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Prozess in Bonn: Psychisch Kranker knüppelt Nachbarin krankenhausreif

Prozess in Bonn : Psychisch Kranker knüppelt Nachbarin krankenhausreif

Staatsanwaltschaft beantragt beim Bonner Schwurgericht die Unterbringung des 31-Jährigen in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik. Der Mann soll in Troisdorf mit einem Knüppel auf eine 75-jährige Nachbarin eingeschlagen haben.

Was ein 31-jähriger Troisdorfer seiner Nachbarin am 16. September vergangenen Jahres angetan haben soll, wertet die Bonner Staatsanwaltschaft strafrechtlich als versuchten Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung: Der Mann schlug den Ermittlungen zufolge mit einem Knüppel auf die 75-Jährige ein, um sie zu töten. Doch weil der 31-Jährige der Behörde zufolge an einer Psychose litt und deshalb als schuldunfähig gilt, hat die Staatsanwaltschaft ihn nun beim Bonner Schwurgericht nicht angeklagt, sondern in einer Antragsschrift dessen Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik beantragt. Das teilte am Dienstag Bonns Landgerichtssprecher Bastian Sczech mit.

Denn der 31-Jährige ist nach Auffassung der Ermittler einem vorläufigen psychiatrischen Gutachten zufolge in seinen Wahnvorstellungen so gefährlich, dass die Allgemeinheit vor ihm geschützt werden muss. Seit der Tat ist der Troisdorfer deshalb in einer Landesklinik vorläufig untergebracht.

Am Tatmorgen soll der arbeitslose Mann, der als Drogenkonsument bekannt ist, auf den Balkon der Nachbarin geklettert und von dort in ihre Wohnung eingedrungen sein. Er war laut den Ermittlungen mit einem 30 bis 40 Zentimeter langen Knüppel bewaffnet, und damit soll er minutenlang auf den Kopf und den Körper der 75-Jährigen eingeprügelt haben.

Gerichtssprecher Sczech erklärte: "Laut Antragsschrift wollte er sie töten, weil er in ihr den Teufel sah." Doch die Frau habe sich heftig zur Wehr gesetzt und den Tobenden den Ermittlungen zufolge schließlich gebeten: Er solle entweder endlich aufhören oder es zu Ende bringen.

Nachbarin kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus

Der Antragsschrift zufolge soll er erkannt haben, dass er wegen ihrer Gegenwehr mit seinem Vorhaben keinen Erfolg haben würde und deshalb von ihr abgelassen haben. Allerdings soll er der 75-Jährigen gesagt haben, er werde jetzt etwas holen, um es zu beenden. Doch er kam nicht mehr zurück.

Der Grund laut Antragsschrift: Er hatte Angst vor der Polizei. Dennoch wurde er gefasst und schließlich in der psychiatrischen Klinik eingesperrt. Sein Opfer kam mit einem Schädelhirntrauma, Rippenbrüchen, Hämatomen am ganzen Körper, Verletzungen im Gesicht und demolierten Zähnen ins Krankenhaus.

Wie die Ermittlungen ergaben, soll der 31-Jährige schon einmal zwei Tage zuvor auf die Frau losgegangen sein, nachdem er über den Balkon zu ihr gelangt war. An dem Tag hatte ein ebenfalls anwesender Bekannter der Frau ihn stoppen und Schlimmeres verhindern können. Und einige Tage davor soll der 31-Jährige auf dem Balkon der Nachbarin Wäsche heruntergerissen und Blumentöpfe zerstört haben.

Der Prozess gegen den 31-Jährigen soll Ende Januar beginnen.