giovanni Vetere in Troisdorf bekommen neuen Standort am Rathaus

Symbol für die zwölf Stadtteile : Neuer Standort für zwölf Kunstsäulen in Troisdorf

Geheimnisvoll, rundlich und mit starken Augen: „Die 10 + 2“-Säulen des Künstlers Giovanni Vetere stehen nun auf der Wiese des Troisdorfer Rathauses. Die orangefarbenen Scheiben symbolisieren die zwölf Stadtteile.

Wer in nächster Zeit in Troisdorf von der Sieglarer Straße kommend Richtung Kölner Straße unterwegs ist, wird sie nicht übersehen können: die zwölf Stelen, die nun die Wiese des Troisdorfer Rathauses schmücken. Eingefleischte Troisdorfer erkennen sofort, worum es sich handelt. Es sind die zwölf Säulen mit den symbolischen Köpfen, die der Künstler Giovanni Vetere 1999 geschaffen hat.

Ursprünglich waren es zehn Stelen für die zehn Stadtteile Troisdorfs. Als sich zusätzlich die Stadtteile Rotter See und West bildeten, fügte er zwei weitere Stelen hinzu. Kaum entziehen kann sich der Betrachter Veteres Gesichtern. Sie sind geheimnisvoll, rundlich und besitzen starke Augen. Frontal sehen sie den Betrachter an, sind auf Begegnung angelegt und scheinen Erwiderung zu suchen. Dabei gleicht kein Gesicht dem anderen. So unterscheiden sich die orangefarbenen Scheiben in Form und Größe voneinander.

1940 in Süditalien geboren, lebt Vetere seit 1960 in Deutschland. Seine Liebe zur Kunst entdeckte er 1972 durch einen Zufall – zunächst in der Malerei, später auch als Bildhauer. Kurz darauf, 1975, eröffnete er seine erste eigene Galerie in Troisdorf und ist dort seither künstlerisch tätig. In Troisdorf fühlt er sich wohl, so der Bildhauer.

Künstler mit neuem Standort zufrieden

Ab sofort ist das Kunstwerk mit dem Titel „Die 10 + 2“ vor dem Troisdorfer Rathaus zu sehen. Vetere ist mit dem neuen Platz zufrieden. Nicht immer befanden sich die Stelen dort: Jahrelang hatten sie ihren Standort vor dem damaligen Hüls-Kasino an der Mülheimer Straße. Nicht zufällig war dieser Platz gewählt, denn 1996 hatte der Ingenieur für Geodäsie Jens Levenhagen den Mittelpunkt der Stadt Troisdorf mit den damals zehn Stadtteilen mittels Dreiecken errechnet. Dieser liegt im Industriestadtpark an der Mülheimer Straße und zwar auf dem Gelände der damaligen Firma HT Troplast.

Den Mittelpunkt der Stadt markierten kurz darauf gut sichtbar die bis dato zehn Stelen. Als auf dem Gelände im Jahr 2012 die Grundsteinlegung der Stadthalle erfolgte, mussten sie weichen, wurden abgebaut und gelagert. Im vergangenen Jahr schließlich restaurierte der Troisdorfer Schlosser Jürgen Kleinholz Veteres Kunstwerk auf Initiative von Peter Haas, Kommunalpolitiker und Heimathistoriker, und Norbert Königshausen – und das innerhalb von zwei Tagen, wie Kleinholz berichtete.

Kunstwerk für die Öffentlichkeit sichtbar machen

Mit Wiederaufbau am neuen Standort habe die Aktion dann vier Tage gedauert. „Wir wollten das Kunstwerk nicht zwischen Werkshallen verstecken, sondern in aller Öffentlichkeit sichtbar machen“, sagte Bürgermeister Klaus-Werner Jablonski. „Da das Rathaus sowohl auf Sieglarer als auch auf Troisdorfer Flurstücken liegt, bildet es nun quasi den geografischen Mittelpunkt.“ So symbolisiere es die zwölf Stadtteile, die eine Einheit bilden würden. Außerdem sind die Stelen auf ihrem neuen Standort auf der Rathaus-Wiese nur 300 Meter vom eigentlichen Mittelpunkt der Stadt entfernt.

Jetzt verschönern die zwölf Stahlrohre mit den markanten orangefarbenen Scheiben den Bereich vor dem Rathaus-Komplex und integrieren sich hervorragend in die neue Umgebung. Dabei bilden zehn Stelen die erste Reihe, dahinter gelagert sind die zwei zusätzlichen Stelen für Rotter See und West.